Frachtgeschäft von Qantas: Besonders stark betroffen.

UntersuchungsberichtGangmitglieder haben Qantas infiltriert

Drogenschmuggel, sexuelle Ausbeutung von Kindern, Terror: Eine Untersuchung von Strafermittlern deckte auf, dass rund 150 Angestellte von Qantas Beziehungen zur Organisierten Kriminalität haben.

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Die Operation bekam den Decknamen Brunello. Mit edlem italienischen Wein hat sie aber nichts gemein. Die australische Strafverfolgungsbehörde Australian Criminal Intelligence Commission hat unter der internen Bezeichnung über viele Monate das Personal von Qantas genauer unter die Lupe genommen. Sie ermittelte vor Ort, hörte Telefone ab, analysierte Daten und ließ sich von Informanten informieren.

Das Resultat der Ermittlungen wurde vergangenen Sommer in einem Bericht zusammengefasst, aber erst jetzt durch die Zeitung Sydney Morning Herald öffentlich gemacht. Bis zu 150 Angestellte und Auftragnehmer von Qantas hätten Verbindungen zur Organisierten Kriminalität, heißt es darin. Sie stellten eine Schwachstelle in Bezug auf «Sicherheit von Lieferketten und kritischer Infrastruktur» dar und seien in der Lage, der «erheblichen Schaden» zu verursachen.

Verbindungen zu sexueller Ausbeutung von Kindern

Die Vorwürfe sind happig. Ein Mitarbeiter von Qantas ist gemäß dem Bericht der Strafverfolgungsbehörde Mitglied der Comanchero-Motorradgang, die mit dem internationalen Drogenkartellchef Hakan Ayik in Verbindung steht. Er arbeitet demnach in einer mittleren Führungsposition für die Fluggesellschaft am Flughafen Sydney. Vieles deute darauf hin, dass er Kriminelle rekrutiert hat, um im Drogenschmuggel mitzumischen.

Auch weiteres Personal mischt offenbar in großem Ausmaß beim Drogenschmuggel mit. Dabei soll es um Ware im Wert von Milliarden von Dollar gehen. Fünf Mitarbeiter wurden entdeckt, die dem islamistischen Terrornetzwerk Daesh nahe stehen. Und sieben Qantas-Angestellte haben Verbindungen zu sexueller Ausbeutung von Kindern. Besonders betroffen vom Kriminalitätsproblem sind die Abteilungen Fracht und Bodenabfertigung.

Qantas zeigt sich überrascht

Der Brunello-Bericht hat nicht nur Gesetzes- und Kontrolllücken aufgedeckt, die es der Organisierten Kriminalität, ermöglichen, sich bei Qantas auszubreiten. Auch bei der Fluggesellschaft gebe es Mängel, heißt es gemäß Sydney Morning Herald. Durch strengere Prozesse bei der Einstellung könne man verhindern, dass sich Verbrechergruppen ausbreiten. Dazu gehören Drogentests, angepasste Einstellungspraktiken und die Überprüfung von Vorstrafen.

Qantas erklärt, man sei von keiner Strafverfolgungsbehörden über die Existenz des Berichts informiert worden. Auch seien keine Bedenken bezüglich der Überprüfungs- oder Hintergrundprüfungsprozesse geäußert worden. «Wenn Bedenken in Bezug auf einen unserer Mitarbeiter geäußert werden, werden wir deren Untersuchung aktiv unterstützen und entsprechende Maßnahmen ergreifen», so Sicherheitschef Luke Bramah.

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