Der Flughafen Bremen kämpft mit einem gestiegenen Millionendefizit und es droht sogar eine Insolvenz - das wurde Anfang September bekannt. Als Gründe für die schwierige Lage nennt Aufsichtsratschef Kai Stührenberg jetzt im Gespräch mit dem Portal buten un binnen: hohe Standortkosten für den Luftverkehr in Deutschland, gestiegene Kerosinpreise, weniger Geschäftsreisen und die geringe Größe des Bremer Airports. Allerdings kritisiert er auch: «Diese Gesellschaft ist über die letzten Jahre nicht effizient geführt worden.»
Eine Insolvenz schließt Stührenberg ausdrücklich nicht aus, sagt aber: «Wir versuchen alles, diese Insolvenz zu vermeiden», sagt er. Bisher sei man davon ausgegangen, dass die Sparmaßnahmen bis Ende 2028 greifen müssten, jetzt müsse dies schon bis Ende 2027 geschehen. Weitere Einsparungen von rund zwei Millionen Euro seien geplant. Zusammen mit bisherigen Maßnahmen käme man damit auf rund sechs Millionen Euro Einsparungen.
Privates Geld und Frankfurt-Flüge von Lufthansa
Neben Einsparungen wird laut Stührenberg auch geprüft, die Gesellschafterstruktur des Flughafens zu verändern und privates Kapital hereinzuholen. Wörtlich sagt der Aufsichtsratschef: «Wir werden auch über verschiedene Modelle nachdenken müssen: Müssen wir die Gesellschaftsstrukturen nochmal ändern? Müssen wir privates Kapital reinholen?» Bisher ist die Freie Hansestadt Bremen die alleinige Gesellschafterin der Betreibergesellschaft Flughafen Bremen GmbH, deren Aufsichtsrat Stührenberg vorsteht.
Mit Blick auf die weggefallene Frankfurt-Route gibt er sich zuversichtlich für eine Rückkehr. Flughafen, Senatskanzlei, Handelskammer und Bremer Wirtschaft verhandelten mit Lufthansa, auch über mögliche Rabatte bei Flughafenentgelten. Eine Entscheidung müsse im Oktober fallen. Ziel sei, im Sommerflugplan 2027 wieder Frankfurt-Flüge anzubieten, wenn auch wohl mit geringerer Frequenz als die früher bis zu fünf Flüge pro Tag. Laut Stührenberg würden dem Flughafen ohne die Route zwei bis drei Millionen Euro pro Jahr entgehen.