Produktion bei Embraer: Künftig auch in Indien?

ZivilflugzeugsparteIst Indien scharf auf Embraer?

Nachdem Boeing den Deal mit Embraer hat platzen lassen, gibt es Chancen für neue Investoren. Nun könnte Indien bei der Zivilflugzeugsparte zum Zuge kommen.

Top-Jobs

Goldeck Logo

Inflight Service Personnel (M/F/D)

Feste Anstellung
Business Aviation
Goldeck-Flug GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Wien/LOWW/VIE
Pilatus Logo

Mechaniker & Spengler

Flugzeughersteller
Pilatus Flugzeugwerke AG
Schweiz
Vollzeit
Top jobs
Feste Anstellung
Weeze

Verkehrsleiter vom Dienst (w/m/x)

Flughafen Niederrhein GmbH
Weeze
Feste Anstellung
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
DERTOUR Logo

Virtuelle Reisebetreuung (m/w/d)

Reiseveranstalter
DERTOUR Destination Services AG
Home Office
Vollzeit
Top jobs

Die Spekulationen ließen nicht lange auf sich warten. Nachdem Boeing im April die Übernahme der Mehrheit an Embraers Zivilflugzeugsparte abgeblasen hatte, gab es Berichte über mögliche neue Partner für den brasilianischen Flugzeugbauer. Zuerst brachte Brasiliens Vizepräsident Hamilton Mourão persönlich China ins Gespräch.

Im Juni berichtete dann die Nachrichtenagentur Reuters, China, Indien und Russland würden prüfen, ob eine Partnerschaft mit Embraer für sie von Interesse sei. Zumindest in Indien ist das tatsächlich der Fall. Gegenüber der Zeitung Business Standard sagte ein hochrangiger Regierungsbeamter: «Wir sind sehr interessiert.» Das habe man auch gegenüber der brasilianischen Regierung kundgetan, die ein Vetorecht bei Embraer hält.

Übernahme mithilfe von Staatsfonds

Indien erwägt dem Bericht zufolge, eine mögliche Übernahme der Zivilflugzeugsparte mithilfe eines Staatsfonds zu finanzieren und abzuwickeln. Solch ein Schritt wäre Neuland für die indische Regierung, da Übernahmen in anderen Branchen wie der Öl- und Gasindustrie stets über Staatsunternehmen liefen. Die staatliche Fluglinie Air India sowie der Luft- und Raumfahrtkonzern Hindustan Aeronautics sind aber wirtschaftlich zu schwach, um einen solchen Deal zu stemmen, selbst mit weiteren Mitteln des Staates.

Das Thema soll bereits in den obersten Entscheidungsgremien der indischen Regierung besprochen werden. Dass China auch als möglicher Kandidat für die Embraer-Übernahme gehandelt wird, erhöht den Druck schnell zu entscheiden. Zugute kommen dürfte jedem Käufer, dass Embraers Wert durch die Corona-Pandemie deutlich gesunken ist.

Staaten arbeiten bereits zusammen

Während sich Embraer gegenüber der Zeitung nicht äußern wollte, verwies ein Sprecher der brasilianischen Botschaft in Indien gute Beziehung zwischen den beiden Staaten und stellte eine mögliche Unterstützung der Regierung in Aussicht. Die beiden Länder arbeiten bereits über die Vereinigung der sogenannten Brics-Staaten zusammen, zu denen Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika gehören.

Womöglich könnte am Ende aber auch gar keine Übernahme der Mehrheit an Embraers Verkehrsflugzeugsparte herauskommen, sondern ein Deal, der eine Nummer kleiner ist. Im Juni sagte Embraer-Chef Francisco Gomes Neto, man suche nicht nach einer Partnerschaft von der Größe, die man mit Boeing angestrebt hatte. «Wir denken, dass es schneller und effizienter wäre, Partnerschaften für Projekte zu haben», so Neto. Eine der möglichen Projektpartnerschaften könnte die Entwicklung eines neuen Turbopropfliegers sein.

Mehr zum Thema

Turbopropflieger Embraer EMB 120: Wird seit 2007 nicht mehr gebaut.

Embraer könnte neue Turboprop mit Partner bauen

Flugzeugbau in São José dos Campos: Embraers technisches Know-how ist begehrt.

Was der gescheiterte Deal für Embraer bedeutet

September 2010: Der damalige Aerolíneas-Präsident Mariano Recalde und Argentiniens damalige Präsidentin Cristina Fernández mit Australs erster Embraer 190.

Aerolineas Argentinas prüft Verkauf von Embraer-Jets

ticker-brasilien

Brasiliens Inlandsflugverkehr boomt - 15 Prozent höheres Angebot in der Hochsaison

Video

airbus a330 antarktis
Im vergangenen Dezember landete erstmals ein Airbus A330 in der Antarktis. Jetzt gibt es reichlich Einblicke ins Cockpit während dieses Fluges.
Timo Nowack
Timo Nowack
Das Wrack der Beechcraft 1900 von Satena: Liegt in schwierigem Gelände.
Im Nordosten Kolumbiens ist eine Beechcraft 1900 auf dem Weg nach Ocaña abgestürzt. Alle 15 Menschen an Bord des Flugzeuges der Staatsairline Satena kamen ums Leben.
Laura Frommberg
Laura Frommberg
An einem Airbus A321 Neo: GTF-Triebwerk von Pratt & Whitney.
Der Chef des weltgrößten Leasingunternehmens hat Ratschläge für Fluggesellschaften mit Triebwerken der neuesten Generation. Aengus Kelly warnt vor Problemen und Herausforderungen sowohl bei Kurz- als auch Langstreckenflugzeugen.
Timo Nowack
Timo Nowack