Kohlenstoffdioxid-Kollektor im schweizerischen Hinwil: Biokerosin aus eingefangenem CO2.

Kohlenstoffdioxid-FilterKommt Kerosin bald aus der Luft?

Kohlenstoffdioxid aus der Atmosphäre filtern: Daran arbeitet das Unternehmen Climeworks. Mit einer neuen Technologie soll aus dem eingefangenen Treibhausgas Kerosin werden.

Top-Jobs

bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Hahnair Logo

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung

Im schweizerischen Hinwil macht eine etwa zehn auf zehn Meter Meter große Anlage seit 2017 genau das, was im Kampf gegen den Klimawandel als logisches Mittel erscheint: 18 Filtermodule sammeln Kohlenstoffdioxid aus der Umgebungsluft und speichern es. Was sich einfach anhört, ist technisch sehr komplex.

Noch handelt es sich um eine Versuchsanlage. Der Entwickler Climeworks hofft jedoch, dass die neue Technologie in Zukunft im großen Stile einen Teil der weltweiten CO2-Emissionen einfangen wird. Das gespeicherte Kohlenstoffdioxid kann dann nicht nur in Gewächshäusern oder in der Lebensmittelindustrie wiederverwertet werden. Auch Biokerosin als Treibstoff für Flugzeuge kann mithilfe der Technik hergestellt werden.

Test-Raffinerie in den Niederlanden geplant

Zwar wird das Biokerosin wieder CO2 als Emission in die Luft abstoßen, wenn es im Triebwerk eines Flugzeuges verbrannt wird. Da das Kohlenstoffdioxid der Atmosphäre aber vorab entzogen wurde, weist der Treibstoff im Gegensatz zu fossilem Kerosin eine neutralere Ökobilanz auf, so Climeworks. Das Unternehmen spricht von einem «geschlossenen CO2-Kreislauf».

Wie aus Luft im industriellen Stil Kerosin hergestellt werden könnte, soll bald am Flughafen Rotterdam/Den Haag Airport erprobt werden. Im vergangenen Mai beschloss Climeworks mit anderen Unternehmen die Errichtung einer Testraffinerie. Eingefangenes CO2 wird dabei zusammen mit Wasserstoff zu einem Synthesegas vermischt und anschließend in Kerosin umgewandelt. Für den Probelauf streben die Partner eine Produktion von 1000 Litern pro Tag an. 2021 sollen die Tests beginnen.

Teure Aufbereitung

Für die Versorgung eines Flughafens ist diese Menge unbedeutend - ein Airbus A320 kann beispielsweise mehr als 20.000 Liter Kerosin an Bord nehmen. Viel mehr geht es bei dem Projekt darum, die Produktion des neuartigen Kerosins aus dem Labor hinaus zu tragen und sie erstmals unter Realbedingungen zu erproben. In jetzigen Versuchen würden nur einstellige Litermengen produziert, schreibt Climeworks in einer Mitteilung.

Die fast größte Herausforderung sind aber die Produktionskosten. «Fossiler Flugzeugtreibstoff ist relativ preiswert», erklärte Oskar Meijerink vom Unternehmen Sky NRG dem Rundfunksender BBC. Die Abtrennung von CO2 aus der Luft sei hingegen noch eine neue Technologie und somit teuer, sagt der Manager. Das aus Luft hergestellte Kerosin habe noch einen langen Weg vor sich, ehe es wettbewerbsfähig ist, gesteht Meijerink: «Der Schlüssel sind die Kosten».

Mehr zum Thema

Flieger von British Airways: Soll bald auch mit Kerosin betankt werden, das einst mal Müll war.

British Airways will Kerosin aus Müll herstellen

Triebwerk eines Airbus A330: Hier kommt CO<sub>2</sub> heraus.

Passagiere sollen Biokerosin mitfinanzieren

Und in 100 Jahren? KLM ist eine der Airline, die sich aktiv darum bemühen, klimafreundliche Lösungen für die Luftfahrt zu finden. Sie erklärte etwa, sie verpflichte sich, über einen Zeitraum von zehn Jahren 75.000 Tonnen nachhaltigen Treibstoff jährlich zu nutzen. Dieser soll aus einer Anlage stammen, die der Biotreibstoff-Hersteller Sky NRG im Küstenort Delfzijl im Norden der Niederlande bis 2022 errichtet.

KLM baut Fabrik für Biokerosin

Kerosinkrise: Nicht so schlimm wie befürchtet, aber weiterhin virulent.

Europas Kerosinkrise: Warum der Engpass bisher ausblieb – und das Risiko bleibt

Video

Ex-Swissair-Sprecher Urs Peter Naef: «»
Als die Nachricht vom Absturz vor Halifax eintraf, war das Krisenhandbuch der Swissair-Kommunikationsabteilung noch nicht fertig. Medienverantwortlicher Urs Peter Naef musste improvisieren - und zugleich die Angehörigen vor aufdringlichen Medien schützen. Seine wichtigste Lehre aus der Katastrophe: «Steh zu dem, was passiert ist, und zeig Flagge.»
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier
Kälin
Mit der Rückkehr der Angehörigen aus Kanada war die Arbeit für die Swissair längst nicht beendet. Persönliche Gegenstände mussten zurückgegeben, Gedenkveranstaltungen organisiert und Familien weiter begleitet werden. Der Ehemalige Finanzchef Walter Kälin blickt auf die Herausforderungen zurück – und erklärt, wie die Erfahrungen von damals die heutige Krisenbetreuung prägen
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier
Ex-Swissair-Personalchef Matthias Mölleney zum Unglück von Flug SR1111: «...»
Als Flug SR111 von Swissair vor Halifax abstürzte, war Matthias Mölleney erst seit 95 Tagen Personalchef der Airline. Plötzlich musste er die Angehörigen und Mitarbeitenden betreuen und zugleich den Flugbetrieb aufrechterhalten. Fast drei Jahrzehnte später erinnert er sich an die schwersten Tage seiner Karriere – und an die Lehren für das spätere Grounding.
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier