Boeing 777-300 ER von Emirates, hier in Düsseldorf: Keine Aufgabe zugusten von Berlin.

Slots beantragtVerwirrung um angebliche Emirates-Flüge nach Berlin

Seit rund 30 Jahren bemüht sich die Fluggesellschaft aus Dubai um Flüge nach Berlin. Laut einem Medienbericht soll Emirates nun angeblich kurz vor der Umsetzung stehen. Tatsächlich hat die Airline Slots beantragt - aber noch nicht das entscheidende grüne Licht aus der Politik bekommen.

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Schon seit drei Jahrzehnten bemüht sich Emirates um Flüge nach Berlin. Doch die deutsche Politik stellte sich quer und damit auf die Seite der heimischen Lufthansa. Umso mehr überraschte daher am Freitag (30. Januar) eine Meldung der Nachrichtenagentur Bloomberg.

Emirates plane, im Dezember 2026 eine Verbindung zwischen Dubai und dem Flughafen Berlin Brandenburg aufzunehmen, so Bloomberg. Zum Einsatz kommen sollen Boeing 777-300 ER. Die Nachrichtenagentur beruft sich auf von ihr eingesehene Dokumente.

Emirates beantragt Slots, hat aber noch keine Flugrechte

Laut mehreren Quellen von aeroTELEGRAPH hat es im deutschen Verkehrsministerium bisher allerdings keinen Kurswechsel in der Emirates-Frage gegeben. Ein Emirates-Sprecher erklärte dann am Nachmittag auch, dass die Airline lediglich «im Rahmen branchenüblicher Planungsprozesse einen Slot-Antrag am Flughafen Berlin Brandenburg gestellt» hat.

«Dies ist ein routinemäßiger Schritt, um sicherzustellen, dass wir bereit wären, sollten die erforderlichen Flugrechte erteilt werden», so der Sprecher. Man sei weiterhin bestrebt, «die Stadt als fünftes deutsches Ziel anzufliegen, sobald dies genehmigt wird». Emirates sei angesichts des Potenzials der Route seit Jahrzehnten bereit, tägliche Flüge anzubieten.

Berlin ist in Emirates' Plänen weiterhin das fünfte Ziel

Das Luftverkehrsabkommen zwischen Deutschland und den Vereinigten Arabischen Emiraten erlaubt Emirates Flüge zu maximal vier deutschen Flughäfen. Und das nutzt die Airline mit Verbindungen nach Frankfurt, München, Düsseldorf und Hamburg vollständig aus. Einen dieser Flughäfen zugunsten von Berlin aufzugeben, hat Emirates stets ausgeschlossen.

Auch jetzt sagt der Sprecher der Fluggesellschaft aus Dubai: «Emirates ist fest überzeugt von Berlins starkem Potential als profitabler interkontinentaler Markt und wir würden so bald wie möglich Flüge zum Flughafen Berlin Brandenburg aufnehmen, wenn dies zusätzlich zu unseren bestehenden vier deutschen Zielen genehmigt würde.»

Emirates hat Unterstützung aus Berlin und Brandenburg

Emirates hatte zuletzt wieder vermehrt Druck gemacht, um grünes Licht für Berlin-Flüge zu bekommen. In einem aktuellen ausführlichen Positionspapier heißt es, seit der Aufnahme der Strecke Dubai – Frankfurt im Jahr 1987 habe man das Angebot in Deutschland «Schritt für Schritt entsprechend der wachsenden Nachfrage ausgebaut». Flüge in die Hauptstadt seien «die logische Weiterentwicklung der Präsenz in Deutschland».

Emirates verweist dabei ausdrücklich auf breite Unterstützung vor Ort. Der Wunsch nach Verkehrsrechten für den Flughafen BER finde Rückhalt bei den Landesregierungen von Berlin und Brandenburg, bei Industrie- und Handelskammern, Tourismusorganisationen sowie beim Flughafen selbst. Grundlage sei die «gemeinsame Überzeugung vom großen strategischen und ökonomischen Potenzial einer Emirates-Verbindung nach Berlin».

Emirates argumentiert mit Ost- und Westdeutschland

Zur Untermauerung führt die Airline Zahlen an: Eine Studie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt DLR komme zu dem Ergebnis, dass ein täglicher Emirates-Flug nach Berlin rund 500 Arbeitsplätze schaffen, mehr als 140.000 zusätzliche Fluggäste bringen und rund 55.000 zusätzliche Übernachtungen generieren würde. Dass die nötigen Verkehrsrechte bislang nicht erteilt wurden, stehe «konträr zum erklärten Ziel der Bundesregierung», die wirtschaftliche Entwicklung Ostdeutschlands zu fördern, so Emirates in dem Papier.

Zugleich argumentiert die Fluglinie mit der schwachen Langstreckenanbindung der Hauptstadt. Der BER verfüge «mit nur einer Handvoll Interkontinentalflügen über ein sehr geringes Angebot». Diese geringe Konnektivität hemme Wachstum und Wohlstand der gesamten Region. Während in Westdeutschland täglich rund 180 Langstreckenflüge starteten, müssten sich Berlin und Ostdeutschland mit wenigen Verbindungen begnügen.

Lufthansa warnt vor ungleichem Wettbewerb

Zwar böten deutsche Airlines wie die Lufthansa-Tochter Eurowings sowie Condor Flüge von Berlin nach Dubai an, allerdings mit Schmalrumpfflugzeugen, argumentiert Emirates weiter. Man selber stelle dem ein Premium-Produkt mit Großraumflugzeugen und ein weltweites Netz gegenüber. Über Dubai ließen sich ab Berlin 83 Ziele mit nur einem Umstieg erreichen. 58 davon würden von Lufthansa nicht über Frankfurt oder München bedient, schreibt Emirates. Das unterstreiche die «Komplementarität» des eigenen Streckennetzes.

Genau darin liegt der politische Zündstoff. Lufthansa warnt seit Jahren vor ungleichem Wettbewerb durch Golfairlines und lehnt eine Ausweitung von Verkehrsrechten strikt ab. Unterstützung erhält sie dabei aus Bayern und Hessen, die eine Schwächung der Drehkreuze Frankfurt und München befürchten. Die Flughafenlobby hingegen stellt sich zunehmend hinter Emirates und fordert neue oder erweiterte Luftverkehrsabkommen mit Drittstaaten.

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