Airport Pulkovo: Bald ohne deutsche Beteiligung.

RusslandMysteriöses Unternehmen aus Nahost kauft Fraport-Anteil am Flughafen St. Petersburg

Lange war die Frage offen, was Fraport mit der Beteiligung am Airport St. Petersburg macht. Jetzt verkauft sie ihren Anteil - an eine Firma, über die kaum etwas bekannt ist.

Top-Jobs

sunny cars

Customer Service Expert (m/w/d)

München / Remote
Feste Anstellung
Autovermietung
Sunny Cars
Deutschland
30 - 40 Stunden
Top jobs
IFFD Flugdienste

Piloten/ First Officer (m/w/d)

IFFD GmbH
Graz/Klagenfurt
Feste Anstellung
NCC-Betrieb
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

Flight Operations Officer in Vienna (Austria)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

First Officer Embraer 550 / Legacy 500 (m/f)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs

25 Prozent hält die Frankfurter Flughafenbetreiberin Fraport am Flughafen Pulkovo im russischen St. Petersburg. Seit kurz nach dem Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine 2022 ließ Fraport die Geschäftsaktivitäten an dem Airport allerdings ruhen.

Im Sommer 2023 sagte Fraport-Chef Stefan Schulte zu der komplizierten Angelegenheit: «Wir prüfen fortlaufend mögliche Handlungsoptionen, können unsere ruhende Minderheitsbeteiligung aber aufgrund der bestehenden Verträge nicht einfach aufgeben.» Doch er gab zu bedenken: «Sollten wir also vertragsbrüchig werden und unsere Beteiligung ohne Rücksicht auf die Folgen und Erfolgsaussichten einseitig aufkündigen? Das würde bedeuten, wir überlassen unsere Vermögenswerte dem Aggressor Russland.»

«Kurz vor dem Vollzug»

Ende 2023 erließ die russische Regierung ein Dekret, um ausländischen Anteilseignern die Stimmrechte zu nehmen - eine faktische Entmachtung. Am Donnerstag (5. Dezember 2024) teilt Fraport nun mit, dass sie ihr «Engagement am Flughafen Pulkovo» beendet.

«Die Fraport AG steht kurz vor dem Vollzug der Veräußerung ihrer Beteiligung am Flughafen Pulkovo in St. Petersburg», so Fraport. «Ein entsprechender Anteilskauf- und Übertragungsvertrag wurde abgeschlossen.» Der Vollzug der erfordere lediglich noch die Eintragung der Beteiligungsveränderung im russischen Gesellschaftsregister.

Käufer aus dem Nahen Osten

Der Abschluss der Transaktion wird laut Fraport in den nächsten Tagen erwartet. «Mit dem Vollzug dieser Transaktion beenden wir unser Engagement in Russland», so Chef Schulte.  Sein Unternehmen erklärt weiter: «Fraport verkauft ihre gesamte Beteiligung an der Holding VVSS Limited Liability Company in Höhe von 25 Prozent an Orbit Aviation LLC, einen Investor aus dem Nahen Osten.» Im Rahmen eines strukturierten Transaktionsprozesses habe man den Käufer ausgewählt, so der deutsche Konzern.

Weitere Informationen zum Käufer machte Fraport nicht, erklärte aber, alle Genehmigungsprozesse und Verfahren seien erfolgreich durchlaufen und abgeschlossen.

Mittlerer zweistelliger Millionen-Betrag

Interfax hatte schon im Oktober gemeldet: «Putin genehmigt den Verkauf von 25 Prozent der Anteile der deutschen Fraport am Flughafen Pulkovo an Orbit Aviation LLC». Details zum Unternehmen kannte auch die russische Nachrichtenagentur nicht: Informationen über Orbit Aviation LLC seien in der Regierungsmitteilung nicht enthalten, so Interfax.

Fraport erklärt nun, aus dem Verkauf werde «ein positiver Effekt im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich erwartet, der sich reduzierend auf die Netto-Finanzschulden des Konzerns auswirken wird». Aufgrund der Sanktionslage hatte Fraport das Russlandgeschäft bereits im zweiten Quartal 2022 vollständig abgeschrieben.

Eigentlich waren 30 Jahre geplant

Die Konzession für den Betrieb des Flughafens Pulkovo hatte einst am 29. April 2010 begonnen. Eigentlich mit einer vertraglichen Laufzeit von 30 Jahren.

Mehr zum Thema

Fraport-Chef äußert sich zur Beteiligung am Flughafen St. Petersburg

Fraport-Chef äußert sich zur Beteiligung am Flughafen St. Petersburg

Airport St. Petersburg: Die Regierung übernimmt die Führung.

Putin entmachtet Fraport am Flughafen St. Petersburg

Fraport lässt Geschäftsaktivitäten in St. Petersburg ruhen

Fraport lässt Geschäftsaktivitäten in St. Petersburg ruhen

ilyushin il 114 300 kaelte

Polar Airlines will Ilyushin Il-114-300 - aber nur, wenn sie noch ein zusätzliches Detail bekommt

Video

König Willem-Alexander bei seinem letzten Flug mit einer Boeing 737: Er lässt sich nochmals umschulen.
Fußballfans, Familien auf dem Weg nach Lappland oder Urlauber nach Ibiza: Viele Passagiere ahnten nicht, dass ihr Kopilot der König der Niederlande war. Jetzt flog Willem-Alexander letztmals mit einer Boeing 737 von KLM - und beginnt nun die Umschulung auf Airbus.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
amboseli airstrip under water
Ein Video aus dem Amboseli-Nationalpark in Kenia scheint einen See zu zeigen. Aber nein: Es ist die Start- und Landebahn des Park-Airports. Sie ist vollständig im Wasser verschwunden.
Timo Nowack
Timo Nowack
air canada bridgetown umkehr
Am Flughafen Bridgetown ging auf einmal gar nichts mehr. Flüge von Air Canada und Jetblue mussten auf dem Weg zum internationalen Flughafen von Barbados plötzlich umkehren. Grund war ein spontaner Streik.
Timo Nowack
Timo Nowack