Die weltweit einzige NT-43A (rechts zu sehen in diesem Bild aus dem Jahr 2013 - links eine F-22 Raptor): Die stark umgebaute Boeing 737-200 ist ein fliegender Radar-Teststand und begleitet Testflüge von Tarnkappenflugzeugen.

NT-43ADie geheimnisvollste Boeing 737 der Welt

Im amerikanischen Bundesstaat Nevada hebt ein fast 47 Jahre altes Phantom ab. Und es könnte schon bald einen Nachfolger bekommen.

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Kameras machen immer hochauflösendere Bilder, Flugverfolgung ist mit jedem Smartphone möglich. So gelangen heutzutage selbst Businessjets oft nicht zum Ziel, ohne von Planespottern erwischt zu werden - was so manches diskret geplante Geschäft publik macht. Auch die technischen Daten der meisten Flugzeuge sind leicht einsehbar.

Doch es gibt auch einige Flugzeuge, die echte Phantome sind. Sie werden nur alle Jubeljahre abgelichtet, aus großer Distanz und in mäßiger Qualität. Besonders beim Militär. So betreibt die United States Air Force die wohl mysteriöseste Boeing 737 der Welt.

Unterwegs mit Tarnkappenbombern

Es handelt sich um die Boeing 737-200 mit der Seriennummer 20702 und der Airforce-Registrierung 73-1155. Sie wurde im Sommer 1974 an die Luftstreitkräfte ausgeliefert - vor fast 47 Jahren. Es handelte sich um die Spezialversion T-43A, in der Navigatoren ausgebildet und auf Kampfeinsätze vorbereitet wurden. Bis 1997 verrichtete der Jet seinen Dienst als Trainingsflieger und wurde dann vorerst nicht mehr genutzt. Es war jedoch nicht das Ende der Maschine, sondern erst der Anfang eines wirklich spannenden Kapitels.

Um die Jahrtausendwende ließ die Airforce das Flugzeug nämlich umbauen, offenbar von Lockheed Martin. Aus ihm wurde die weltweite einzige NT-43A, ein sogenanntes Radar Aircraft Testbed. Rufzeichen und Spitzname: Rat 55. Die 737 ist seitdem ein fliegender Radar-Teststand und begleitet Testflüge von Tarnkappenflugzeugen wie der Northrop B-2.

Sichtung mit B-2 im März 2021

Zu den sichtbaren Veränderungen, die auf den wenigen existierenden Fotos der Maschine zu sehen sind, gehören Kuppeln an der Nase und am Heck. Wo der Flieger stationiert ist, ist nicht bekannt. Laut dem amerikanischen Journalisten Tyler Rogoway, der schon lange über Rat 55 schreibt, sind die heißesten Kandidaten das militärische Sperrgebiet Area 51 und der Tonopah Test Range Airport, beide im Bundesstaat Nevada.

Aufgrund des hohen Alters des Flugzeuges und der wenigen aktuellen Fotos gab es zuletzt Zweifel, ob Rat 55 überhaupt noch im Dienst ist. Das Magazin The Drive hat nun allerdings Aufnahmen veröffentlicht, die den mysteriösen Jet Ende März 2021 zusammen mit einer B-2 am Himmel über dem Death Valley zeigen. Der Flieger lebt also noch.

Nachfolger steht schon bereit

Das Magazin hat allerdings Hinweise darauf, dass die Airforce schon einen Nachfolger bereitstehen hat, der das Rufzeichen Rat 55 und die Radarüberwachungseinsätze bald übernehmen könnte. Es handelt sich um eine acht Jahre alte Boeing 737-700 mit dem zivilen Kennzeichen N712JM.

Sie scheint noch unlackiert zu sein und war zuvor auf Denmar Technical Services zugelassen. Das Unternehmen ist auf Radartests spezialisiert und soll laut The Drive für die Airforce schon den Umbau der Boeing 737-200 geplant haben.

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