Schloss Vaduz, der Sitz des Staatsoberhauptes von Liechtenstein: Im kleinen Land sind einige Flugzeuge registriert.

SpezialfallWarum Flugzeuge in Liechtenstein registriert sein können - und man ihnen das kaum ansieht

Der neueste Airbus A320 Neo von Swiss sorgt für Verwirrung: Statt der Schweizer Flagge erschien bei Flightradar über Wochen die von Liechtenstein. Das ist ein Fehler. Doch es gibt durchaus Flugzeuge, die im kleinen Fürstentum registriert sind.

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Der jüngste Flottenzugang von Swiss ist die HB-JDJ. Bei Nutzerinnen und Nutzern des Flugverfolgungsdienstes Flightradar sorgte er mitunter für Stirnrunzeln: Statt der Schweizer Flagge erschien beim Airbus A320 Neo während mehreren Wochen Liechtenstein als Registrierungsland. Ein Fehler im System – oder stecken Überlegungen zum Steuern sparen dahinter?

Tatsächlich können Flugzeuge in Liechtenstein registriert werden. Zuständig dafür ist die schweizerische Luftfahrtbehörde. Voraussetzung ist, dass der Eigentümer seinen Wohn- oder Firmensitz im Fürstentum hat. Groß ist die Nachfrage nicht. «Zurzeit sind 21 Luftfahrzeuge im liechtensteinischen Register eingetragen», teilt ein Sprecher des Bundesamtes für Zivilluftfahrt Bazl mit.

Flugzeuge benötigen das Wappen Liechtensteins

Unter den liechtensteinischen Luftfahrzeugen befinden sich zwölf Hubschrauber, ein Flieger Modell Eigenbau und acht klassische Flugzeuge. Das größte ist eine Gulfstream. Alle müssen sie eine weitere Vorschrift erfüllen. Sie müssen auch mit dem liechtensteinischen Wappen versehen sein. «Das Wappenschild muss mindestens 15 cm hoch sein und sich von der Grundfarbe des Luftfahrzeuges deutlich abheben», heißt es dazu in der Richtlinie des Bazl.

Klare Vorschriften: So muss das Wappen Liechtensteins angebracht werden.

Der Grund für mögliche Verwirrung um die HB-JDJ liegt im sogenannten Doppelkennzeichen-Prinzip. Das Fürstentum Liechtenstein hat weder Flughafen noch Luftfahrtbehörde. Es regelt seine Luftfahrt aber seit 1948 über einen Staatsvertrag mit der Schweiz. 2003 wurde diese Lösung bestätigt.

Ein Luftfahrzeugregister, zwei Länder

Das bedeutet: Flugzeuge von Eigentümern aus Liechtenstein erhalten ein Kennzeichen mit dem Präfix HB-, den auch solche von schweizerischen Eigentümern bekommen. Sie erscheinen auch im Schweizer Register. Damit existiert faktisch ein gemeinsames Register, das bei internationalen Datenbanken oder Tracking-Portalen leicht zu falschen Zuordnungen führen kann.

Airbus A320 Neo von Swiss: Wurde von Flightradar während Wochen fälschlicherweise Liechtenstein zugeschrieben.

Fakt ist: Die Flugzeuge von Swiss sind nicht in Liechtenstein, sondern in der Schweiz registriert. Warum Flightradar24 dennoch das Fürstentum als Heimat der HB-JDJ ausweist, bleibt unklar. Am wahrscheinlichsten ist ein technischer Irrläufer – vielleicht ausgelöst durch alte Datensätze oder ein fehleranfälliges System.

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