Designstudie TTBW im Windkanal: Mit neuen Flügel soll der von Boeing und der Nasa entwickelte Zukunftsflieger genauso schnell wie heutige Flugzeuge fliegen können.

Projekt TTBWBoeings Zukunftsflieger mit Super-Flügeln

Der Flugzeugbauer und die Nasa spendieren ihrem Konzeptflugzeug ein Update. Neue Flügel bringen ihn auf Augenhöhe mit heutigen Flugzeugen.

Top-Jobs

bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Hahnair Logo

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung

Seit mehr als zehn Jahren forscht Boeing zusammen mit der amerikanischen Luft- und Raumfahrtbehörde Nasa an einem speziellen Konzeptflieger. Er soll deutlich emissionsärmer als heutige Verkehrsflugzeuge fliegen. Heraus kam ein Schulterdecker mit sehr schmalen Flügeln und sogenannten T-Leitwerk.

Das Flugzeug hört auf den technokratischen Namen TTBW. Das steht für Transonic Truss-Braced Wing, frei übersetzt: Verstrebter Flügel für hohe Unterschall-Geschwindigkeit. Das für Verkehrsflieger ungewöhnliche Konzept verspricht Einsparungen von 70 Prozent bei Kerosinverbrauch und Lärmemissionen. Um das zu erreichen, musste der Schulterdecker aber erheblich langsamer reisen. Um diese Nachteile zu tilgen, hat Boeing das Konzept nachgebessert.

Knifflige Aerodynamik

Es klingt zuerst nach einer einfachen Maßnahme. Damit das TTBW schneller und höher fliegen kann, spendierten die Entwickler dem aufgefrischten Konzeptflieger neue Flügel, die stärker entgegen der Flugrichtung gepfeilt sind. Was für Ingenieure seit Jahrzehnten gang und gäbe ist, um Flugzeuge und ihre Flügel optimal für die erdachte Reisegeschwindigkeit auszulegen, ist bei der Boeing-Studie jedoch problematisch. Denn ausgerechnet die lang gestreckten, aber schmalen Flügeln, die Boeings Zukunftsflugzeug widerstandsärmer durch die Luft gleiten lassen sollen, verkomplizieren die Aerodynamik, sobald es schneller werden soll.

Die hohe Flügelstreckung – wie Experten das Verhältnis zwischen der Spannweite und der Breite eines Flügels nennen - begrenzte die Reisegeschwindigkeit des TTBW bisher auf ungefähr 70 Prozent der Schallgeschwindigkeit. Im Gegensatz zu heutigen Verkehrsflugzeugen, welche mit 80 Prozent durch die Lüfte kreuzen, ist das deutlich langsamer. Zufrieden gaben sich die Entwickler bei Boeing und der Nasa damit nicht. Durch eine verbesserte Auslegung der großen Flügelstreben und intensiven Tests im Windkanal soll das TTBW trotz der komplizierten Strömungseigenschaften nun in puncto Geschwindigkeit und Flughöhe doch noch auf Augenhöhe kommen und auf gleiche Werte wie heutige Jets erreichen.

Platz zum Boden wird knapper

Auch die bei Verkehrsflugzeugen ungewöhnliche Auslegung als Schulterdecker birgt Einsparpotenzial. Je höher die Tragflächen am Rumpf angebracht werden, desto mehr Bodenfreiheit haben die Triebwerke. Und der wird immer knapper. Immer höhere Nebenstromverhältnisse senken den Kerosinverbrauch, lassen aber auch die Durchmesser der Triebwerke größer werden.

Laut Experten könnte das in Zukunft bei der Entwicklung der nächsten Airliner-Generationen problematisch werden. Bereits bei der Entwicklung der Boeing 737 Max mussten sich die Ingenieure mit einem verlängerten Fahrwerk behelfen, damit bei der neusten Generation des Zweistrahlers genug Raum zwischen Triebwerksgondel und Boden bleibt.

Mehr als nur Computergrafik?

Auch wenn die erdachte Spannweite von fast 52 Meters keine Rekorde setzt und von einigen heutigen Flugzeugen mühelos überboten wird, soll das TTBW in den Köpfen der Planern mit eingeklappbaren Flügel über die zukünftigen Vorfelder rollen. Auf kleinen Flugplätzen soll so mehr Platz zu Hindernissen bleiben. Zukunftsfern ist diese Technologie nicht. Bei der Boeing 777X, welche dieses Jahr zum Jungfernflug abheben soll, setzt der Hersteller bereits heute auf solche Klappflügel.

Bei durchaus wichtigen Kennzahlen wie Reichweite oder der Anzahl möglicher Passagiere hält sich der Hersteller bisher jedoch noch vollkommen bedeckt . Auch ist bisher unklar, ob das Flugzeug über die Projektphase hinaus weiterentwickelt werden soll. Laut den Entwicklern könnte das TTBW bereits schon ab 2030 realisierbar sein.

Mehr zum Thema

ticker-boeing-1

Boeing erhält Milliardenauftrag für neuen US-Navy-Kampfjet F/A-XX

Boeing 737 Max 8 im Hintergrund, Max 10 im Vordergrund: In der Bestellung ist es anders herum.

Boeing hat riesige 737-Max-Bestellung von Turkish Airlines jetzt sicher

Airbus A320 Neo wird bei Tarmac Aerosave zerlegt: Das Unternehmen erweitert seine Zerlegungskapazitäten.

Warum wenige Jahre alte Airbus und Boeing-Flugzeuge schon verschrottet werden

ticker-boeing-1

Sturm lässt Teil einer Wand des Boeing-Werks in Wichita einstürzen

Video

Airbus A350 F Erstflug in Toulouse: Der Frachter war vier Stunden in der Luft.
Vier Stunden, 220 Gigabyte Daten und ein Start ohne elektronische Schutzfunktionen: Der Airbus A350 F ist zum ersten Mal geflogen. Was die Crew testete und was den Frachter besonders macht.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
airbus a350 f erstflug 01
Am Dienstag ist der Airbus-A350-Frachter zum ersten Mal abgehoben. Ende 2027 will der Flugzeugbauer den ersten A350 F aus der Serienproduktion ausliefern. Zwei Kunden kommen für die Premiere infrage.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Timo Nowack
Timo Nowack
Ex-Swissair-Sprecher Urs Peter Naef: «»
Als die Nachricht vom Absturz vor Halifax eintraf, war das Krisenhandbuch der Swissair-Kommunikationsabteilung noch nicht fertig. Medienverantwortlicher Urs Peter Naef musste improvisieren - und zugleich die Angehörigen vor aufdringlichen Medien schützen. Seine wichtigste Lehre aus der Katastrophe: «Steh zu dem, was passiert ist, und zeig Flagge.»
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier