Die Lockheed L-1649A Starliner, die bei Lufthansa Super Star genannt wurde, wurde von Lufthansa einst im Transatlantikverkehr eingesetzt.

Historische FliegerLufthansa bringt Ju-52 und Super Star nach Frankfurt oder München

Sie werden nicht mehr ewig in Paderborn bleiben: Lufthansa bringt ihre Lockheed L-1694A Super Star und ihre Junkers Ju-52 zu einem ihrer deutschen Drehkreuze.

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Derzeit befinden sie sich in der Region Ostwestfalen. Am Flughafen Paderborn-Lippstadt stehen zwei historische Lufthansa-Flugzeuge. Die Lockheed L-1694A Super Star ist in Einzelteilen eingelagert. Die Junkers Ju-52 D-AQUI steht nahezu komplett aufgebaut beim dortigen Vereins Quax, der sich der Förderung von historischem Fluggerät verschrieben hat.

Die Ju-52 wurde 1936 im Junkers-Werk in Dessau gebaut, die Super Star hatte ihren Erstflug 1956. «Die Propeller-Oldtimer zählen zu den markantesten und historisch bedeutendsten Flugzeugen in der Luftfahrt-Geschichte», so der Konzern. Künftig will er die beiden alten Maschinen an einem seiner beiden deutschen Drehkreuze gemeinsam präsentieren.

Vorbereitungen beginnen schon bald

Lufthansa-Chef Carsten Spohr kündigte an, dass die beiden Flieger zum 100. Lufthansa-Geburtstag im Jahr 2026 eine neue Bleibe bekommen und in Frankfurt oder München dauerhaft ausgestellt werden. Die Vorbereitungen dazu beginnen noch 2022.

Die Junkers Ju-52. Bild: Lufthansa

2026 ist der 100. Jahrestag der erstmaligen Lufthansa-Gründung. 1926 entstand die Deutsche Luft Hansa AG in Berlin durch den Zusammenschluss von Deutscher Aero Lloyd und Junkers Luftverkehr. «Die heutige Deutsche Lufthansa AG ist dabei nicht Rechtsnachfolgerin des 1926 gegründeten Unternehmens, sondern der in 1953 neu gegründeten Aktiengesellschaft für Luftverkehrsbedarf», betont das Unternehmen, das seit 1954 Namen Deutsche Lufthansa AG trägt und 1955 den Flugbetrieb aufnahm. «Der 100. Jahrestag der ersten Lufthansa Gründung soll dennoch gebührend gefeiert werden.»

Kritik an Umgang mit Konzerngeschichte

Mit dem Hinweis auf die fehlende Rechtsnachfolge grenzt sich das heutige Unternehmen einerseits ab von der damaligen Lufthansa, will das Jubiläum anderseits dennoch feiern, auch mit Lockheed Super Star und Ju-52. Dieser Kurs ist nicht unumstritten.

Der Historiker Lutz Budrass sagte zu Lufthansas Umgang mit der zweitgeteilten Geschichte bereits 2016 im Gespräch mit dem Radiosender Deutsche Welle: «Das Unternehmen will sich auf der einen Seite absetzen von den Verbrechen, an denen die Lufthansa während der Zeit des Nationalsozialismus beteiligt war. Auf der anderen Seite aber die Bilder nutzen, die aus der Luftfahrt der 1920er-Jahre stammen: diese schönen Bilder vom Wiederaufstieg Deutschlands nach dem Ersten Weltkrieg, Völkerverständigung, Frieden, Abenteuer.»

Historiker von Lufthansa selbst beauftragt

Budrass weiß, wovon er spricht. Er war schon Ende der 1990er-Jahre von Lufthansa mit mit einer Studie über Zwangsarbeit während der NS-Zeit beauftragt worden, die aber erst nach langer Zeit veröffentlicht wurde. Der Historiker schrieb derweil unter dem Namen «Adler und Kranich» ein eigenes Buch zur Lufthansa-Geschichte zwischen 1926 bis 1955.

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