Letzte Aktualisierung: um 0:04 Uhr
Partner von  

Eva Air: Teurer zum Erfolg

Die Airline aus Taiwan erhöht die Preise in der Businessclass - und bietet dafür mehr Komfort. So will sie wieder Gewinn erzielen.

Eva Air

Die neuen Liegesessel der Lorbeer-Klasse: Mit mehr Komfort zu mehr Einnahmen.

Eines muss man den Managern der Fluggesellschaft lassen: Sie lassen nichts unversucht, um ihr Unternehmen in schwierigen Zeiten auf Kurs zu halten. So beschlossen die Verantwortlichen von Eva Air letzte Woche, drei weitere Airbus A330-300 im Design der japanischen Comic-Figur Hello Kitty zu bemalen. Das soll ab Mai vor allem auf den Flügen nach Japan neue Passagiere in die Economy Class locken. Das Konzept bewährte sich bereits mit früher umgespritzen Jets. Doch die große Trendwende will Taiwans zweitgrößte Airline in der Business Class schaffen. Dafür investiert Konzernpräsident Chang Kuo-wei umgerechnet 100 Millionen Dollar, die in eine rundum erneuerte Kabine in der Geschäftsreiseklasse fließen. «Wir sehen uns härterer Konkurrenz in der Economy gegenüber. Deshalb versuchen wir, mehr Kunden im Premium-Bereich anzuziehen» erklärte er gemäß der Taipei Times.

Mit dem Geld baut Eva Air die Businessklasse aller 15 Boeing B777-300ER um. Die erste Maschine soll bereits Ende Mai fertiggestellt sein und ab 2. Juni regelmäßig die Strecke nach New York abdecken. Nach und nach werden bis August 2013 auch die restlichen Flieger erneuert. Die in sandfarben gehaltene neue Royal Laurel Class (Königliche Lorbeer-Klasse) bietet Vollbetten von zwei Metern Länge in einer Konfiguration mit je einer Reihe an den Fenstern und zwei in der Mitte an. Spezielle Details wie Extra-Fächer, gestützte Sitzkissen oder spezielle Leseleuchten sollen die Reise noch angenehmer machen. Der Umbau hat eine Kehrseite. Eva Air bringt weniger Sitze in ihre Business Class. Diesen Nachteil will sie mit höheren Preisen wettmachen. Bis zu 20 Prozent oder 2000 Dollar mehr soll das Ticket hin und zurück nach New York dann kosten.

Viele Jahre mit Verlusten

Vor allem die asiatischen Billigflieger haben dem künftigen Star-Alliance-Mitglied Eva Air in letzter Zeit zugesetzt. Die Fluggesellschaft schrieb in den letzten fünf Jahren dreimal Verlust. 2010 resultierte erstmals wieder ein Gewinn, doch 2011 schmolz der bereits wieder fast ganz dahin. Im ersten Quartal 2012 resultierte unter dem Strich nun trotz gestiegenem Umsatz wieder ein Verlust von 36,9 Millionen Dollar. Die Investition in die Qualität soll den Trend nun endlich umdrehen. Eva Air betreibt eine Flotte von 36 Passagierfliegern und fliegt Ziele in ganz Asien, Europa, Nordamerika und Ozeanien an.



Die Redaktion behält sich das Recht vor, Kommentare zu moderieren und zu kürzen. Kritische Diskussionen sind willkommen. Beschimpfungen oder Kommentare mit rassistischem, sexistischem, themenfremdem, rein politischem, beleidigendem oder rein polemischem Inhalt hingegen werden entfernt. Es besteht kein Recht auf Veröffentlichung. Über die Entscheide der Moderatoren wird keine Korrespondenz geführt.