Airbus A380 von Emirates: wer den Anschluss verpasst, kann Geld fordern.

Verpasste AnschlussflügeEmirates drohen Millionenforderungen

Ein Passagier verpasste in Dubai nach verspäteter Ankunft seinen Anschlussflug. Emirates wollte ihn dafür nicht entschädigen. Das oberste britische Gericht verpflichtet die Golfairline nun dazu.

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Vergangenen Oktober erlitt Emirates eine Niederlage. Ein britisches Berufungsgericht wies eine Beschwerde der Golfairline ab. Sie hatte sich dagegen gewehrt, einem Passagier eine Entschädigung für einen verpassten Anschlussflug zu zahlen. Der Reisende war mit Emirates verspätet aus Großbritannien in Dubai angekommen und erwischte deshalb die folgende Verbindung nicht mehr. Er kam mehr als drei Stunden zu spät an seinem Ziel an.

Emirates stellte sich auf den Standpunkt, dass der Anschlussflug nicht in der Europäischen Union begonnen und geendet hat und daher nicht entschädigungspflichtig sei. Die EU-Verordnung 261 finde in einem solchen Fall keine Anwendung. Her Majesty's Court of Appeal in England sah das anders und verpflichtete Emirates in seinem Urteil vom Oktober zur Zahlung einer Entschädigung.

Urteil bleibt gültig

Emirates aber wollte das nicht auf sich sitzen lassen und zog das Urteil weiter. Doch der Rekurs blieb erfolglos. Vergangene Woche wies der Supreme Court of the United Kingdom die Beschwerde ab. Sie weise keine neuen rechtlichen Punkte auf, weil bereits andere EU-Gerichte in der Sache entschieden hätten und werde darum nicht zugelassen. Damit bleibt das Urteil des Court of Appeal gegen Emirates gültig.

Bei der britischen Luftfahrtbehörde freut man sich. «Emirates versagte beim Versuch, das Urteil zu kippen und das bedeutet, dass Millionen von Pfund an Entschädigungen an Kunden fällig werden», kommentierte Andrew Haines, Chef der UK Civil Aviation Authority. Sie schätzt, dass rund 200'000 Passagiere pro Jahr ihre Anschlussflüge wie der klagende Reisende verpassen.

Andere Airlines gaben früher auf

Emirates zeigt sich wenig begeistert. «Wir sind sehr enttäuscht über das Urteil, das uns kein Recht auf Beschwerde zugesteht», so ein Sprecher. Man befolge aber alle lokalen Gesetze. «Wir werden unsere Kunden in Kürze über das künftige Vorgehen informieren.»

Ursprünglich hatten sich auch American Airlines, Etihad Airways, Singapore Airlines und Turkish Airlines auf den gleichen Standpunkt wie die Golfairline gestellt. Nach dem Urteil vergangenen Oktober gaben sie ihre Opposition aber auf und begannen, Entschädigungen auszuzahlen.

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