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Das will die Schweizer Germania

Ende März startet die neue Schweizer Airline Germania Flug mit ihrer Marke Holidayjet. aeroTELEGRAPH sprach mit Aufsichtsratspräsident Urs Pelizzoni über die Pläne.

Am 26. März geht es los. Zum ersten Mal hebt dann eine Maschine der Schweizer Fluglinie Germania Flug ab. Von Zürich geht es ins türkische Antalya. Die neue Airline besitzt eine Flotte von zwei Airbus A319. Damit fliegt sie vorerst für den Schweizer Reiseanbieter Hotelplan Suisse an Badedestinationen am Mittelmeer – unter dem Markennamen Holidayjet und mit einer dafür speziell entwickelten Bemalung (siehe Bildergalerie oben) – und für den Reiseanbieter Air Prishtina auf den Balkan.

Germania Flug arbeitet eng mit Germania zusammen. So wird der Flugbetrieb aus Berlin gesteuert und dort werden auch die Maschinen gewartet. Die deutsche Fluggesellschaft ist auch an Germania Flug beteiligt, ist aber Minderheitsaktionärin. Der Rest der Aktien liegt bei Privatinvestoren. aeroTELEGRAPH unterhielt sich mit Aufsichtsratspräsident Urs Pelizzoni über den Start und Ausbaupläne von Germania Flug.

In fünf Wochen geht es los. Sind sie auf den Start von Germania Flug hin nervös?
Urs Pelizzoni: Alle unsere Leute haben in den letzten Wochen und Monaten viel gearbeitet. Die Anspannung ist groß. Nervös sind wir aber nicht. Wir freuen uns sicherlich alle, wenn es dann wirklich losgeht. Darauf hin haben wir gearbeitet.

Boshaft gesagt: Warum braucht es eigentlich überhaupt noch eine Germania Flug?
Wir sind ein kommerzielles Unternehmen. Wir haben eine Marktnische gesehen und die nehmen wir wahr. So einfach ist das.

Das Chartergeschäft ist aber risikoreich. Die Schweizer Anbieterin Hello beispielsweise ging 2012 pleite…
Bei uns sind wir alle entweder Flugprofis oder knallharte Rechner. Wir haben auf den Start hin alles präzise durchgerechnet. Und wir sehen: Das geht auf. Uns hilft natürlich der enorme Erfahrungsschatz der Partnerin Germania. Den können wir anzapfen.

Wie eng ist denn die Zusammenarbeit mit Germania?
Germania Flug ist eine eigenständige Gesellschaft, wir sind keine Tochter von Germania. Wir haben das Recht, das Produkt Germania ab der Schweiz zu benutzen. In allen komplexen Gebieten arbeiten wir aber natürlich mit Germania zusammen – da sparen wir viel. Zudem können wir auch im Tagesgeschäft zusammenarbeiten. Wenn wir eine Anfrage für einen Charterauftrag bekommen, schauen wir gemeinsam, wie wir das beste Angebot erstellen können, das sich rechnet.

Wie wollen Sie sich mit Germania Flug beziehungsweise ihre Zweitmarke Holidayjet profilieren?
Wir profilieren uns ganz klar als Germania. Wir sprechen zwar intern vom roten und vom grünen Flieger – also dem mit der roten Holidayjet-Bemalung und dem mit der grünen Germania-Lackierung. Aber an Bord wird alles Germania-Standard haben – egal mit welchem Flugzeug Sie nun fliegen. Unsere Kunden reagieren bislang sehr gut auf unser Angebot. Die Flüge werden ja schon verkauft.

Und was heißt das für den Passagier an Bord – eher Ryanair oder Emirates?
Bei Germania ist man beim Gepäck und äußerst flexibel. An Bord gibt es bei uns immer etwas zu essen. Softdrinks sind gratis, Snacks auch. Wenn der Flug mehr als 2:45 Stunden dauert, gibt es gar eine richtige Mahlzeit. Auf dem Weg in den Urlaub wird es dann mehr mediterran sein, auf dem Rückweg eher schweizerisch.

Warum wählten Sie den Airbus A319 als Flugzeug?
Wir haben unsere Flotte auf die Bedürfnisse unserer Kunden Hotelplan Suisse und Air Prishtina ausgerichtet. Der A319 hat momentan die richtige Größe und macht unser Geschäftsmodell profitabel. Zudem ist er einfach gut und erprobt.

Woher warben Sie ihre Mitarbeiter ab?
Die kommen von überall. Da sind Schweizer, aber auch Menschen aus dem restlichen Europa. Was uns sicher half, sind die Turbulenzen bei der Schweizer Air-Berlin-Tochter Belair. Die dort angekündigten Änderungskündigungen mit schlechteren Konditionen verleiteten viele, sich bei uns zu bewerben. Es gibt aber auch Schweizer Germania-Mitarbeiter, die nun aus Deutschland zurückkehrten, weil wir hier starteten. Wir bieten schweizerische Arbeitsbedingungen und Konditionen. Das ist für viele lukrativ. Wir hatten kein Problem, Leute zu finden.

Und denken Sie schon über einen Ausbau nach?
Pläne haben wir noch keine. Wir wollen nun zuerst zeigen, was wir können. und uns beweisen. Wenn wir im November sehen, dass wir ein solides Fundament haben, können wir darüber nachdenken, auszubauen. Was für uns sicher interessant ist, sind Ad-hoc-Charterflüge für Firmen oder Sportvereine.

Sehen Sie in der oben stehenden Bildergalerie die ersten Bilder des neuen Flugzeugs von Germania Flug.



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