Eine Sonneneruption im Größenvergleich mit der Erde: Unterschätzte Gefahr.

Gefahr für LuftfahrtFrühwarnsystem soll vor Sonnenstürmen warnen

Sonneneruptionen können Flugzeuge in Gefahr bringen. Eine europäische Forschungsgruppe will nun das Prognosesystem verbessern.

Top-Jobs

Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung
Etihad Job

First Officer A320

Abu Dhabi
Feste Anstellung
Etihad Airways
United Arab Emirates
Vollzeit
Top jobs
ticker-dfs-deutsche-flugsicherung

Fluglotse (w/m/d)

Deutsche Flugsicherung DFS
Studium
Langen b. Frankfurt
Top jobs
Deutschland
.

Event Manager (m/f, 100%)

Vollzeit
IRF Reputation AG
Basel
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Luftfahrt

Im Juli 2012 entging die Erde knapp einem Sonnensturm der Superlative. Wäre er nur eine Woche früher losgebrochen, hätte er die Erde getroffen, schrieb die US-Weltraumbehörde Nasa nach Auswertung der Daten zwei Jahre später. Ein Treffer dieses Kalibers könnte «eine katastrophale Wirkung» haben und «alles lahmlegen, was an eine Steckdose angeschlossen ist», so die Forscher. Es würde womöglich Jahre dauern, manche Transformatoren zu reparieren, so die Nasa weiter. Der wirtschaftliche Schaden könnte 2000 Milliarden Dollar übersteigen.

Die schlechte Nachricht: «Es ist keine Frage, ob ein schwerer Sonnensturm die Erde treffen wird, nur wann», sagt Marco Soldati. Der Informatiker von der Fachhochschule Nordwestschweiz ist Leiter des Schweizer Teams beim Forschungsprojekt Flarecast. Zusammen mit Wissenschaftlern aus Griechenland, Irland, Großbritannien, Frankreich und Italien arbeitet er daran, Sonnenstürme besser vorherzusagen. Im Januar 2017 trafen sie sich mit Raum- und Luftfahrtexperten, um zu verstehen, wie diese gewarnt werden wollen.

Flüge müssen umgeleitet werden

Doch was ist überhaupt ein Sonnensturm und warum ist er gefährlich? Die Sonne sendet stetig Sonnenwind mit elektrisch geladenen Teilchen aus. Manchmal entladen sich aber riesige Energiemengen in Explosionen, sogenannten Flares. So wird aus dem Sonnenwind ein Sturm, der sich im interplanetaren Raum verbreitet. Der kann auch die Erde treffen und hier Radiosignale unterbrechen, Satelliten-Navigation stören oder sogar Stromnetze und Pipelines beeinträchtigen. Zuerst trifft der Sonnensturm Satelliten und Flugzeuge, bei denen die Elektronik gestört werden kann.

«Im Extremfall einer sehr problematischen Weltraumwetterlage müssen wir in Betracht ziehen, Flugzeuge umzuleiten oder gar einen Luftraum zu sperren», sagt Marc Troller, der für die Schweizer Flugsicherung Skyguide am Gespräch mit den Flarecast-Forschenden teilnahm. Volker Bothmer, Experte für Astrophysik der Universität Göttingen, erklärte schon 2012 im Gespräch mit aeroTELEGRAPH: «Im Oktober 2003 wurden mehr als fünfzig Flüge verschoben und das europäische Flugradarsystem war über einige Stunden gestört.»

Arbeit an besseren Vorhersagen

Während bisher einzelne Forschende die Sonne beobachten und die Risiken einschätzen, arbeitet Flarecast an einer automatisierten Analyse, von der sich die Wissenschaftler schnellere und zuverlässigere Vorhersagen erhoffen. Dazu soll ein Computerprogramm die Eigenschaften von Sonnenflecken beurteilen und die Sonnensturm-Gefahr berechnen.

Dabei geht es weniger darum, sich auf ein Katastrophenszenario vorzubereiten, als vielmehr um die Optimierung von täglichen Abläufen, etwa in der Luftfahrt: «Wenn beispielsweise die Flugüberwachung weiß, wo die Strahlenbelastung hoch ist, kann sie ihre Flugrouten anpassen», sagt Informatiker Soldati. Bis Ende 2017 will das Flarecast-Team ein einsatzfähiges Prognoseinstrument entwickeln.

Die Nasa zeigt, wie Sonneneruptionen aussehen:

Fast sieben Jahre Sonnenaktivität im Schnelldurchlauf:

Mehr zum Thema

Bilder der Eruption: Die magnetische Strahlung kann Geräte beeinflussen.

«Wir haben Glück gehabt»

Video

Flughafen Gander am 11. September 2001: 38 Großraumflugzeuge strandeten an dem kanadischen Airport.
Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 sperrten die USA ihren Luftraum. Fast 240 Flugzeuge auf dem Weg ins Land konnten nicht mehr umkehren. Kanada nahm sie auf – und musste innerhalb weniger Stunden Zehntausende gestrandete Reisende unterbringen und versorgen.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
regent viceroy first flight
Der amerikanische Hersteller Regent will seine Seegleiter in Küstenregionen in aller Welt liefern. Jetzt hat das Bodeneffektfahrzeug Viceroy erstmals einen bemannten Flug absolviert. Und die Zulassung verläuft anders als bei einem Flugzeug.
Timo Nowack
Timo Nowack
eurowings training center dus
Eurowings und Lufthansa Aviation Training haben ein Ausbildungszentrum eröffnet: In Düsseldorf üben Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter künftig, wie sie eine verrauchte Kabine evakuieren, einen bewusstlosen Piloten retten und eine Axt benutzen. aeroTELEGRAPH erhielt einen ersten Einblick ins neue Crew Training Center und sprach mit den Trainerinnen und Trainern.
Timo Nowack
Timo Nowack