Flugzeugbau bei Boeing: Braucht viele Experten.

FachkräfteBrasilien klagt gegen Boeing wegen Abwerbung von Fachleuten

Boeing droht bei hoch qualifizierten Ingenieuren ein Engpass. Die brasilianische Industrie beklagt sich über Abwerbungen durch den Flugzeugbauer und zieht gegen den Flugzeugbauer vor Gericht.

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Im April 2020 scheiterte Boeings Plan, die Zivilflugzeugsparte von Embraer zu übernehmen. Damit verpasste der Flugzeugbauer aus den USA nicht nur die Chance, sich mit der Embraer E2 ein neues Modell als Konkurrentin zum Airbus A220 ins Haus zu holen.

Boeing erhielt auch keinen Zugriff auf die Ingenieure und Ingenieurinnen in der viel gelobten Forschung und Entwicklung des brasilianischen Konzerns. Das Interesse an Fachkräften aus dem Land blieb aber bestehen - und beschränkt sich nicht nur auf den zivilen Sektor.

Brasilianische Industrie schießt gegen Boeing

Wie das brasilianische Wirtschaftsmagazin Valor Investe berichtet, klagen zwei Wirtschaftsverbände vor einem Gericht in São José dos Campos gegen Boeing. Der Verband der Verteidigungs- und Sicherheitsmaterialindustrien Abimde und der Verband der Luft- und Raumfahrtindustrien Brasiliens Aiab werfen dem Konzern vor, systematisch «hoch qualifizierte Ingenieure» anzuwerben, die in strategischen wichtigen Unternehmen der Verteidigungsindustrie des Landes arbeiten. Das bedrohe die nationale Souveränität.

Abimde-Präsident sagte, manche Unternehmen hätten in bestimmten Bereichen rund 70 Prozent ihres Personal verloren. Besondere Sorge bereitet den Klägern die Situation bei Embraer, da Boeing im Zuge der Verhandlungen über den Kauf der kommerziellen Sparte Zugang zu «geschützten Informationen» des Konzerns gehabt hätte. Boeing wollte sich laut dem Magazin bisher nicht zu den Vorwürfen und der Klage äußern.

Gehen Hunderte erfahrene Techniker?

Zugleich berichtet das Magazin Leeham News über einen drohenden «Exodus von leitenden Ingenieuren» bei Boeing. Grund sei, dass von Gewerkschaften vertretene Ingenieure und technischen Mitarbeiter in den Puget-Sound-Werken aktuell ihre Rentenunterlagen einreichen müssen. «Wenn sie jetzt nichtmal gehen, könnten die Betroffenen Hunderttausende von Dollar an Rentenleistungen verlieren», so Leehman.

Es drohe der Verlust von mehreren Hundert der erfahrensten Boeing-Ingenieure - zu einer Zeit, in der die ganze Branche nach guten Personal sucht. Und es ist nicht das erste Mal, dass es mit Blick auf den Flugzeugbauer entsprechende Befürchtungen gibt.

Schon im Jahr 2021 Befürchtungen

Im Juli 2021 sagte Ron Epstein, Analyst bei der Bank of America und früher selber bei Boeing beschäftigt: «Wir fragen uns, ob Boeing unter einem Brain Drain leidet, da potenziell zu viele erfahrene Ingenieure den Konzern in den vergangenen Jahren verlassen haben.» Der Begriff Brain Drain bezeichnet die Abwanderung von hoch qualifizierten Arbeitskräften. Konkurrenz hat der Flugzeugbauer etwa von Amazon und Space X.

Bei der Investoren-Konferenz Anfang November 2022 widersprach Boeing-Chef David Calhoun - allerdings sichtlich genervt und stellenweise vage. «Kommentare über einen Exodus, einen Exodus unserer erfahrenen Talente, hier, dort und überall, bla, bla, bla.»

Boeing-Chef blickt auf junge Talente

«Ich sehe das völlig anders», so der Konzernchef. «Wir hatten freiwillige Kündigungen.» Diese Fachleute könnte man aber jederzeit wieder erreichen, wenn man sie brauche. In Wahrheit sei man aber «gezwungen gewesen, 10.000 Ingenieure einzustellen». Er habe erst kürzlich ein Boeing-Forschungszentrum für autonomes Fliegen besucht und dort brillante Mitarbeitende kennengelernt. «Das sind alles Software-Ingenieure, KI-Experten, bla, bla, bla, bla, bla, bla, und sie sind wegen der Mission dabei», sagte Calhoun.

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