Flieger von El Al: Diskriminiert die Airline?

Ultraorthodoxe gegen FrauenFrau verklagt El Al wegen Diskriminierung

El Al hat immer wieder Probleme mit ultraorthodoxen Passagieren, die nicht neben Frauen sitzen wollen. Nun hat die Airline deshalb eine Klage am Hals.

Top-Jobs

sunny cars

Customer Service Expert (m/w/d)

München / Remote
Feste Anstellung
Autovermietung
Sunny Cars
Deutschland
30 - 40 Stunden
Top jobs
IFFD Flugdienste

Piloten/ First Officer (m/w/d)

IFFD GmbH
Graz/Klagenfurt
Feste Anstellung
NCC-Betrieb
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

Flight Operations Officer in Vienna (Austria)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

First Officer Embraer 550 / Legacy 500 (m/f)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs

Das Problem schwelt schon lange vor sich hin. Immer wieder kommt es bei der israelischen Nationalairline El Al zu Vor- oder Zwischenfällen, in die ultraorthodoxe Juden, so genannte Haredi, involviert sind. Ihnen ist es unter anderem untersagt, neben Frauen zu sitzen. Das sorgt immer wieder für Verspätungen, weil die Passagiere umgesetzt werden müssen. Für die involvierten Frauen kann so eine Situation ziemlich unangenehm werden. Eine von ihnen wollte so einen Vorfall nun nicht auf sich sitzen lassen. Die 81-jährige Renee Rabinowitz verklagt die Fluggesellschaft wegen Diskriminierung.

Als Rabinowitz im Dezember mit El Al von New York nach Tel Aviv flog, kam plötzlich ein Flugbegleiter zu ihr und bot ihr einen «besseren Platz» an. Das Problem: Da saßen mehrere sehr laut redende Frauen. Die Frau dachte sich, dass das nicht sein kann. Sie fragte den Flugbegleiter warum er sie wirklich umgesetzt hatte. Die Antwort: Ihr Sitznachbar wollte nicht neben einer Frau sitzen. Die Professorin ließ das nicht einfach auf sich sitzen. Rabinowitz sprach den nicht-mehr-Sitznachbar an und fragte, was das Problem sei. Die Torah verbiete es ihm, neben einer Frau zu sitzen, so die Antwort.

Klage wegen Diskriminierung

Der Vorfall ist einer von vielen. Immer wieder beschweren sich Frauen darüber, wie sie auf Flügen der israelischen Nationalairline behandelt werden. Rabinowitz wollte das nun nicht auf sich sitzen lassen. Die 81-Jährige verklagt El Al. Dabei hilft ihr das Israel Religious Action Center (IRAC). Die Rechtshilfe- und Lobbyorganisation des Reformjudentums beschäftigt sich schon seit Jahren mit dem Thema. Das Problem: Bisher fehlte der Beweis, dass die Airline die durch die Religion bedingte Diskriminierung unterstützt.

Der Fall von Rabinowitz ändert das. «Jetzt können wir beweisen, dass es bei El Al üblich ist, die Forderung der Haredi zu befolgen, nicht neben einer Frau sitzen zu wollen», so Anat Hoffman, Chefin der IRAC. Die Airline erklärt eigentlich, dass man alle Passagiere gleich behandle. Die Erfahrung von Rabinowitz soll nun beweisen, dass das nicht der Fall ist. Die Frau selbst fasst es so zusammen: «Hier bin ich, 81 Jahre alt. Ich habe die Welt bereist und plötzlich sagt mir irgendein Mann, wo ich sitzen kann.»

Änderung muss kommen

Allein das sei nichts anderes als Diskriminierung. Und El Al müsse damit aufhören. Was aus der Klage wird, ist offen. Aber dass El Al  etwas unternehmen muss, ist klar. Immer wieder kommt es zu Vorfällen wie dem von Rabinowitz. Und wenn El Al sich nicht langsam darauf einstellt, wird die Airline nach und nach alle gut zahlenden weiblichen Passagiere verlieren.

Mehr zum Thema

ticker-el-al-neu2

El Al baut Rückholflüge aus Fernost deutlich aus

ticker-el-al-neu2

Rückholflug von El Al muss wegen Raketenalarm Warteschleife fliegen

ticker-el-al-neu2

El Al bringt gestrandete Passagiere nach Israel zurück

ticker-el-al-neu2

Gewinn von El Al sinkt trotz hoher Auslastung

Video

König Willem-Alexander bei seinem letzten Flug mit einer Boeing 737: Er lässt sich nochmals umschulen.
Fußballfans, Familien auf dem Weg nach Lappland oder Urlauber nach Ibiza: Viele Passagiere ahnten nicht, dass ihr Kopilot der König der Niederlande war. Jetzt flog Willem-Alexander letztmals mit einer Boeing 737 von KLM - und beginnt nun die Umschulung auf Airbus.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
amboseli airstrip under water
Ein Video aus dem Amboseli-Nationalpark in Kenia scheint einen See zu zeigen. Aber nein: Es ist die Start- und Landebahn des Park-Airports. Sie ist vollständig im Wasser verschwunden.
Timo Nowack
Timo Nowack
air canada bridgetown umkehr
Am Flughafen Bridgetown ging auf einmal gar nichts mehr. Flüge von Air Canada und Jetblue mussten auf dem Weg zum internationalen Flughafen von Barbados plötzlich umkehren. Grund war ein spontaner Streik.
Timo Nowack
Timo Nowack