Airbus A340 der Flugbereitschaft: Wird ersetzt.

RegierungsfliegerFlugbereitschaft will drei A350 mit Raketenabwehrsystem

Eine Stornierung eines Kunden hilft der Flugbereitschaft, schnell an drei werksneue Airbus A350 zu kommen. Die Anschaffung kostet Deutschland über 1,1 Milliarden.

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Olaf Scholz und sein Team glauben, einen guten Deal machen zu können. Sie veranschlagen Kosten von 640 Millionen Euro für den Kauf von drei werksneuen Airbus A350-900 oder 213 Millionen pro Flugzeug. Das geht aus einer Vorlage hervor, die das deutsche Finanzministerium an den Haushaltsausschuss des Bundestages überwiesen hat, wie diverse Medien berichten. Der letzte von Airbus veröffentlichte Listenpreis beträgt rund 280 Millionen Euro.

Trotz erwartetem Rabatt von rund einem Viertel wird das Geschäft teuer. Denn neben dem reinen Kaufpreis für die drei A350-900 sieht das Bundesfinanzministerium zusätzliche Kosten von 288 Millionen Euro für die Innenausstattung der VIP-Flieger vor, mit denen hochrangige Politiker wie die Kanzlerin oder Minister befördert werden. Nochmals 229 Millionen sollen für Ersatzteile und den Einbau eines Raketenabwehrsystems hinzukommen.

Erstmals werksneue Flieger

Die Anschaffung der drei Flugzeuge wird gemäß dem Magazin Spiegel mit den Pannen der vergangenen Monate begründet, die «dem Staatsinteresse und dem Ansehen der Bundesrepublik Deutschland nachhaltig» geschadet hätten. Man könne die Flieger kurzfristig bekommen, heißt es weiter. Bei Airbus habe sich «die kurzfristige und unerwartete Möglichkeit zu Beschaffung» ergeben. Gemeint ist damit wohl eine Stornierung, durch die Produktionsslots verfügbar werden. Zuletzt hatte etwa Etihad eine Order für 42 A350 storniert.

Zwei der Airbus A350 sind als Ersatz der beiden A340 der Flugbereitschaft vorgesehen. Ein weiterer ist als Reservemaschine gedacht. Der erste der Jets soll schon 2020 geliefert werden. Dass die Sondereinheit der Luftwaffe werksneue Flieger kauft, ist ein Novum. Bisher setzte sie bei den großen Maschinen auf gebrauchte Maschinen aus dem Bestand der Lufthansa, die aufwändig umgebaut wurden.

Auch kleinere Maschinen in der Flotte

Die Flugbereitschaft besitzt daneben auch zwei A319 und einen A321. Kleiner als die Airbus-Jets, aber nicht weniger bescheiden in der Ausstattung sind die vier Bombardier Global 5000. Für kurzer Hüpfer außerhalb Berlins, stehen in Tegel zudem drei mittelgroße Cougar Hubschrauber zur Verfügung. Nicht selten springen aber auch Helikopter der Bundespolizei als Lufttaxis für die Politiker ein.

Die Beförderung von hochrangigen Politikern ist nur eine Aufgabe der Flugbereitschaft. Sie ist generell für den weltweiten Transport von Soldaten und Material zuständig. Dazu stehen ihr auch fünf Airbus A310 aus den Beständen von Lufthansa und Interflug zur Verfügung. Einer davon ist zum fliegenden Krankenhaus umgebaut worden. Er dient der Evakuierung schwer- und schwerstverletzter Personen über große Distanzen und besteht quasi aus einer Intensivstation für sechs Personen. Die anderen vier Maschinen sind umrüstbare Mehrzweckflugzeuge – mal zum Auftanken, mal zum Truppentransport.

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