Hund Jack: Hatte alle Papiere korrekt ausgefüllt.

EU-Verordnung 261Hund erhält finanzielle Entschädigung für Flugausfall

Wenn ein Flug ausfällt, haben Passagiere laut EU-Gesetz unter bestimmten Bedingungen Anspruch auf Entschädigung. Dass die Reisenden menschlich sein müssen, steht nirgendwo- wie sich jetzt erstmals zeigte.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Principal Engineer - Flight Physics Simulation

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
aaa aviation academy austria logo

ATO Training Expert (m/f/d)

Aviation Academy Austria
Vollzeit
Neusiedl am See
Top jobs
Österreich
Feste Anstellung
Flugschule
Pilatus Logo

Head of Mechanical Final Assembly PC-12 (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugmechaniker Experimental Shop (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller

Jesper Rungholm ist sauer. Und irgendwie kann er selbst noch nicht ganz glauben, was da passiert ist. «Es ist wirklich kein Witz», versichert der MD-80-Kapitän und Chef der dänischen Charterairline DAT Danish Air Transport aeroTELEGRAPH.

Es begann alles am 14. Januar mit technischen Problemen vor einem Morgenflug auf der Strecke von Palermo nach Lampedusa. Er konnte deshalb nicht durchgeführt werden. Und weil es sich um eine Annullierung aufgrund einer technischen Panne handelte, erklärt Rungholm, hätten die Passagiere Anspruch auf Entschädigung.

Jack wurde juristisch vertreten

Einer dieser Passagiere war Jack. Alle Dokumente waren korrekt ausgefüllt und er wurde auch rechtlich von einem Anwalt vertreten. Doch eine Unterschrift von Jack selbst gab es auf den Forderungsschreiben nicht. Denn Jack ist ein Hund – und damit der erste Hund, der Entschädigung gemäß der EU-Verordnung 261 erhält. 250 Euro muss die Airline ihm zahlen. Der Hund war in der Kabine unterwegs, sein Ticket hatte 27 Euro gekostet.

DAT-Chef Rungholm erklärt, warum der Hund Anspruch auf die Entschädigung hat. Die Fluggastrechte-Verordnung 261 der Europäischen Union regelt, wann Airlines verpflichtet sind, Passagieren eine Entschädigung für einen verspäteten oder ausgefallenen Flug zu zahlen. «In ihr steht, dass ein Passagier ist, wer die entsprechenden Reisedokumente besitzt.» Hunde müssten an Bord ebenso solche Dokumente mitführen. «Dass es sich beim Passagier um einen Menschen handeln muss, steht nirgends», so der Manager.

Zahlungen können den Ruin bedeuten

DAT zahlt also – aber nicht, ohne dass der Chef sich aufregt. «EU 261 ist ein Desaster», schimpft Rungholm. «Eine Revision ist dringend nötig.» Das sieht auch Montserrat Barriga so, Direktorin des Verbands European Regions Airline Association: «Das ist ein weiterer Beweis für die Gier einiger, die sich nachteilig auf die Arbeit der Fluggesellschaften auswirkt.»

Dass die Entschädigungszahlungen Airlines das Genick brechen können, zeigte sich unter anderem im Jahr 2018. Das Management der inzwischen aufgelösten Small Planet Airlines nannte unerwartet hohe Entschädigungszahlungen in Folge des Verspätungssommers als einen Grund, warum man das Handtuch werfen musste. Auch Rungholm nennt die Zahlungen ein «ernsthaftes Risiko».

«Kein Hundefutter»

Ganz ohne ein bisschen Galgenhumor kann er die Sache aber dann doch nicht betrachten. Die EU-Verordnung regele auch klar, dass man sich bei Problemen um die Passagiere kümmern müsse. «Ich warte jetzt auf die Beschwerde, dass wir in der Wartezeit kein Hundefutter oder die falsche Schüssel für Wasser zur Verfügung gestellt haben.»

Mehr zum Thema

Airbus A319 von Lufthansa: Bald in Graz und Salzburg.

Lufthansa schafft sich eine kleine Reserveairline

Scoot dockt ab Ende Oktober auch in Taipeh an und will vom Lowcost-Boom in Taiwan profitieren.

Monsterverspätung verärgert Scoot-Passagiere

Anflug auf Tel Aviv: Ausländische Fluglinien sind unzufrieden.

Ausländische Airlines drohen Israel mit langem Flugstopp

Die Queen 2015: Sie für Fluglärm zu kompensieren, könnte teuer werden.

Muss Heathrow der Queen Millionen zahlen?

Video

Bangkok Suvarnabhumi aus der Luft: Der Flughafen soll seine Kapazität verdoppeln.
Der Flughafen Bangkok-Suvarnabhumi soll künftig 120 Millionen Fluggäste pro Jahr abfertigen, doppelt so viele wie heute. Dafür sind ein neues Südterminal und eine vierte Piste geplant. Und schon zuvor soll es eine Erweiterung geben.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Bildschirmfoto 2026-11-04 um 125453
Ein Learjet 60 stürzte fast senkrecht auf eine Straße in Florida, neun Menschen starben. Jetzt wurden Teile des Höhenruders gefunden - bis zu 6,1 Kilometer vom Wrack entfernt.
Laura Frommberg
Laura Frommberg
learjet absturz florida 01
Die US-Unfalluntersuchungsbehörde NTSB hat sich zum tödlichen Absturz des Bombardier Learjet 60 in Florida geäußert. Das sind die Erkenntnisse über die letzten Minuten des Unglücksfluges, der in ein Wohngebiet stürzte.
Timo Nowack
Timo Nowack