Ob zur Überwachung von Waldbränden, zum Grenzschutz oder dem Transport medizinischer Notfälle: Special-Mission-Flugzeuge sind vielseitig einsetzbar. Fast alle führenden Flugzeughersteller bieten Modelle für militärische, behördliche und humanitäre Aufgaben an. Textron Aviation deckt dieses Segment mit einer breiten Palette ab, Pilatus bietet verschiedene Ausstattungsoptionen für den PC-12.
Und auch Diamond Aircraft aus Österreich hat ein solches Flugzeug im Programm. 2018 haben die Österreicher die erste DA62 MPP, was für die Multi Purpose Platform steht, zum ersten Mal ausgeliefert. Das Flugzeug basiert auf der DA62 und ist für vielseitige Einsatzzwecke konzipiert, darunter Überwachung, Aufklärung, Brandbekämpfung, Such- und Rettungseinsätze, Umweltüberwachung sowie die Erfassung geografischer Daten.
Diamond DA62 MPP hat jetzt Breitband-Internet
Der Hersteller mit Sitz nahe Wien hat nun bekannt gegeben, welche Änderungen er im vergangenen Jahr an der DA62 MPP vorgenommen hat und was 2026 noch geplant ist. Seit 2025 darf das Flugzeug mit einer um 60 Kilogramm höheren maximalen Startmasse abheben. Betreiber können so mehr Ausrüstung, Sensoren oder Treibstoff mitnehmen. Zudem ist die DA62 MPP nun FIKI-zertifiziert, was für Flight Into Known Icing steht, und berechtigt, gezielt in Gebiete mit bekannten Vereisungsbedingungen zu fliegen.
Ein neuer Diversity-Transponder verbessert die Ortung und Kommunikation mit Bodenstationen und Satelliten, besonders in abgelegenen Gebieten oder bei Tieftflügen. Zudem ermöglicht Starlink Mini ein stabiles Hochgeschwindigkeits-Internet während des Flugs, was Echtzeit-Datenübertragung, Telefonie und Cloud-Nutzung zu niedrigeren Kosten als herkömmliche Systeme erlaubt. Der Einsatz von Starlink wurde monatelang getestet.
2026 arbeiten die Österreicher an der Aerodynamik
In diesem Jahr optimiert Diamond Aircraft die Aerodynamik seines Multimissionsflugzeugs. Die Blos-Radomkuppel eine durchsichtige Schutzhaube für Antennen oder Sensoren erhält ein neues Design das den Luftwiderstand verringert und so die Leistung des Beyond-Line-of-Sight-Kommunikationssystems steigert. Eine in das Garmin G1000 MFD integrierte Heckkamera verbessert zudem das Situationsbewusstsein der Besatzung in komplexen Einsatzumgebungen.
DA62 MPP mit Kameratechnik. Diamond Aircraft
Zudem wird in Österreich die Zertifizierung für nicht-augensichere Lasersysteme vorangetrieben. Bisher waren nur Laser mit begrenzter Leistung zugelassen, die keine Gefahr für die Augen darstellen. Künftig sollen auch hochleistungsfähige Laser eingesetzt werden dürfen – etwa für präzise Kartierung oder Zielmarkierung. Dafür sind jedoch zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen erforderlich, um Risiken auszuschließen.
Bessere Möglichkeiten für 3D-Scans
Außerdem entwickelt Diamond Aircraft eine modulare Montagestruktur, die es ermöglicht, je nach Mission unterschiedliche Nutzlasten flexibel zu integrieren. Dazu zählen etwa Lidar-Systeme für Geländescans oder Ausrüstung für Such- und Rettungseinsätze. Lidar ist wie ein 3D-Scanner für die Erde.
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