Letzte Aktualisierung: 3:09 Uhr

Großbestellung

Iran hat Interesse am Mitsubishi Regional Jet

Der neue Mitsubishi Regional Jet MRJ legte bisher einen eher holprigen Start hin. Doch nun steht die zweite wichtige Bestellung in nur kurzer Zeit in Aussicht – im Iran.

Kurz nachdem der Mitsubishi Regional Jet MRJ einen ersten wichtigen Erfolg in Europa verbuchen konnte, haben die Japaner offenbar bereits einen nächsten Großauftrag in Aussicht. Wie der stellvertretende iranische Transportminister Asghar Fakhrieh Kashan verschiedenen nationalen Medien verriet, plant der Iran mindestens 25 Mitsubishi Regional Jet kaufen. Die Bestellung hat einen Wert nach Listenpreisen von rund 500 Millionen Dollar. Zuvor war gar von einer Order von bis zu 100 Stück die Rede gewesen.

Wie die japanische Wirtschaftszeitung Nikkei schreibt, waren die Verkäufer von Mitsubishi schon im Iran aktiv, als die Sanktionen des Westens noch bestanden. Mehrere Monate lang habe es Gespräche mit Iran Air, Iran Aseman Airlines und der Regierung gegeben. Die waren nun offenbar erfolgreich.

MRJ für Iran Aseman Airlines

Wie Politiker Fakrieh Kashan erklärt, sollen die meisten Mitsubishi Regional Jet an Iran Aseman Airlines gehen. Die Gespräche befänden sich aber noch in ihrem Anfangsstadium. Zusätzlich zu der Bestellung für Aseman seien aber auch Bestellungen des Regionalfliegers für andere iranische Fluggesellschaften möglich.

Bei Mitsubishi lief es bislang nicht ideal. Immer und immer wieder musste der japanische Flugzeugbauer Verzögerungen bei seinem Regional-Jet-Programm bekannt geben. Zuletzt teilte er letzten Dezember mit, dass die erste Auslieferung sich um ein weiteres Jahr auf 2018 verzögert.

Wende in Farnborough

Bei der Luftfahrtmesse in Farnborough Mitte Juli kam eine Wende. Die Japaner fanden den ersten Kunden in Europa. Die schwedische Leasingfirma Rockton bestellt 10 Mitsubishi Regional Jet MRJ90 fest. Gleichzeitig sicherte sie sich eine Option auf weitere 10 Exemplare.

Der Mitsubishi Regional Jet ist für Japan von nationaler Bedeutung. Neben Mitsubishi Heavy Industries (65 Prozent des Kapitals) sind weitere Industriegrößen beteiligt: Mitsubishi Corporation, Toyota Motor (je 10), Sumitomo und Mitsui (je 5 Prozent). Letztmals baute Japan in den Sechzigerjahren ein eigenes Passagierflugzeug. Die NAMC YS-11 für 64 Passagiere wurde von 1962 bis 1974 gebaut. Insgesamt wurden aber nur 182 Stück hergestellt.



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