Fokker interessiert sich schon früh für Flugzeuge
Die Fokker-Grulich F.II des allerersten Fluges von Luft Hansa geht auf Pionier Anton Herman Gerard Fokker zurück, der 1890 in Java geboren wurde, das damals noch Teil von Niederländisch-Indien war. Sein Vater hatte allerdings andere Pläne für den Sohn, als Flugzeuge zu entwickeln. Eigentlich sollte er in Deutschland Automechaniker werden.
Doch der junge Mann schrieb sich stattdessen bei einem Lehrgang für Flugzeugbau in Zahlbach bei Mainz ein. Denn das Fliegen hatte ihn schon interessiert, seit er in Brüssel eine Flugschau besucht hatte. Und so begann er schon früh, Flugzeugmodelle zu bauen.
Die Fabrik wird nach Schwerin verlegt
Sein erstes richtiges Propellerflugzeug entwarf Fokker 1910 im Alter von 20 Jahren. Er nannte es die Spinne. Fokker brachte sie auch in die Luft, doch da er nicht richtig gekleidet war, zog er sich dabei eine Lungenentzündung zu. Das hielt ihn nicht auf. Mit seiner Spinne flog er danach wiederholt kleine Strecken auch im Ausland.
Am Flugplatz Johannisthal in der Nähe von Berlin gründete Fokker 1912 sein erstes Unternehmen: Fokker Aeroplanbau. Dort erhielt er seinen ersten Auftrag für zwei Flugzeuge. Er konstruierte danach verschiedene verbesserte Flugzeugmodelle. Eineinhalb Jahre später verlegte er seine Fabrik nach Schwerin. Im Ersten Weltkrieg baute er Tausende Flugzeuge, die dank ihrer technischen Raffinesse lange für deutsche Lufthoheit sorgten.
Fokker setzte bei der F.II zuerst auf eine offene Kabine
In Deutschland entwickelte Fokker auch seine F.II. Zuerst mit offener Kabine geplant, bekam der elf Meter lange Flieger mit 16,1 Meter Spannweite eine geschlossene Kabine. Der Rumpf bestand aus geschweißten Stahlrohren und war mit Stoff bespannt, die Tragflächen des Hochdeckers aus Holz und einer Sperrholzverkleidung. Im offenen Cockpit war Platz für ein zweites Besatzungsmitglied oder einen fünften Fluggast. Im Oktober 1919 absolvierte die Fokker F.II ihren Erstflug.
Fokker F.II: Der Erstflug fand im Oktober 1919 statt. Collectie: Nederlands Instituut voor Militaire Historie - Foto: J. Jansen of Foto: Koninklijke Marine
Nach Ende des Krieges wurde Flugzeugbau in Deutschland verboten. Fokker trieb seine Pläne geheim weiter und verlegte zugleich seine Fabrik erneut - innerhalb weniger Wochen nach Veere in der niederländischen Provinz Zeeland. Dort wurde die Produktion der Fokker F.II weitergeführt.
In Deutschland in Lizenz weiterentwickelt
In Deutschland wurde später die Lizenzversion Fokker-Grulich F.II gebaut. Ingenieur Karl Grulich hatte das Urmodell weiterentwickelt und setzte auf ein geschlossenes Cockpit, das über eine Tür mit der Fluggastkabine verbunden war. Der Antrieb wurde verbessert. Die Reichweite stieg von 850 auf 900 Kilometer. Die Höchstgeschwindigkeit wurde von 150 auf 170 Kilometer pro Stunde erhöht und die Dienstgipfelhöhe von 3000 auf 4000 Meter.
Bei Gründung der Deutschen Luft Hansa 1926 gehörten 19 Fokker F.II zur Flotte. Und eine davon absolvierte am 6. April 1926 den Erstflug - von Berlin mit Zwischenlandungen in Halle, Erfurt und Stuttgart, bevor sie schließlich nach etwas mehr als fünf Stunden in Zürich landete.
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