Flugzeug unter der Erde: So stellt sich der Künstler das Projekt vor.

KunstprojektBestattung für eine Boeing 737

Ein britischer Künstler realisiert einen ziemlich morbiden Kindheitstraum: Er beerdigt ein Flugzeug in Birmingham. Insgesamt plant er bis zu sechs Flugzeuge auf der ganzen Welt unter die Erde zu bringen.

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Seit er ein Kind war, hat der britische Künstler Roger Hiorns einen Traum gehabt – oder ist es vielleicht ein Alptraum: Ein Passagierflugzeug aus der Luft zu nehmen und einzugraben – wer es über eine Spiraltreppe betritt, kann den Passagierraum erkunden – nur dass er aus den Fenstern keine Luft sieht, sondern statt dessen komprimierte Erde: «Flugzeuge sind beängstigende Objekte, sie verfremden das Wirklichkeitsgefühl», sagt der Künstler. «Man steigt in London ein und steigt in Rio aus und das Wirklichkeitsgefühl ist komplett anders. Wenn ein Flugzeug unter der Erde begraben ist, wird sich diese Angst vervielfältigen.»

Sein erstes Flugzeug will Hiorns in Zusammenarbeit mit der Ikon Gallery im Birminghamer sozialen Brennpunkt Ladywood verbuddeln, wo bald extensive Bauarbeiten beginnen sollen. Das Werk «Untiteled (buried aircraft underground)» soll 2017 zwischen Mai und November  kostenlos zu begehen sein. Es gilt als eines der ambitioniertesten Kunstwerke aller Zeiten. Der Immobilienentwickler Urban Splash, der an der Stelle 1150 neue Häuser mit Kanalblick bauen will, will aus dem Flugzeug sogar eine dauerhafte Installation und Attraktion machen.

Netzwerk von vergrabenen Flugzeugen rund um die Welt

Für Hiorns stellt das erste begrabene Flugzeug erst den Auftakt für seine wahre Vision da – ein Netzwerk rund um die Welt mit bis zu sechs unter die Erde gebrachten Flugzeugen: «Ich habe schon Gespräche mit sechs Menschen rund um den Globus geführt, die mit mir Flugzeuge beerdigen wollen», so Hiorns. «Die USA, Südafrika und die demilitarisierte Zone zwischen Nord- und Südkorea sind dabei als mögliche Orte ins Spiel gebracht worden.»

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