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Flugboom in Asien

Gravierender Flughafenmangel

Die Luftfahrt in Asien boomt, gleichzeitig sind viele Flughäfen mit dem Ansturm überfordert. Darum dürften Hunderte neuer Airports gebaut werden.

Flugboom in Asien: Immer mehr Flughäfen werden ausgebaut oder sogar neu gebaut.

Egal ob China, Indonesien oder die Philippinen – die schnell wachsende Mittelklasse gibt ihr Geld verstärkt für Flugtickets aus und befördert die Tourismus- und Luftfahrtbranche. Immer neue Airlines schießen aus dem Boden, neue Routen werden bedient. Das hat aber auch Schattenseiten: Gigantische Warteschlangen an der Passkontrolle und den Sicherheitschecks, überfüllte Gepäckkarusselle und häufige Verspätungen gehören zum Alltag.

«In den nächsten zehn Jahren werden mehr als 350 neue Flughäfen in Asien und dem Pazifikraum gebaut werden mit einem Investitionsvolumen von mehr als 100 Milliarden Dollar», ist sich Chris De Lavigne von der Beratungsfirma Frost & Sullivan Asia Pacific sicher. «Allein in China werden mehr als 100 Flughäfen gebaut, in Indien 60 und Indonesien wird bald nachziehen müssen.»

Immer mehr Touristen in Asien-Pazifik

Vergrößerungen bestehender Airports könnten noch einmal 25 Milliarden Dollar zusätzlich kosten. Allein im vergangenen Jahr stiegen die Touristenzahlen in der Region Asien-Pazifik um sechs Prozenti auf 248 Millionen. Laut dem internationalen Dachverband der Flughafenbetreiber ACI werden allene in Indonesien innerhalb der nächsten fünf Jahre 62 neue Flughäfen gebaut. Der Airport Soekarno-Hatta in Jakarta hat im vergangenen Jahr seine Kapazität auf 60 Millionen Passagiere gesteigert – dreimal so viel, wie ursprünglich geplant.

Andere Airports ziehen nach: Kuala Lumpur will seine Kapazität bis 2020 auf 100 Millionen verdoppeln, Hongkong will bis 2030 97 Millionen Menschen abfertigen können und in Peking wird ein neuer Flughafen für 11 Milliarden Dollar gebaut. Er soll 2018 eröffnet werden und 40 Millionen Passagiere abfertigen können – zusätzlich zu den jetzt bereits 80 Millionen. Sogar Singapurs Changi Airport – der immer wieder als der beste der Welt ausgezeichnet wurde – will 2017 ein neues Terminal einweihen und so die Kapazität auf 82 Millionen Passagiere im Jahr steigern, von bisher 54 Millionen. Und es gibt bereits Pläne für ein weiteres Terminal.

Airports platzen aus allen Nähten

Die plötzliche Bauaktivität hat einen simplen Grund: Jahrelang hätten viele Regierungen das Wachstum in der Luftfahrt schlichtweg verschlafen, sagt Shukor Yusof, Analyst bei Endau Analytics. «Das ist der Grund, warum viele Airports derzeit aus allen Nähten platzen. » Dabei geht es nicht nur um die Großflughäfen der Metropolen. Neue Airports entstehen zunehmend auch in kleineren Städten, die das Potenzial haben, sich zu Drehkreuzen zu entwickeln.

Das beste Beispiel ist dafür der indonesische Flughafen Medan, der erst im Juli letzten Jahres eröffnet wurde, aber bereits ein Drehkreuz für Flüge nach Malaysia, Thailand, Burma, Indien und China geworden ist. Der Flughafen ist derzeit für acht Millionen Passagiere ausgelegt. «Bis 2025 wird sich diese Zahl wohl verdreifacht haben», ist sich Analyst De Lavigne sicher.

Shoppen statt fliegen

Und es gibt einen weiteren Trend: Flughäfen richten sich zunehmend nicht nur an Reisende, es gibt einen Trend zu «Aeroparks und Aerotropolises» wo Lifestyle-Geschäfte und Restaurants zunehmend Shopper anlocken.



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