Etihad Airways wächst – und zwar schnell. Die Fluggesellschaft aus Abu Dhabi gehört zu den am schnellsten wachsenden Airlines der Welt und ist in den vergangenen drei Jahren um rund 20 Prozent pro Jahr gewachsen. Aktuell betreibt sie rund 130 Flugzeuge, jährlich kommen etwa 20 weitere hinzu. Neue Airbus A350 und A321LR, zu einem späteren Zeitpunkt der A330neo sowie weitere Boeing-Großraumflugzeuge sind Teil der Wachstumsstrategie.
Das wirkt sich unmittelbar auf den Bedarf an Pilotinnen und Piloten aus. Etihad sucht derzeit unter anderem Airbus-erfahrene Captains und First Officers. Die Fluggesellschaft rechnet damit, die Zahl ihrer Piloten von heute rund 2000 auf 4000 bis 2030 zu erhöhen. Allein 2025 stellte die Airline rund 3200 Menschen ein, darunter fast 400 Piloten. Einer, der diese Entwicklung aus nächster Nähe verfolgt, ist Sören Rohwer. Er wechselte 2013 von Air Berlin zu Etihad, zunächst als Senior First Officer auf dem Airbus A330. Heute ist er Chief Flight Instructor und Instructor-Examiner.
Wenn Abu Dhabi zum Zuhause wird
Rohwer wagte diesen Schritt 2013 gemeinsam mit seiner Frau. Das Paar hat inzwischen zwei Kinder. Zu Hause wird Deutsch gesprochen, während die Kinder mit mehreren Sprachen und Kulturen aufwachsen.
«Mein Sohn begrüßt mich inzwischen auf Arabisch, wenn ich von einem Flug nach Hause komme», erzählt er. «Dann merkt man, dass dieser Ort für die ganze Familie zu einem Zuhause geworden ist.»
Aufwachsen zwischen verschiedenen Kulturen
«Meine Kinder wachsen in einem multikulturellen Umfeld auf», ergänzt Rohwer. «Sie feiern Weihnachten mit ihren Freunden genauso selbstverständlich wie islamische Feiertage oder Diwali. Das prägt sie, und ich empfinde es als Geschenk.»
Und der Beruf selbst? «Ich freue mich noch immer auf jeden Anflug auf Abu Dhabi», sagt Rohwer. «Nach mehr als zehn Jahren ist Abu Dhabi nicht mehr nur unsere Basis. Es ist unser Heimatflughafen.»
Ein anderes Bild vom Leben am Golf
Ein Missverständnis begegnet ihm in Gesprächen mit Kollegen aus Deutschland immer wieder: dass sich das Leben am Golf hauptsächlich zwischen klimatisierten Gebäuden abspiele. Seine Erfahrung ist eine andere. Besonders zwischen Oktober und April findet ein großer Teil des Familienlebens draußen statt – am Strand, in den Mangroven oder in der Wüste. Viele Etihad-Familien leben in Gegenden wie Al Raha oder auf Yas Island. Wassersport, Strände und Freizeitmöglichkeiten liegen damit nur wenige Minuten von der eigenen Haustür entfernt.
Abu Dhabi hat sich im vergangenen Jahrzehnt erheblich verändert. Die Stadt bietet heute eine Kultur- und Gastronomieszene, eine Gesundheitsversorgung und Schulen, die Familien aus Europa bei ihrer Ankunft selten erwarten – ebenso wie ein Maß an Sicherheit im Alltag, das den meisten bereits in der ersten Woche auffällt.
Angekommen – und schneller als erwartet
Der Umzug in ein anderes Land ist eine bedeutende Entscheidung, doch Familie Rohwer lebte sich schnell ein. Wohnen, Krankenversicherung, Schulgebühren – «darüber muss man sich hier keine Gedanken machen», sagt Rohwer. Wichtiger ist für ihn das Umfeld: Schulen, Sport, Nachbarschaften und eine internationale Gemeinschaft, zu der auch eine beträchtliche Zahl deutschsprachiger Familien gehört.
