Flugzeug von Easyjet: Unheimliches Erlebnis in Genf.

European Common Aviation AreaEU droht britischen Airlines wegen Brexit

Der Brexit rückt näher. Und nun wird klar, dass die britische Luftfahrtbranche darunter leiden wird. Den Airlines droht der Ausschluss aus dem gemeinsamen EU-Luftraum.

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Luftfahrt

Irgendwie wurde das Thema in den vergangenen Monaten in der Luftfahrtbranche fast totgeschwiegen. Wohl weil sie sehr viel verlieren kann. Doch nun rückt der Brexit näher und es wird klar. Fluggesellschaften in Großbritannien müssen wohl tatsächlich handeln. Wie die britische Zeitung Guardian berichtet, droht ihnen der Ausschluss aus dem gemeinsamen europäischen Luftraum, der European Common Aviation Area ECAA.

Der gemeinsame europäische Luftraum ermöglicht es Fluggesellschaften aus der EU, beliebig innerhalb der Staatengemeinschaft zu fliegen. Das heißt, dass zum Beispiel Easyjet ab Deutschland Dutzende Destinationen ansteuern kann, die nicht in Großbritannien liegen, wo sich der Sitz der Billigairline befindet. Diese Privilegien fallen künftig offenbar weg, wenn das Vereinigte Königreich nicht mehr Teil der EU ist.

Gespräche zwischen EU und Airlines

Darauf, so schreibt der Guardian, seien in den vergangenen Wochen die Vertreter großer Fluggesellschaften vorbereitet worden. Wollen sie weiterhin von dem Abkommen profitieren und auf Strecken außerhalb des Vereinigten Königreichs fliegen, dann müssten die Fluggesellschaften umbauen. Genauer heißt das, sie müssen eine Basis in der EU unterhalten, dort ein Luftverkehrsbetreiberzeugnis AOC besitzen und mehrheitlich in EU-Besitz sein.

Easyjet bereitet sich darauf schon länger vor. Die Fluggesellschaft kündigte bereits vor dem Brexit-Votum an, sich im schlimmsten Fall für eine Lizenz in einem anderen EU-Land zu bewerben. Derzeit wird als heißester Kandidat dafür Irland gehandelt. Schon in den kommenden Wochen soll Easyjet einen entsprechenden Entscheid verkünden.

Thomas Cook gibt sich gelassen

British Airways fliegt derzeit ausschließlich ab britischen Zielen in die EU. Doch zur Mutterfirma International Consolidated Airlines Group IAG gehören auch andere Fluggesellschaften – unter anderem die Billigairline Vueling, die die European Common Aviation Area nutzt. Es ist also gut möglich, dass IAG sich auch Gedanken um die Aktionärsstruktur machen muss, um mehrheitlich in EU-Händen zu bleiben. Der Sitz von IAG ist in Madrid, die Unternehmenszentrale in London. Vom Unternehmen heißt es gegenüber dem Guardian, dass man alle gesetzlichen Anforderungen einhalten werde.

Christoph Debus, Airline-Chef von Thomas Cook, gab sich erst gerade im Interview mit aeroTELEGRAPH bezüglich dem Brexit gelassen. «Wir sind so oder so gut aufgestellt, da wir in allen Märkten ein AOC vorweisen können» so Debus. «Wir werden da also nach dem erfolgten Brexit Vorteile gegenüber anderen Wettbewerbern haben. Wir machen uns darum keine Sorgen.»

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