Letzte Aktualisierung: um 2:05 Uhr

Emtrasur Cargo

Der zwielichtige Kapitän der in Argentinien gestrandeten Boeing 747

Die Hinweise verdichten sich, dass die in Argentinien gestrandete venezolanische Boeing 747 in Tat und Wahrheit Mahan Air gehört. Und dass der Kapitän mehr ist als nur Kapitän.

Kurush Pawar/Flickr/CC-BY-SA 2.0 (bearbeitet)

Die Boeing 747 noch in den Farben von Mahan Air: inzwischen offiziell venezolanisch.

Seit dem 6. Juni steht die Boeing 747-300 M der venezolanischen Emtrasur Cargo am Aeropuerto Internacional Ministro Pistarini in Buenos Aires. Und sie kommt nicht von dort weg. Niemand will sie mehr auftanken, seitdem Verbindungen der Besatzung und der Fluggesellschaft zum Iran aufgedeckt wurden.

Die argentinischen Behörden halten seit der Durchsuchung des Flugzeugs fünf Iraner fest. Paraguay hatte sie zuvor gewarnt, dass sich an Bord der Boeing 747 mit dem Kennzeichen YV3531 ein hochrangiger Vertreter der berüchtigten iranischen Quds-Einheit befände. Als man die Bestätigung dafür gehabt habe, «haben wir unsere Kollegen in der Region und in anderen Teilen der Welt gewarnt», sagte Esteban Aquino, Chef des paraguayischen Geheimdienstes zur Nachrichtenagentur AFP.

Blackbox beschlagnahmt

Vergangene Woche untersuchten die argentinischen Behörden auf Anordnung eines Bundesrichters die Boeing 747 erneut. Dabei wurde auch die Blackbox beschlagnahmt, wie das Portal Infobae schreibt. So wollen die Ermittler erfahren, was im Cockpit diskutiert worden war. Denn die Boeing 747 war durch eine merkwürdige Streckenführung und das teilweise Ausschalten des Transponders aufgefallen.

Die Boeing 747-300 M trägt zwar die Farben von Conviasas neuer Frachttochter Emtrasur Cargo, doch zuvor war sie 14 Jahre lang für die iranische Mahan Air als EP-MND unterwegs. Und es gibt Hinweise, dass das faktisch auch heute noch so ist und die venezolanische Cargoairline nur als Strohfirma dient. «Das Eigentum ist bei Mahan Air geblieben, da die Conviasa sie nur geleast hat», erklärte ein Insider der Zeitung Israel Hayom.

Kapitän mit illustrer Vergangenheit

Es ist nicht das einzige Flugzeug, das Mahan Air an in- und ausländische Fluggesellschaften vermiete. Der Betrieb unter dem Namen nicht sanktionierter Fluggesellschaften helfe der iranischen Fluggesellschaft, im Ausland keine Probleme wegen den Sanktionen der USA und anderer Länder zu bekommen, so der Informant im Bericht.

Vor allem eine Person steht bei den Ermittlungen in Argentinien im Fokus, Kapitän Gholamreza Qasemi. Gemäß Israel Hayom ist er ehemaliger General der Luft- und Raumfahrtkräfte der Islamischen Revolutionsgarden. Er war auch an den Flügen von Fars Air Qeshm beteiligt, mit denen Waffen und Munition via Libanon nach Syrien transportiert worden sind.

Gesperrte Fluggesellschaft

Mahan Air bestreitet, noch Eigentümer der Boeing 747 zu sein. Die USA und andere Länder werfen der Fluggesellschaft vor, sie habe nicht nur Waffen, sondern auch Soldaten der Quds-Einheit und der Hisbollah in Kriegsgebiete im ganzen Nahen Osten geflogen. Deshalb darf sie auch in Deutschland nicht mehr landen.