Franziskus bei einer seiner Reisen: Der verstorbene Papst war mit ITA Airways verbunden.

Sheperd OneWie reist eigentlich ein Papst?

Wer auch immer bald zum Papst gewählt wird - er wird viel reisen. Und das ist jedes Mal ein logistisches Meisterstück.

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Der Vatikan sucht einen neuen Papst. Der Nachfolger von Franziskus wird keinen leichten Job antreten. Wer das Amt innehat, trägt nicht nur die spirituelle Verantwortung für mehr als eine Milliarde Gläubige, sondern ist zugleich globaler Staatsgastgeber, Zeremonienmeister – und vielreisender Diplomat im Dienste des Vatikanstaates.

Gerade Letzteres fordert Tribut: Auch komfortables Reisen kann die Belastungen durch Zeitverschiebungen, Klimawechsel und dichte Termine nicht ungeschehen machen. Für einen Mann im hohen Alter - und das waren viele der Päpste - ist der internationale Dienstmarathon kein Leichtes.

Hinflug eigentlich immer mit ITA Airways

Ein eigenes Flugzeug besitzt der Papst zwar nicht – aber immerhin ein eigenes Rufzeichen, das weltweit erkannt wird: Shepherd One. Der Begriff – zu Deutsch Hirte Eins spielt auf die Rolle des Papstes als Oberhirte der katholischen Kirche an und ist das offizielle Rufsignal jedes Flugzeugs, das ihn transportiert. Inspiriert wurde der Name von der berühmten Air Force One des Präsidenten der USA. In Italien hingegen spricht man pragmatisch einfach vom «volo papale», dem päpstlichen Flug.

Die Organisation dieser Flüge ist ein logistisches Meisterstück. Traditionell wird für den Hinflug meist eine Maschine von ITA Airways (früher natürlich Alitalia) eingesetzt. Auf dem Rückflug überlässt man den Ehrenplatz oft der jeweiligen Nationalairline des besuchten Landes. Das klingt nach höfischer Etikette, kann aber in der Praxis kompliziert werden.

Manchmal auch kompliziert

Als Papst Johannes Paul II. 1988 von Peru nach Paraguay reiste, nutzte er beispielsweise zunächst eine Douglas DC-8 der peruanischen Aero Perú. Für die Rückreise hätte er mit Líneas Aéreas Paraguayas fliegen sollen – doch deren einzige Langstreckenmaschine, eine betagte Boeing 707, hätte für den Heimflug einen Tankstopp in Dakar einlegen müssen. Also sprang kurzerhand wieder Alitalia ein und stellte eine Boeing 747 zur Verfügung, um dem Pontifex einen würdevollen Heimweg zu ermöglichen.

Heute bevorzugt der Vatikan auf Langstreckenflügen einen Airbus A330 Neo, der auch im regulären Liniendienst steht. Auf ihr wird bei der vorderen Tür jeweils das Wappen des Papstes angebracht. Wenn die Bedingungen es zuließen, schritt Franziskus immer wieder durch den Gang nach hinten, um Fragen der mitreisenden Journalisten zu beantworten.

Franziskus war ein Vielflieger

«Ihr seid die Flügel des Papstes, die es dem Nachfolger Petri ermöglichen, bis an die Enden der Erde zu fliegen und das Evangelium der Hoffnung und des Friedens zu verkünden», sagte Franziskus einmal zu den Angestellten von ITA Airways.

Franziskus hat 47 Reisen außerhalb Italiens unternommen und dabei mehr als 65 Staaten und Territorien besucht und mehr als 465.000 km zurückgelegt - ein wahrer Vielflieger also. Ein Papst auf Reisen – das ist weit mehr als ein Symbol. Es ist weltumspannende Präsenz. Und vielleicht auch ein Grund, warum die Last des Amtes zuletzt so groß wurde.

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