Abu Dhabi als neues Zuhause Etihad
Und das gilt nicht nur für Familien. «Abu Dhabi ist insbesondere für junge First Officers ein großartiger Ort», sagt Rohwer. «Viele Kollegen leben in denselben Vierteln, man trifft sich zum Padel oder geht abends auf der Formel-1-Strecke laufen. Im Winter ist man am Strand oder auf dem Wasser, am Wochenende geht es in die Wüste. Und in der Etihad Arena und im Konzertkalender ist immer etwas los. Dazu kommt ein kurzer Arbeitsweg – und vieles relativiert sich.»
Mehr als das steuerfreie Einkommen
Und das steuerfreie Einkommen? «Natürlich ist es Teil der Rechnung», sagt Rohwer. «Aber es war nicht der Grund, weshalb wir geblieben sind.»
Wer über einen Wechsel nachdenkt, sollte sich laut Rohwer nicht ausschließlich auf Gehalt, Dienstplan oder Zusatzleistungen konzentrieren. Am meisten über die eigenen Perspektiven verraten seiner Ansicht nach das Wachstum der Airline und die Zahl der Flugzeuge, die jedes Jahr neu zur Flotte stoßen.
Was Wachstum für die eigene Karriere bedeutet
«Schaut euch an, wie viele Flugzeuge zur Flotte einer Airline hinzukommen, bevor ihr die Stellenanzeige lest. Jedes neue Flugzeug braucht eine Crew – und das bewegt die Senioritätsliste nach vorne», sagt er.
Bei Etihad stimmt die Flotte Etihad
Rohwer kennt das aus eigener Erfahrung. Er kam 2013 als Senior First Officer auf dem Airbus A330 zu Etihad und übernahm 2017 das Kommando auf der A320-Familie. Heute bildet und prüft er selbst Piloten.
In rund drei Jahren auf den linken Sitz
Wie schnell der Wechsel auf den linken Sitz gelingt, hängt immer vom individuellen Hintergrund, der Flotte und dem Zeitpunkt ab. Durch das aktuelle Wachstum ist dieser Weg kurz: Bei entsprechender Entwicklung und Leistung ist eine Beförderung zum Captain innerhalb von rund drei Jahren möglich.
Deine Zukunft beginnt bei Etihad Etihad
Und die Entwicklung endet dort nicht. Innerhalb von weiteren ein bis zwei Jahren können Piloten auf Großraumflugzeuge wechseln.
Eine Karriere, die nicht mit dem vierten Streifen endet
Es gibt noch eine weitere Frage, die Bewerber nach Ansicht Rohwers häufiger stellen sollten: Was kommt nach dem Command?
Captain Sören Rohwer aeroTELEGRAPH
Seine eigene Karriere liefert einige Antworten. Nach seinem Wechsel zu Etihad führte ihn sein Weg nicht nur auf den linken Sitz, sondern auch in die Ausbildung – zunächst als Type Rating Instructor, später als Type Rating Examiner. Rohwer war am Aufbau des kompetenzbasierten Trainingsprogramms der Airline beteiligt und ist heute Chief Flight Instructor und Instructor-Examiner.
Möglichkeiten, mit denen er selbst nicht gerechnet hatte
«Ich hätte auch zu Hause eine gute Karriere haben können, und viele meiner Freunde haben genau das gemacht», sagt er. «Was ich hier nicht erwartet hatte, war, wie viele unterschiedliche Wege sich öffnen würden.»
Ein Arbeitsplatz über den Wolken Etihad
Neben dem klassischen Weg zum Captain schafft eine wachsende Fluggesellschaft weitere Möglichkeiten – etwa als Trainer, Examiner oder Technical Pilot sowie durch Wechsel zwischen verschiedenen Flotten.
