Eine Sonneneruption im Größenvergleich mit der Erde: Unterschätzte Gefahr.

Gefahr für LuftfahrtFrühwarnsystem soll vor Sonnenstürmen warnen

Sonneneruptionen können Flugzeuge in Gefahr bringen. Eine europäische Forschungsgruppe will nun das Prognosesystem verbessern.

Top-Jobs

Smartline

Commander / First Officer Cessna Latitude C680A (m/f/d)

Smartline Luftfahrt GmbH
Vollzeit
Airport St. Gallen Altenrhein
Top jobs
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation
Smartline

Commander / First Officer Cessna C560XLS (m/f/d)

Smartline Luftfahrt GmbH
Vollzeit
Airport St. Gallen Altenrhein
Top jobs
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation
Smartline

Commander / First Officer Cessna 525 (m/f/d)

Smartline Luftfahrt GmbH
Vollzeit
Airport St. Gallen Altenrhein
Top jobs
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation
Interpersonal

Trainer (SFI/TRI/TRE, all genders)

Interpersonal trainerpool
Vollzeit
Hamburg
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt

Im Juli 2012 entging die Erde knapp einem Sonnensturm der Superlative. Wäre er nur eine Woche früher losgebrochen, hätte er die Erde getroffen, schrieb die US-Weltraumbehörde Nasa nach Auswertung der Daten zwei Jahre später. Ein Treffer dieses Kalibers könnte «eine katastrophale Wirkung» haben und «alles lahmlegen, was an eine Steckdose angeschlossen ist», so die Forscher. Es würde womöglich Jahre dauern, manche Transformatoren zu reparieren, so die Nasa weiter. Der wirtschaftliche Schaden könnte 2000 Milliarden Dollar übersteigen.

Die schlechte Nachricht: «Es ist keine Frage, ob ein schwerer Sonnensturm die Erde treffen wird, nur wann», sagt Marco Soldati. Der Informatiker von der Fachhochschule Nordwestschweiz ist Leiter des Schweizer Teams beim Forschungsprojekt Flarecast. Zusammen mit Wissenschaftlern aus Griechenland, Irland, Großbritannien, Frankreich und Italien arbeitet er daran, Sonnenstürme besser vorherzusagen. Im Januar 2017 trafen sie sich mit Raum- und Luftfahrtexperten, um zu verstehen, wie diese gewarnt werden wollen.

Flüge müssen umgeleitet werden

Doch was ist überhaupt ein Sonnensturm und warum ist er gefährlich? Die Sonne sendet stetig Sonnenwind mit elektrisch geladenen Teilchen aus. Manchmal entladen sich aber riesige Energiemengen in Explosionen, sogenannten Flares. So wird aus dem Sonnenwind ein Sturm, der sich im interplanetaren Raum verbreitet. Der kann auch die Erde treffen und hier Radiosignale unterbrechen, Satelliten-Navigation stören oder sogar Stromnetze und Pipelines beeinträchtigen. Zuerst trifft der Sonnensturm Satelliten und Flugzeuge, bei denen die Elektronik gestört werden kann.

«Im Extremfall einer sehr problematischen Weltraumwetterlage müssen wir in Betracht ziehen, Flugzeuge umzuleiten oder gar einen Luftraum zu sperren», sagt Marc Troller, der für die Schweizer Flugsicherung Skyguide am Gespräch mit den Flarecast-Forschenden teilnahm. Volker Bothmer, Experte für Astrophysik der Universität Göttingen, erklärte schon 2012 im Gespräch mit aeroTELEGRAPH: «Im Oktober 2003 wurden mehr als fünfzig Flüge verschoben und das europäische Flugradarsystem war über einige Stunden gestört.»

Arbeit an besseren Vorhersagen

Während bisher einzelne Forschende die Sonne beobachten und die Risiken einschätzen, arbeitet Flarecast an einer automatisierten Analyse, von der sich die Wissenschaftler schnellere und zuverlässigere Vorhersagen erhoffen. Dazu soll ein Computerprogramm die Eigenschaften von Sonnenflecken beurteilen und die Sonnensturm-Gefahr berechnen.

Dabei geht es weniger darum, sich auf ein Katastrophenszenario vorzubereiten, als vielmehr um die Optimierung von täglichen Abläufen, etwa in der Luftfahrt: «Wenn beispielsweise die Flugüberwachung weiß, wo die Strahlenbelastung hoch ist, kann sie ihre Flugrouten anpassen», sagt Informatiker Soldati. Bis Ende 2017 will das Flarecast-Team ein einsatzfähiges Prognoseinstrument entwickeln.

Die Nasa zeigt, wie Sonneneruptionen aussehen:

Fast sieben Jahre Sonnenaktivität im Schnelldurchlauf:

Mehr zum Thema

Bilder der Eruption: Die magnetische Strahlung kann Geräte beeinflussen.

«Wir haben Glück gehabt»

Video

Airbus A350 F bei den Bodenschwingungstests: Der Flieger wird kräftig durchgeschüttelt.
Vor dem Einsatz muss ein neues Flugzeug zahlreiche Erprobungen bestehen. Airbus hat nun die Bodenvibrationstests des A350 F abgeschlossen. Sie liefern wichtige Erkenntnisse über das Schwingungsverhalten des Frachters und bilden die Grundlage für die Flugerprobung.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
alaska airlines missionarin
Eine christliche Influencerin hielt in einem Flugzeug von Alaska Airlines unaufgefordert eine Rede über Gott und Jesus - und das nicht zum ersten Mal. Nun musste sie am Gate weiterpredigen.
Timo Nowack
Timo Nowack
airbus a321 neo jetsmart sprayer
Sprayer haben am Flughafen Santiago de Chile einen Airbus A321 Neo besprüht, der noch nicht mal ein Jahr alt ist. Es handelt sich um einen von drei Jets im Besitz von Jetsmart, die Wizz-Air-Farben tragen.
Timo Nowack
Timo Nowack