Cockpit des Superjumbos A380: Im Zweifel gibt es hier recht wenig für die Piloten zu tun - zu wenig.

Das Automatik-Dilemma

Moderne Technik soll das Fliegen sicherer machen. Bei den Piloten führt die Automatisierung aber zu einem gefährlichen Nebeneffekt.

Top-Jobs

Lübeck

Safety Manager (m/w/d) am Flughafen Lübeck

Lübeck
Feste Anstellung
Flughafen Lübeck
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Condor Logo Stelle

Duty Manager Ground Handling Center im Schichtdienst (m/w/d)

Feste Anstellung
Condor Flugdienst GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Aero-Dienst

Fluggerätmechaniker (w/m/d) als Prüfer / Certifying Staff (m/w/d) EASA Part 66 CAT B1 und/oder B2 für Pilatus

Feste Anstellung
Luftfahrt
Aero-Dienst GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Aero-Dienst

Fluggerätmechaniker (w/m/d) als Prüfer / Certifying Staff (w/m/d) EASA Part 66 CAT B1 und/oder B2 für Challenger 650

Feste Anstellung
Luftfahrt
Aero-Dienst GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs

Die Technik in den Flugzeugen wird immer moderner und komplizierter. Das ist einerseits ein großer Vorteil für die Piloten, nimmt ihnen die Maschine doch viel mühsame Arbeit ab. Eine Studie der amerikanischen Luftfahrtbehörde FAA zeigt aber auch einen Nachteil auf - einen ziemlich beunruhigenden: «Piloten geben zu viel Verantwortung an die automatischen Systeme der Maschinen ab», ist eine Schlussfolgerung der Untersuchung.

46 Unfälle, 734 freiwillige Berichte von Piloten und Daten von mehr als 9000 Flügen, auf denen ein offizieller Beobachter der Behörde dabei war, hat die FAA für den Report untersucht. In 60 Prozent der Abstürze und 30 Prozent der größeren Zwischenfälle hatten die Piloten offenbar Probleme, das Flugzeug manuell aus der Notlage zu steuern. Immer mehr Piloten machten offenbar den Fehler, nicht zu erkennen, dass der Autopilot oder die Triebwerksautomatik sich abgeschaltet hatten.

Auch die korrekte Verhaltensweise bei einem Geschwindigkeitsverlust oder einem Strömungsabriss wurde in vielen der untersuchten Fälle nicht eingehalten. «Wir sehen mit den modernen Maschinen eine neue Art von Zwischenfällen», so Rory Kay, Pilot und Vize-Chef des FAA-Beratungskommittees für Pilotentraining gemäß der britischen Zeitung «The Telegraph». «Wir verlernen, wie man fliegt.» Das erkenne man auch daran, dass es eine große Anzahl an kleineren Zwischenfällen gebe, in denen Piloten wertvolle Zeit damit verschwenden, zu versuchen, den Autopiloten wieder anzuwerfen. Stattdessen sollten sie aber in dieser Zeit die Kontrolle über das Flugzeug selbst übernehmen.

Automatik-Pflicht ab 24'000 Fuß

Einerseits gehen viele Luftfahrtbehörden schon gegen den Technik-Wahn vor. So legte etwa die FAA im Mai dieses Jahres den Airlines nahe, ihre Piloten im Training realistischeren Situationen auszusetzen und ihnen standardmässig die manuelle Steuerung in verschiedenen Gefahrensituationen beizubringen. Gleichzeitig gibt es aber auch eine gegensätzliche Entwicklung: So sind Piloten etwa verpflichtet, ihren Autopiloten zu verwenden, wenn sie über 24'000 Fuß (etwa 7300 m) hoch fliegen.

Außerdem geht der Trend dahin, mehr Flugzeuge näher beieinander fliegen zu lassen. So arbeitet man beispielsweise sowohl in den USA als auch in Europa an einer neuen Form der Flugkontrolle, die nicht mehr über Radar, sondern über GPS gesteuert wird (aeroTELEGRAPH berichtete). Auch das soll dazu führen, dass die Flieger in kürzeren Abständen voneinander starten und landen können - Gleichzeitig sind die Piloten dann abe auch gezwungen sich noch ein ganzes Stück mehr auf die Technik zu verlassen.

Mehr zum Thema

Hier herrschte Verwirrung: Cockpit eines Qatar Airways Airbus A350

Pilot von Qatar Airways nervt Lotsen mit zu vielen Fehlern

Tribhuvan International Airport in Kathmandu: Keine reibungslose Kommunikation.

Kaputter Funk sorgt für Ärger in Kathmandu

Die Milliarden-Dollar-teure Technik könnte mit biligeren Programmen geknackt werden.

Hacker warnen vor neuer Technik

Video

hund veraengstigt
Für viele Tiere ist das Feuerwerk in der Silvesternacht der reinste Horror. Hundehalterinnen und -halter suchen daher mit ihren Tieren Zuflucht an Flughäfen. Und das nicht nur in Deutschland.
Timo Nowack
Timo Nowack
Prototyp der EFlyer 2: Dass Flugzeug soll 2026 von der FAA zertifiziert werden.
Der Eflyer 2 soll im kommenden Jahr zertifiziert werden. Sechs Jahre später als ursprünglich anvisiert. Dafür soll es ein elektrisches Schulungsflugzeug mit sehr geringen Betriebskosten werden, verspricht Hersteller Bye Aerospace.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Airbus A321 XLR von Aer Lingus: Das Flugzeug mit der Kennung EI-XLT fällt auf unbestimmte zeit nach einer harten Landung aus.
Ein Airbus A321 XLR der irischen Nationalairline ist am Flughafen Dublin hart gelandet. Das erst ein Jahr alte Flugzeug könnte Monate ausfallen und Aer Lingus Kosten in Millionenhöhe verursachen.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies