Flughafen von Bengasi: Wegen der Kämpfe im Land wurde der Airport vorübergehend geschlossen.

Libyen schließt Flughafen Bengasi

Libyen sollte eigentlich zum neuen Dubai werden. Stattdessen versinkt das Land im Chaos. Der Flughafen von Bengasi wurde nun wegen Kämpfen geschlossen.

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Kaum war das Regime von Muammar Gaddafi gestürzt worden, begann der Run auf Libyen. Experten sagten einen Immobilien-Boom voraus, einige gingen gar so weit, von einem zweiten Dubai zu sprechen. Seit dieser Woche sind solche Spekulationen nicht mehr zu hören: Das Land könnte vor einem neuen Bürgerkrieg stehen, Dutzende Menschen starben. Die prekäre Sicherheitslage hat auch Auswirkungen auf die Luftfahrtindustrie. Der Flughafen von Bengasi wurde zunächst bis zum 25. Mai geschlossen.

Bereits zuvor hatten einige europäische und arabische Airlines ihre Verbindungen nach Libyen ausgesetzt, darunter die Lufthansa, Etihad und Austrian Airlines. Der Flughafen der Hauptstadt Tripolis steht stellvertretend für das politische Chaos im Land: Mehrere bewaffnete Gruppen kontrollieren die Gebiete rund um den Airport und beanspruchen den Flughafen für sich. Häufig kommt es nachts zu Schießereien. Im März explodierte eine Bombe auf der Piste.

Lage am Flughafen ist ein «Alptraum»

Die Nachbarstaaten und die Europäische Union befürchten, dass Libyen zum Einfalltor für illegale Einwanderer und islamistische Terroristen wird. Marokko hat neue Visa-Bedingungen für Libyer eingeführt, nachdem eine Gruppe mit gefälschten Pässen entdeckt wurde. EU-Vertreter nennen die Sicherheitslage am Flughafen «ein Desaster» oder «einen Alptraum». Sie schulen das Flughafenpersonal und versuchen die Sicherheit am Flughafen mit neuer Technik zu verbessern. Bislang werden etwa 90 Prozent des Gepäcks nicht untersucht.

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