Airlines müssen obligatorische Zuschläge für Bearbeitung- oder Kreditkartengebühr neu auch in der Werbung angeben.

Das Ende der Lockvogelpreise

In Großbritannien müssen Easyjet & Co neu alle Zusatzkosten in der Werbung angeben. Das könnte in Europa Schule machen.

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Hob Easyjet die Flugpreise an? Diese Frage stellte sich wohl manch einer, der sich in den letzen Tagen mit den Flugreisen mit der Lowcost-Airline beschäftigte. Der Flug von Basel nach Nizza kostete 41.95 Franken. Früher waren es noch 25.95 Franken. Berlin-London kostet 34,49 Euro statt wie früher 23,45 Euro. Die billigsten Tarife wurden massiv erhöht. Der Grund liegt im Kleingedruckten. Neu wirbt die britische Billigairline mit dem Endpreis. Auch bei der Onlinebuchung werden daher obligatorische Zuschläge wie Bearbeitungs- oder Kreditkartengebühren von Beginn an gezeigt. Früher wurde der Kunde damit erst am Ende der Buchung überrascht.

Easyjet setzte damit bereits um, was in Großbritannien nun für obligatorisch erklärt wurde. Das Office For Fair Trading, eine Regierungsstelle die sich für Konsumenten einsetzt, einigte sich mit zwölf Fluggesellschaften auf diese Praxis. Neben Easyjet sind dies Aer Lingus, BMI Baby (welche die Regel kaum mehr betrifft), Eastern Airways, Flybe, Germanwings, Jet2, Lufthansa, Ryanair, Thomas Cook, Thomson (Tui) und Wizz Air. Bereits reagierten neben Easyjet andere Fluggesellschaften und passten ihre Werbung sowie die Website entsprechend an. Andere wie Ryanair ändern die Werbung auf den 1. August an, die Neuerung bei der Onlinebuchung folgt auf Ende Jahr.

Flugpreise einfacher vergleichen

«Dies ist ein großartiges Ergebnis für Millionen von Passagieren, welche Online buchen. So ist es möglich, die effektiven Flugpreise zu vergleichen», sagte Clive Maxwell, Chef des Office For Fair Trading. Die Fluggesellschaften dürfen zwar für die Buchung oder Bezahlung mit Kreditkarten nach wie vor teils happige Zuschläge erheben. Neu ist, dass diese Kosten transparent und von Beginn weg angezeigt werden. Easyjet verlangt beispielsweise eine Gebühr pro Buchung von 11 Euro, in der Schweiz 16 Franken und eine variable Gebühr, wenn mit Kreditkarte bezahlt wird. Ryanair verlangt gleich 6 Pfund oder Euro pro Passagier und Strecke. Das kann bei einem Familienurlaub die Kosten rasch in die Höhe treiben.

Diese versteckten Gebühren summieren sich. Das Office For Fair Trading rechnet alleine für Großbritannien mit 300 Millionen Pfund (umgerechnet 370 Millionen Euro), welche jährlich für Kreditkartenzuschläge bei Flugbuchungen bezahlt werden. Das Ende der Lockvogelpreise könnte in ganz Europa Schule machen. Die Briten betonen, dass sie in dieser Untersuchung eng mit den italienischen Behörden zusammen gearbeitet hätten, weitere Länder sollen folgen.

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