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Zwischenfall in Zürich

Löschfahrzeug kommt startendem A320 gefährlich nah

Ein Missverständnis sorgte dafür, dass ein Auto der Feuerwehr des Flughafens Zürich versehentlich auf die Piste fuhr, auf der ein Airbus A320 startete. Das Bodenradar der Flugsicherung verhinderte Schlimmeres.

Sust

Aufnahme einer Flughafenkamera: Das Löschfahrzeug (Florian 223) rollte auf die kreuzende Startbahn zu, wo ein Airbus A320 startete.

Angestellte der Flughafenfeuerwehr leisten beeindruckende Arbeit. Werden die Männer und Frauen am Airport alarmiert, stehen sie binnen weniger Augenblicke bereit und wissen in einem großen Spektrum verschiedener Gefahren, Menschen zu retten. Was für ein heikles Umfeld ein Flughafen für die Feuerwehrleute sein kann, zeigt ein Vorfall am Flughafen Zürich.

Angefangen hat alles mit einer Sicherheitslandung eines Airbus A319 von Easyjet. Das Flugzeug kehrte an jenem 10. Januar 2018 aufgrund eines Fahrwerkproblems kurz nach dem Start wieder nach Zürich zurück. Nachdem das Flugzeug auf der Piste 16 aufsetzte und zum Stehen kam, positionierten sich mehrere Rettungsfahrzeuge vor dem Flugzeug. Als am Flieger keine Schäden festgestellt worden waren, machten sich die Fahrzeuge zum Rückzug auf.

Versehentliche Irrfahrt

Dabei wollte eines der Löschfahrzeuge mit Rufzeichen Florian 223 auf der Landebahn um den Airbus herum fahren und wenden, wie es im Schlussbericht der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle Sust heißt, der am Montag (23. Dezember) veröffentlicht wurde. Anschließend war die Rückfahrt zu dem Rollweg geplant, auf dem die Fahrzeuge auf die Piste gefahren waren. Ein Missverständnis zwischen Fahrer und Fahrzeugsoffizier sorgte jedoch dafür, dass das Fahrzeug nicht wendete.

Der Wagen rollte stattdessen auf den Punkt zu, an dem die Piste 16 die Start- und Landebahn 10 kreuzt. Dort startete zu dem Zeitpunkt ein Airbus A320 von Edelweiss. Obwohl der Fahrer verunsichert war, fuhr er weiter. Weil der Offizier mit dem Ablegen seiner Atemschutzausrüstung beschäftigt war, fiel ihm die Irrfahrt nicht auf. Nachdem ein Bodenradarsystem der Flugsicherung Alarm schlug, warnte ein Fluglotse die Feuerwehrleute.

«Schwerer Vorfall»

«Unmittelbar» vor der Markierung des Sicherheitsbereichs der kreuzenden Bahn kam der Feuerwehrwagen dann zu stehen, schreibt die Schweizer Untersuchungsbehörde in ihrem Bericht, der das Ereignis als «schweren Vorfall» einstuft. Der Airbus A320 passierte wenige Sekunden später in etwa 10 Meter Höhe den Kreuzpunkt. Beim anschließenden Wenden in die korrekte Richtung überrollte das Löschfahrzeug für kurze Zeit den Sicherheitsbereich der Startbahn 10 und fuhr anschließend ohne weitere Vorkommnisse zurück zu seiner Station.

Die Behörde sieht die Gründe für den Vorfall in einem Missverständnis der Fahrzeugbesatzung und darin, dass «die Besatzung ihre Aufmerksamkeit nicht ausreichend auf die Orientierung auf dem Pistensystem lenkte». Dabei sagt die Behörde, dass ein «geringer Trainingsstand» der Löschfahrzeugbesatzungen hinsichtlich des Befahren der Pistensysteme als «systematisch beitragender Faktor» zu dem Vorfall beigetragen hat.

Training angepasst

Die Ermittler kritisieren, dass die Einsatzkräfte der Zürcher Flughafenfeuerwehr zu wenig Gelegenheit haben, das Fahren auf den Start- und Landebahnen zu trainieren. Laut dem Bericht hat die Flughafenfeuerwehr den Vorfall aufgearbeitet und bisherige Prozeduren nachgebessert. Auch bei Ausbildungs- und Auffrischungskursen wird sie künftig vermehrt auf das Thema eingehen.



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