Letzte Aktualisierung: um 21:54 Uhr
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Air-Baltic-Aktionärin will JAT

Nur ein einziger Investor zeigt Interesse an einer Übernahme der serbischen Fluglinie. Und der ist selber angeschlagen.

Martina Woll

Landung einer JAT-Maschine: Bald eine Neugeburt.

Auch dieses Mal läuft es nicht nach Plan. Lange Zeit wurde befürchtet, dass es niemanden geben würde, der sich für die serbische Fluggesellschaft interessiert. Nun meldet sich immerhin ein Kandidat: Baltic Aviation Systems. Dies meldete die Regierung in Belgrad Anfang November. Sie macht trotz des mageren Resultates der Ausschreibung auf gute Laune. «Unsere Position ist, dass JAT mit oder ohne strategischen Partner restrukturiert wird», sagte Infrastrukturminister Milutin Mrkonjic gegenüber den Medien. Die Regierung verlangte von einem potenziellen Investor, dass er mindestens 5 Prozent seines Geldes in Luftfahrtunternehmen stecken hat und diese 2010 mehr als 1,5 Millionen Passagiere transportierten.

Mit Baltic Aviation Systems erhielt Belgrad indes nicht gerade den Traumpartner für seine Fluggesellschaft. Die lettische Gesellschaft ist mit 49 Prozent Minderheitsaktionärin bei Air Baltic. Dort sorgte sie in den letzten Monaten für einigen Wirbel. Sie stritt sich mit der Regierung bezüglich einer Kapitalerhöhung. Dabei war auch nicht immer klar, wie gut es wirklich um die Zahlungsfähigkeit der Firma steht, die ihren rechtlichen Hauptsitz in de Karibik hat. Inzwischen ist der Konflikt gelöst. Daneben hat die Regierung noch Azerbaijan Airlines an der Angel. Doch die will nur über eine Kooperation mit Belgrad verhandeln. Die Aserbaidschaner würden gerne der internationale Arm von JAT werden.

Russen und Türken sagen ab

Abgesagt haben offenbar der russische Partner Aeroflot, nachdem er mit Malev schlechte Erfahrungen machte. Nicht interessiert zeigte sich auch Turkish Airlines, die früher schon einmal die Mehrheit an JAT übernehmen wollte. Der Deal scheiterte aber 2008. Danach stieg die Fluglinie bei Air Bosna ein – und flogen damit ebenfalls nur Verluste ein. Falls die Regierung keinen strategischen Partner findet, will sie darum eine neue, kleinere Airline gründen. Diese soll nur noch 400 Menschen beschäftigen – ein Drittel des heutigen JAT-Bestandes. Alle Flugzeuge sollen geleast werden.




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