Letzte Aktualisierung: 9:27 Uhr

Felix Airways

Krieg im Jemen trifft Billigairline

Der Krieg im Jemen bringt die Luftfahrt des Landes zum Stillstand. Piste und Terminal des Flughafens Sanaa sind kaputt, Flieger von Bomben zerstört. Felix Airways und Yemenia leiden.

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Bombardier CRJ700 von Felix Airways: Total ausgebrannt.

Die Neunziger- und die Nullerjahre waren goldene Zeiten für den Jemen. Jahr für Jahr wuchs die Wirtschaft kräftig – getrieben unter anderem von reichhaltigen Ölvorkommen und einem anschwellenden Touristenstrom. Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf – ein Maß für den Erfolg der Wirtschaft eines Landes – lag höher als das von Kenia oder Vietnam. Davon wollte eine Gruppe von Investoren 2008 profitieren. Sie gründeten mit Felix Airways die erste jemenitische Billigfluggesellschaft.

Doch nun wird das Erreichte in kurzer Zeit zerstört. Die schiitischen Huthi-Rebellen haben in den vergangenen Monaten große Teile des Jemens unter ihre Kontrolle gebracht und die Regierung vertrieben. Nachbarländer unter der Führung Saudi-Arabiens griffen ein und bombardieren die Huthi. Bereits im ersten Krisenjahr 2011, als der Konflikt erstmals eskalierte, sackte die Wirtschaftsleistung 11 Prozent ab. Mit dem Auswachsen zum Krieg wird es 2015 wohl noch schlimmer.

Bombardier CRJ700 liegt total ausgebrannt

Das trifft die Luftfahrt im Mark. Die Nationalairline Yemenia stellte ihren Betrieb bereits im März ein. Inmitten des Chaos sieht sie keine Möglichkeit mehr zu operieren. Nun wäre sowieso Schluss gewesen. Denn die Saudis bombardierten am Mittwoch (29. April) die Piste des Flughafens der Hauptstadt Sanaa und das Terminal. Sie sind zerstört.

Noch härter traf es Felix Airways. Auch sie hat ihre Basis in Sanaa und kann seit längerem nicht mehr fliegen. Doch bei der Bombardierung des Flughafens wurde auch eines ihrer Flugzeuge vollständig zerstört. Die sechsjährige Bombardier CRJ700 liegt total ausgebrannt auf dem Vorfeld, wie Fernsehbilder zeigen. Die Maschine war eine von zwei desselben Typs, welche der Billigairline gehörten. Zwei weitere CRJ200 sind geleast und stehen geparkt auf dem Flughafen Sanaa.

Diverse Aktionäre

Hinter Felix Airways stehen diverse Aktionäre. Neben Yemenia (25 Prozent) sind es die saudische Islamic Corporation for the Development of the Private Sector ICD, die Al Tayyar Travel Group und die AlSairfay Group. Insgesamt gehören fast neun Zehntel der Aktien privaten und vor allem staatlichen Investoren aus Saudi-Arabien. Felix bediente acht nationale Destinationen und sieben Ziele in der Region.



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