Zusammen mit Ihrem Kollegen Dietrich Küchemann, entwickelte Johanna Weber die Flügelform für die Concorde

Johanna Weber ist totDie Frau, die die Concorde formte

Die deutsche Aerodynamikerin Johanna Weber arbeitete maßgeblich an der Concorde mit. Nun verstarb die scheue Wissenschaftlerin, die sich in einer Männerdomäne durchsetzte.

Top-Jobs

DERTOUR Logo

Virtuelle Reisebetreuung (m/w/d)

Reiseveranstalter
DERTOUR Destination Services AG
Home Office
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

CAMO Engineer f/m/d (full time) in Vienna (Austria)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
DERTOUR Logo

Reiseleiter (m/w/d)

Reiseveranstalter
DERTOUR Destination Services AG
Griechenland
Spanien
Portugal
Top jobs
logo aerotelegraph rund

Journalist:in Militärluftfahrt und Verteidigung

Medien
aeroTELEGRAPH
Top jobs
Home Office

Die Frage, ob sie einen wissenschaftlichen Beruf erlernen dürfen, stellt sich für Frauen in unseren Teilen der Welt heutzutage kaum noch. Den Weg ebneten ihnen mutige Frauen, die sich durch ihr Geschlecht nicht daran hindern ließen zu tun, was immer sie wollten. Eine dieser Frauen war die deutsche Wissenschaftlerin Johanna Weber. Und ihrem Mut und Willen verdankt auch die Luftfahrt viel.

Geboren 1910 in einfachen Verhältnissen in Düsseldorf, studierte sie an den Universitäten Köln und Göttingen Chemie und Mathematik. Kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges schloss sie ihre Studien ab und nahm eine Stelle bei der deutschen Krupp-Gruppe an. 1939 wechselte sie zur Aerodynamischen Versuchsanstalt, wo sie den Physiker Dietrich Küchemann kennenlernte, mit dem sie für den Rest ihrer Karriere zusammenarbeiten sollte.

Die schüchterne Wissenschaftlerin

Anders als manch andere Frauen in Männerdomänen, kämpfte Weber nicht lautstark dafür ihren Weg verfolgen zu können. Die scheue Wissenschaftlerin und ihr Arbeitskollege Küchemann ergänzten sich perfekt. Er unterrichtete gern, während sie sich in den gemeinsamen Studien verkriechen konnte. In einem Interview im Jahr 2000 beschrieb sie die berufliche Beziehung der beiden wie folgt: «Als schüchterner Mensch wollte ich keine Lesungen geben. So tat er das, er war anders als ich, er mochte Mathematik nicht so sehr.»

Nach Ende des Krieges wechselte Weber gemeinsam mit Küchemann an das Royal Aircraft Establishment Institut nach Farnborough, wo Sie maßgeblich an der Entwicklung der sogenannten Pfeilflügel für Unterschallgeschwindigkeiten und die schlanken Flügel für Überschallgeschwindigkeiten mitarbeitete. 1959 kam sie ins Entwicklerteam der Condorde. Sie und Küchemann waren somit entscheidend beteiligt daran, dass Air France und British Airways die Strecken zwischen Europa und Amerika später in Überschallgeschwindigkeit anbieten konnten.

Mutiger Versuch mit mässigem Erfolg

Das weltweit erste Passagierflugzeug, das Überschallgeschwindigkeit in regelmässigem Einsatz erreichte, hatte 1976 seinen Jungfernflug und flog die Strecke von Paris nach New York in 3,5 Stunden. Die Concorde war damit doppelt so schnell wie normale Flugzeuge. Doch die hohen Betriebskosten und die Ölkrise Anfang der Siebzigerjahre bedeuteten ein frühes Ende für die Produktion der Concorde. Gleich 16 Airlines, darunter auch die Lufthansa, stornierten zu dieser Zeit ihre Bestellungen.

Die einzigen Abnehmer waren die Airlines der Länder, in denen das Flugzeug entwickelt wurde: Air France und British Airways. Nach dem Unglück des Air-France-Fluges AF4590 mit 109 Toten im Jahr 2000 stellte zunächst die französische Airline den Betrieb der Concorde ein. Drei Jahre später beendete auch British Airways die Ära der zivilen Überschallluftfahrt. Am 28. November 2003 flog das die Concorde zum letzten Mal von London Heathrow in das Luftfahrt-Museum in Filton.

Weber wollte nie mehr etwas mit Flugzeugen zu tun haben

Nach der Entwicklung der aerodynamischen Flügel für die Concorde, sollten Johanna Weber und Dietrich Küchemann noch den Rest ihrer beruflichen Laufbahn zusammen verbringen und wichtige Publikationen im Bereich der Aerodynamik und Aviatik veröffentlichen. Ab 1953 lebten die beiden als Nachbarn im englischen Wrecclesham. Sie entwickelten auch halbmondförmige Flügel, die ursprünglich für Kriegsflugzeuge eingesetzt, später aber für zivile Maschinen adaptiert wurden und die Basis für den Airbus A310 waren.

1975 trat Weber in den Ruhestand, gab aber noch Kurse in Geologie und Psychologie an der Universität Surrey. Sie weigerte sich, jemals wieder etwas mit Flugzeugen zu tun zu haben. Im November 2014 verstarb die grosse Wissenschaftlerin in ihrer Wahlheimat England.

Mehr zum Thema

Embraer E190 von British Airways: Reisende mussten am 4. Januar acht Stunden in Amsterdam in dem Flugzeug ausharren.

Reisende müssen acht Stunden in einer Embraer E190 ausharren - am Boden

ticker-british-airways

British Airways erweitert Sommerangebot um drei Ziele

Zwei Airbus-Maschine von British Airways in Heathrow: Die Regierung hat sich für den Entwurf mit einer 3500 Meter langen Piste entschieden.

Der Flughafen London-Heathrow bekommt die längere dritte Piste - inklusive Autobahn-Verlegung

Blick aus dem Fenster eines Airbus A380 von British Airways: Die Fluggäste erlebten eine kleine Odyssee.

Zwei Airbus A321 statt ein A380: British Airways holt Reisende auf Umweg zurück aus Johannesburg

Video

Das Doomsday Plane bei der Landung in Los Angeles. Rarer Vogel.
In Los Angeles tauchte erstmals seit Langem wieder eine Boeing E-4B öffentlich auf. Während der Ersatz für die Weltuntergangsflugzeuge der USA bereits entsteht, absolvierte der alternde fliegende Kommandoposten einen ungewöhnlichen Rundflug über das Land.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
alaska airlines
Die amerikanische Fluggesellschaft ist Boeing-Kundin durch und durch. Das zeigte sie bisher auch auf jedem ihrer Flugzeuge - mit der Aufschrift Proudly All Boeing. Nun hat Alaska Airlines ihren Slogan angepasst.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
alaska airlines 1282 ntsb boeing 737 max 9
Obwohl im Flug ein Loch im Rumpf einer Boeing 737 Max 9 von Alaska Airlines klaffte, landete die Crew das Flugzeug im Januar 2024 sicher. Jetzt klagt der Kapitän gegen den Flugzeughersteller.
Timo Nowack
Timo Nowack