Ein A300 der EAT Leipzig: Ein baugleiches Flugzeug musste seinen Start abbrechen.

EAT LeipzigAirbus A300 wollte einfach nicht abheben

Die Nase hob sich bereits, der Rest des Fliegers aber wollte sich nicht von der Piste lösen. Jetzt ist klar, weshalb es zum Zwischenfall mit einem Airbus A300 der deutschen DHL-Tochter EAT Leipzig kam.

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Luftfahrt

Am Abend des 26. November 2020 stand ein ganz normaler Flug an. Die Crew des Airbus A300 der deutschen DHL-Tochter EAT Leipzig war bereit und gab auf Startbahn 25R des Flughafens Brüssel vollen Schub. Ihr Ziel war Vitoria in Spanien. Doch dazu kam es nicht.

Als der A300-600 weiter beschleunigte, bemerken die Piloten plötzlich Vibrationen. Die Nase des Flugzeugs war schon in der Luft, dennoch wollte sich der Rest des Airbus A300 mit dem Kennzeichen D-AEAI einfach nicht vom Boden lösen, wie eine aktuelle Meldung der deutschen Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung zum Zwischenfall zeigt. Bei rund 150 Knoten oder 278 Kilometer pro Stunde entschied sich die Crew deshalb, den Start abzubrechen.

Acht Reifen beschädigt

Mit Umkehrschub und der höchstmöglichen Bremskraft kam der Airbus-Frachter rund 360 Meter vor dem Ende der 3640 Meter langen Piste zum Stehen. Durch die Belastung wurden alle acht Räder des Hauptfahrwerks beschädigt, die Feuerwehr rückte an und kühlte die Bremsen. Das Flugzeug war vorerst betriebsunfähig.

Bereits drei Tage nach dem Vorfall war der in den gelben Farben von DHL lackierte Airbus A300-600 von EAT jedoch wieder einsatzbereit und flog zu seiner Basis nach Leipzig. Dort betreibt EAT 22 Flugzeuge dieses Typs. Hauptsächlich führen sie Flüge für DHL durch, hin und wieder für andere  Airlines wie Lufthansa Cargo.

Verwirrung bei der Trimmung

Die aktuellen Erkenntnisse der Unfallermittler lassen auf eine falsch eingestellte Trimmung schließen. Der Betreiber des Flugzeugs schreibt vor, die Trimmung nach der Landung auf Position +1,0 zu setzen. Am Morgen des Vorfalls wurde diese allerdings von Technikern auf -1,1 gestellt, obwohl die Flugplanung eine Trimmung von +1,1 für den Start vorsah.

Die Beschriftung der Trimmung könnte dabei zu Verwirrung geführt haben. Während die Techniker die Information zur Trimmung mit +/- angeben, steht im Airbus nur UP und DN (Down), wie das auf Unfälle spezialisierte Portal Aviation Herald berichtet. Vor dem Start schreibt eine Checkliste vor, dass die Piloten die Trimmung überprüfen müssen. Doch sie bemerken den Fehler nicht.

Unfallermittlung aus zwei Ländern

Je nach Beladung muss ein Flugzeug anders getrimmt werden. Das geschieht durch die Verstellung des Höhenruders am Heck der Maschine.

Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung BFU stuft den Vorfall in einem Zwischenbericht als schwere Störung ein. Da das Flugzeug in Deutschland registriert ist, untersucht sie gemeinsam mit der belgischen Air Accident Investigation Unit  die Gründe für den Startabbruch.

Zweites Leben als Cargo Flugzeug

Der betroffene Airbus A300-600 von EAT wurde vor 29 Jahren ausgeliefert. Damals noch als Passagierflieger, flog er für Japan Airline Systems. Nachdem die Airline aufgelöst wurde, blieb der Flieger für Japan Airlines im Einsatz. Im Jahr 2013 stieß er dann als umgebauter Frachter zur EAT-Flotte.

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Das ist der älteste noch flugfähige Airbus A300. Die Maschine mit dem Kennzeichen XA-TVU war für die mexikanische Frachtairline Aerounion - Aerotransporte de Carga Union unterwegs, steht nun aber schon einige Zeit geparkt herum.

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