Mit dem A321LR von kurzen Strecken bis Phuket
Die neue A321LR-Flotte ist für europäische A320-Pilotinnen und -Piloten besonders interessant. Cockpit, Handling und Type Rating sind vertraut – die Einsätze sind es nicht unbedingt.
Etihad betreibt den Langstrecken-A321 mit einem Kabinenprodukt, das man normalerweise nur in einem Großraumflugzeug erwarten würde. Gleichzeitig eröffnet die Reichweite des Flugzeugs ein ungewöhnlich vielfältiges Streckennetz.
Abwechslung im Dienstplan
Für die Crews bedeutet das Destinationen wie Phuket oder Zürich mit einem Layover, der lang genug ist, um das Reiseziel zu genießen – und dazwischen Turnarounds in die Golfregion oder nach Indien.
Etihad sucht dich fürs Cockpit Etihad
«Du fliegst ein Flugzeug, das du bereits kennst, auf Strecken, die normalerweise mit einem Großraumflugzeug verbunden werden, und zwei Tage später bist du wieder auf kurzen Strecken unterwegs», sagt Rohwer. «Das hält dich auf Trab, und der Dienstplan wird nie zu einer einzigen langen Wiederholung.»
Training in der eigenen Akademie
Das Training findet in Etihads eigener Akademie in Abu Dhabi statt, wo Full-Flight-Simulatoren für jeden Flottentyp der Airline zur Verfügung stehen. Für Rohwer ist das einer der größten Vorteile: «Etihad bietet eine enorme Vielfalt und viel Raum zur Weiterentwicklung – und das Training findet vollständig im eigenen Haus statt.»
Auch das Arbeitsumfeld ist durch und durch international. Bei Etihad arbeiten Menschen aus mehr als 150 Nationen. Im Cockpit bedeutet das gemeinsame Standards und Englisch als Arbeitssprache – zusammen mit Kolleginnen und Kollegen mit sehr unterschiedlichen beruflichen und kulturellen Hintergründen.
Hohe Standards und kurze Wege
Was viele neue Mitarbeitende überrascht, ist die Offenheit der Unternehmenskultur. Die professionellen Standards sind hoch, die Atmosphäre ist jedoch informell und das Management tatsächlich gut erreichbar: Piloten können ihre Flottenchefs direkt kontaktieren, und Fragen werden eher innerhalb von Stunden als von Wochen beantwortet.
Für Bewerber aus Deutschland ist der Wechsel allerdings mehr als nur ein Arbeitgeberwechsel. Etihad hat eine einzige Crew-Basis in Abu Dhabi. Wer zur Airline wechselt, zieht deshalb in die Vereinigten Arabischen Emirate.
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Etihad sucht Captains und First Officers
Mit dem Ausbau der Flotte wächst auch der Bedarf an Pilotinnen und Piloten. Etihad sucht derzeit unter anderem A320 Captains und A320 First Officers für die Basis in Abu Dhabi.
Die Airline veranstaltet außerdem zwei Pilot Recruitment Roadshows in Deutschland: am 13. Oktober im Hilton Munich Airport und am 15. Oktober im Hilton Frankfurt Airport. Beide Veranstaltungen finden von 09:00 bis 16:00 Uhr statt, mit Präsentationen für Pilotinnen und Piloten um 10:00 und 14:00 Uhr. Die Registrierung ist ab sofort möglich.
Was Sören Rohwer Bewerbern vor einem Wechsel zu prüfen empfiehlt
- Schaut darauf, wie viele Flugzeuge zur Flotte hinzukommen und welches Wachstum die Airline angekündigt hat – nicht nur auf die Stellenanzeige.
- Fragt, auf welcher Flotte ihr beginnt und welche Möglichkeiten es später gibt, zwischen verschiedenen Mustern zu wechseln.
- Fragt, welche Karrierewege nach dem Command offenstehen.
- Prüft, wo und wie das Training durchgeführt wird.
- Betrachtet die Basisstadt als einen Ort, an dem die Familie leben wird.
Ein Blick ins Cockpit Etihad
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