ReiseherbstInspirierende Herbstausflüge ans Wasser

Kulturelle Entdeckungen und Ausflüge in die herbstlich verfärbte Natur nahe bei Seen, Flüssen und Quellen lassen sich in Österreich bestens verbinden.

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Wer farbenfrohe Fotomotive sucht und kulturelle Kleinode erkunden möchte, wird in Österreich vielerorts fündig. Rot und gelb präsentieren sich die Weingärten rund um die traditionsreichen Weinorte und Kellergassen in den Weinbaugebieten nahe der Donau in Niederösterreich, erkundbar auch mit Führungen. Hoch über der Feistritzschlucht in der Steiermark thront das Gartenschloss Herberstein mit dem Gironcoli-Museum. Auf dem Hemmaberg im Süden von Kärnten steht eine der ältesten Wallfahrtskirchen Österreichs. Weit- und Tiefblicke vereint ein Besuch am Hallstätter See im Salzkammergut in Oberösterreich

Durch Kellergassen und bunte Weingärten

Weingartenspaziergänge haben im Herbst einen besonderen Reiz: Das Laub der Weinstöcke präsentiert sich in herbstlich bunten Farben. Die Wetterstimmungen reichen von strahlendem Sonnenschein bis zu mystischen Nebeltagen. In Niederösterreich laden noch dazu Weinherbst-Veranstaltungen zu Verkostungen, Besuchen bei Winzer*innen und Führungen ein.

Profunde Kenner*innen sind die Traisentaler Weinbegleiter*innen. Auf vier verschiedenen Touren begleiten sie Interessierte durch das kleine Weinbaugebiet südlich der Donau. Zum Verkosten der Traisentaler Weine ist die Ahrenberger und Eichberger Kellergasse bei Sitzenberg-Reidling ein guter Platz. In der längsten ganzjährig bewirtschafteten Kellergasse Niederösterreichs hat immer zumindest ein Heuriger geöffnet.

In der Wachau begleiten die „Wachau.Hiata“ durch die charakteristischen Weinterrassen. Ihren Namen tragen sie von einer Aufgabe, die in früheren Zeiten notwendig war: Weingartenhüter*innen beschützten damals die kostbaren Trauben. Heute verbergen sich hinter den „Wachauer.Hiatan“ Persönlichkeiten wie Obstbäuer*innen, Winzer*innen, Kräuterpädagog*innen oder Hotelier*innen.

Nördlich der Donau, in der fruchtbaren Lösslandschaft am Wagram, nennen sich die zertifizierten Kellergassenführer*innen „Lössguides“. Sie führen Besucher*innen zu bestimmten Terminen und bei Voranmeldung durch verschiedene Kellergassen. Kellerführungen und Weinverkostungen ergänzen das Programm.

Zu bezaubernder Flora und überraschender Kunst

Auf einem Felssporn hoch über der Feistritzklamm erhebt sich das Gartenschloss Herberstein. Seine Geschichte reicht bis ins Mittelalter zurück. Bekannt ist das Schloss mit dem schönen Renaissance-Innenhof für seinen historischen Garten. Er ist in vier farbige Bereiche gegliedert. In Grün präsentiert sich der Garten der Harmonie. Weiß bestimmt das Bild im Garten der Vollkommenheit. Blau steht für Beständigkeit, Gelb für die Hoffnung. Plätze zum Verweilen finden Besucher*innen im Vormittags-, Mittags-, Nachmittags- und Abendgarten. Im Zentrum steht der Rosenpavillon mit dem Jungbrunnen.

Außergewöhnliche Skulpturen, verspielt und kraftvoll zugleich, zeigt das Gironcoli-Museum in einem modernisierten Tennengebäude. Bruno Gironcoli (1936–2010) zählt zu den bedeutendsten Gegenwartskünstlern Österreichs. Seine oft goldfarbenen Skulpturen schuf er aus Materialien wie Holz, Nylon, Eisen, Aluminium, Glas, Polyester und Draht.

Auf den Berg zu uralten Kirchen

Schon in früheren Jahrtausenden war der 842 Meter hohe, bewaldete Hemmaberg im südlichen Kärnten als Kraftort bekannt. Ausgrabungen legten fünf Kirchen und die zugehörigen Hospiz- und Wohnräume aus dem 5. und 6. Jahrhundert frei. Besiedelt dürfte der Berg bereits in der Jungsteinzeit gewesen sein. Seit dem Mittelalter thront auf seinem Gipfel eine Wallfahrtskirche. Der Hemmaberg zählt zu den ältesten Wallfahrtsorten in Europa und ist eine Station des 650 Kilometer langen Hemma-Pilgerweges von Kärnten über Slowenien nach Friaul in Italien.

An seiner Nordwand, unterhalb des Gipfels, liegt die Rosaliengrotte mit Kapelle und Quelle. Ihren Namen trägt die von steilen Felswänden geformte Grotte von der Heiligen Rosalia, die Gläubige einst um Schutz vor der Pest baten. Um diesen Ort der inneren Einkehr und Ruhe ranken sich zahlreiche Sagen und Legenden. Das Wasser der frei zugänglichen Quelle soll wundersame Heilkräfte besitzen und besonders wirksam gegen Augenleiden sein.

Wer sich für die Geschichte des Berges und für archäologische Funde interessiert, besucht das Archäologische Pilgermuseum am Fuße des Hemmabergs.

In Höhen und Tiefen rund um Hallstatt

Ein wahrhaft malerisches Bild zeigt sich Besucher*innen im Herbst in der UNESCO-Welterberegion Hallstatt-Dachstein / Salzkammergut. Die Wälder rund um den Hallstätter See leuchten gelb und rot. Spielt das Wetter mit, strahlt der Himmel in tiefem Blau.

Jetzt lohnt es sich besonders, auf Berggipfel zu fahren oder zu wandern. Bequem per Bahn erreichbar ist der rund 1.000 Meter hohe Salzberg, der Hallstatt überragt. Mutige spazieren das kurze Stück zum frei schwebenden Skywalk, von dem sich ein wunderschöner Blick auf den Dachstein und auf den 360 Meter tiefer liegenden Ort Hallstatt öffnet. Wer es weniger spektakulär bevorzugt, genießt auf der Terrasse des Rudolfsturms Kaffee, Kuchen und die Aussicht.

„Fernsehen“ macht am anderen Ende des Hallstätter Sees die Aussichtsplattform „5fingers“ am Krippenstein bei Obertraun möglich. Ihre fünf „Finger“ ragen 500 Meter über Grund aus der Wand. Einer der Stege ist aus Glas errichtet. Auf einem anderen bietet ein barock anmutender Bilderrahmen das perfekte Setting für ein Selfie. Ausgehend von der Bergstation der Dachstein-Krippenstein-Seilbahn dauert die Wanderung zu den „5 fingers“ 20 bis 30 Minuten.

Lohnenswert ist auch ein Abstecher in die Welt unter Tage: ins Salzbergwerk bei Hallstatt. Über eine Rutsche gelangen Interessierte ins Berginnere und auf die Spuren der 7.000 Jahre alten Geschichte des Salzabbaus im Salzkammergut.

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