Southern runway at the new Berlin Brandenburg Airport.

Direkt nach dem StartKotzkurve sorgt am BER weiter für Sorgenfalten

Bei Ostwind können Fluglinien am neuen Berliner Airport eine besondere Startroute wählen. In nur 180 Meter Höhe geht es in eine Kurve. Piloten sind nicht begeistert.

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Luftfahrt

Für die Passagiere dürfte es ein Start in den Urlaub mit Nervenkitzel werden. Am neuen deutschen Hauptstadtflughafen BER, der am 31. Oktober eröffnet wird, gibt es bei Ostwind eine ganz besondere Flugroute. Die sogenannte Hoffmannkurve sieht vor, dass die Piloten nur Sekunden nach dem Abheben von der Südbahn ihren Flieger in eine 145-Grad-Rechtskurve steuern - und das in 180 Meter Höhe, wie die Zeitung Tagesspiegel berichtet.

Die Kurve erspart den Bewohnern des Ortsteils Waltersdorf und der Gemeinden Eichwalde, Schulzendorf und Zeuthen Lärm. Den Passagieren mit Fensterplatz auf der rechten Seite dürfte es dagegen vorkommen, als berühre die Tragfläche gleich die Startbahn. Und so wird sie auch schon Stunt- oder Kotzkurve genannt.

Piloten sehen die Kurve kritisch

Ähnliche Manöver werden allerdings auch an anderen Airports geflogen - etwa dort, wo Piloten zum Beispiel einem Berg ausweichen müssen. Dennoch gab es Klagen gegen die Route, die offiziell LULUL 1B heißt. Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg hat sie jedoch bereits abschlägig beschieden. Das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung erklärte gegenüber der Zeitung, sie sei sicher.

Piloten könnten in Absprache mit ihrer Airline zudem eine alternative Route wählen. Die Alternative nennt sich GORIG-Route und beinhaltet nach dem Start auf der Südbahn des BER einen längeren Geradeaus-Steigflug. Wegen der kürzeren Flugzeit und geringerem Treibstoffverbrauch dürfte aber die Hoffmannkurve oft bevorzugt werden. Denn Zeit ist in der Luftfahrt bekanntlich Geld.

Hoffmannkurve kann Piloten verunsichern

Bei der Vereinigung Cockpit sieht man die Hoffmannkurve - benannt nach dem lokalen Privatpiloten Marcel Hoffmann, der sie erfand – dennoch kritisch. «Man kann das natürlich fliegen, aber der Sicherheit dienlich ist es nicht», sagt ein Sprecher der Gewerkschaft gegenüber aeroTELEGRAPH. «Eine solche Kurve zu fliegen, während Klappen und Fahrwerk noch einfahren, trägt nicht zur Ruhe im Cockpit bei.»

Das gelte besonders, wenn noch andere Faktoren wie schlechtes Wetter oder technische Probleme hinzukommen würden, so der Sprecher. Zudem könnte das Manöver auch Passagiere verunsichern.

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