Produktion bei Embraer: Künftig auch in Indien?

ZivilflugzeugsparteIst Indien scharf auf Embraer?

Nachdem Boeing den Deal mit Embraer hat platzen lassen, gibt es Chancen für neue Investoren. Nun könnte Indien bei der Zivilflugzeugsparte zum Zuge kommen.

Top-Jobs

bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Hahnair Logo

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung

Die Spekulationen ließen nicht lange auf sich warten. Nachdem Boeing im April die Übernahme der Mehrheit an Embraers Zivilflugzeugsparte abgeblasen hatte, gab es Berichte über mögliche neue Partner für den brasilianischen Flugzeugbauer. Zuerst brachte Brasiliens Vizepräsident Hamilton Mourão persönlich China ins Gespräch.

Im Juni berichtete dann die Nachrichtenagentur Reuters, China, Indien und Russland würden prüfen, ob eine Partnerschaft mit Embraer für sie von Interesse sei. Zumindest in Indien ist das tatsächlich der Fall. Gegenüber der Zeitung Business Standard sagte ein hochrangiger Regierungsbeamter: «Wir sind sehr interessiert.» Das habe man auch gegenüber der brasilianischen Regierung kundgetan, die ein Vetorecht bei Embraer hält.

Übernahme mithilfe von Staatsfonds

Indien erwägt dem Bericht zufolge, eine mögliche Übernahme der Zivilflugzeugsparte mithilfe eines Staatsfonds zu finanzieren und abzuwickeln. Solch ein Schritt wäre Neuland für die indische Regierung, da Übernahmen in anderen Branchen wie der Öl- und Gasindustrie stets über Staatsunternehmen liefen. Die staatliche Fluglinie Air India sowie der Luft- und Raumfahrtkonzern Hindustan Aeronautics sind aber wirtschaftlich zu schwach, um einen solchen Deal zu stemmen, selbst mit weiteren Mitteln des Staates.

Das Thema soll bereits in den obersten Entscheidungsgremien der indischen Regierung besprochen werden. Dass China auch als möglicher Kandidat für die Embraer-Übernahme gehandelt wird, erhöht den Druck schnell zu entscheiden. Zugute kommen dürfte jedem Käufer, dass Embraers Wert durch die Corona-Pandemie deutlich gesunken ist.

Staaten arbeiten bereits zusammen

Während sich Embraer gegenüber der Zeitung nicht äußern wollte, verwies ein Sprecher der brasilianischen Botschaft in Indien gute Beziehung zwischen den beiden Staaten und stellte eine mögliche Unterstützung der Regierung in Aussicht. Die beiden Länder arbeiten bereits über die Vereinigung der sogenannten Brics-Staaten zusammen, zu denen Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika gehören.

Womöglich könnte am Ende aber auch gar keine Übernahme der Mehrheit an Embraers Verkehrsflugzeugsparte herauskommen, sondern ein Deal, der eine Nummer kleiner ist. Im Juni sagte Embraer-Chef Francisco Gomes Neto, man suche nicht nach einer Partnerschaft von der Größe, die man mit Boeing angestrebt hatte. «Wir denken, dass es schneller und effizienter wäre, Partnerschaften für Projekte zu haben», so Neto. Eine der möglichen Projektpartnerschaften könnte die Entwicklung eines neuen Turbopropfliegers sein.

Mehr zum Thema

Turbopropflieger Embraer EMB 120: Wird seit 2007 nicht mehr gebaut.

Embraer könnte neue Turboprop mit Partner bauen

Flugzeugbau in São José dos Campos: Embraers technisches Know-how ist begehrt.

Was der gescheiterte Deal für Embraer bedeutet

September 2010: Der damalige Aerolíneas-Präsident Mariano Recalde und Argentiniens damalige Präsidentin Cristina Fernández mit Australs erster Embraer 190.

Aerolineas Argentinas prüft Verkauf von Embraer-Jets

ticker-brasilien

Brasilien verschärft Informationspflichten bei Flugausfällen

Video

Testflug für die Autoland-Zertifizierung für den Pilatus PC-12: Die Testcrew musste nicht eingreifen.
Knopf drücken, und der Rest passiert von selbst. Pilatus zeigt erstmals, wie Autoland den PC-12 Pro sicher auf die Piste bringt. Easa und FAA haben das System nun für das Flugzeug zugelassen.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
airbus a330 200 iran air
Ausnahmen sind offenbar nicht geplant: Der US-Finanzminister kündigt an, ab Mittwoch alle Unternehmen zu sanktionieren, die mit jedweder iranischen Fluggesellschaft zusammenarbeiten. So wollen die Vereinigten Staaten die Airlines international lahmlegen.
Timo Nowack
Timo Nowack
midway atoll usfws
Die USA müssten mindestens 100 Millionen Dollar investieren, um den Flughafen des Midway Atolls betriebsbereit zu halten. Etliche Airlines und der Flugzeugbauer Boeing werben für die Investition - obwohl es so gut wie keine Starts und Landungen an dem Airport gibt.
Timo Nowack
Timo Nowack