Flughafen Bozen: Nur 50'000 Fluggäste im Jahr.

Schneller als gedachtDarwin lässt Bozen wieder fallen

Darwin Airline zieht sich wieder aus Bozen zurück – ein Jahr vor Auslaufen des Vertrags mit dem Land Südtirol. Nun stellen Politiker den Flughafen in Frage.

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Austrian Airlines, Tyrolean, Air Alps – und nun auch Darwin Airline. Die Schweizer Fluggesellschaft – die heute auf den meisten Strecken als Etihad Regional operiert – zieht sich wie ihre Vorgänger wieder aus Bozen zurück. Und das deutlich früher als geplant.

Nachdem Air Alps nach ihrer Pleite den Flughafen nicht mehr bedienen konnte, war Darwin in die Bresche gesprungen und hatte mit dem Land Südtirol ausgemacht, drei Jahre lang die Strecke nach Rom zu bedienen. Die Strecke wird mit monatlich 100'000 Euro subventioniert. Doch nun stellt Darwin die Flüge schon per Juni 2015 ein – ein Jahr vor dem eigentlichen Vertragsende.

Strecke soll weiter angeboten werden

Der Südtiroler Landeshauptmann Arno Kompatscher erklärte laut dem Nachrichtenportal Stol.it, dass er von der Entscheidung nicht überrascht war. «Die Fluglinie war offensichtlich nicht zufrieden und wir waren es auch nicht», kommentiert er den Schritt. Schon im ersten Halbjahr des Betriebs wurden 60 Darwin-Flüge storniert, 2014 waren es dann deutlich mehr als 100, beschwert sich auch die Grüne Partei. Die Auslastung auf den Bozen-Rom-Flügen sei sehr gering.

Dennoch versichert die Landesregierung, dass die Strecke weiter angeboten werde. Man werde im Februar eine Lösung präsentieren. Das gefällt den Grünen gar nicht. Sie stellen die Existenzberechtigung des gesamten Flughafens Bozen in Frage. Angesichts «tiefroter Zahlen und verbrannter Steuermillionen» sei es unverantwortlich, weiter Steuergelder in den Flughafen zu investieren, so die Grünen laut der Tiroler Tageszeitung. «Bei einem Aufkommen um die 50.000 Fluggäste im Jahr bleiben Rentabilität und wirtschaftliche Wertschöpfung auf unabsehbare Zeit auf der Strecke.»

Flughafen Bozen kostet Regierung viel Geld

Fast 100 Millionen Euro hat das Land Südtirol in der Zeit von 1997 bis 2013 für den Flughafen Bozen auf den Tisch gelegt. Laut Tageszeitung Alto Adige handelt es sich um eine Summe von 96,7 Millionen Euro. Zum Vergleich: Rund 100 Millionen Euro sind im Haushalt 2014 etwa für den geförderten Wohnbau oder für mittelgroße Umfahrungsstraßen vorgesehen, rechnet Südtirol News vor. Darwin war über die Feiertage nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

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