Triebwerk eines Airbus A330: Hier kommt CO<sub>2</sub> heraus.

Neues Projekt von LufthansaPassagiere sollen Biokerosin mitfinanzieren

Lufthansa bringt einen neuen Kompensationsanbieter an den Start. Bei Compensaid können Passagiere Biokerosin finanzieren. Billig ist das nicht.

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Die Macher nehmen kein Blatt vor den Mund. «Die Wahrheit ist, Reisen trägt spürbar zu den globalen CO2-Emissionen bei», schreibt der neue deutsche Kompensationsanbieter Compensaid. Ein Flug von Frankfurt nach São Paulo in der Business Class verursacht beispielsweise pro Passagier 1,25 Tonnen Kohlenstoffdioxid. Einer von Frankfurt nach Los Angeles in der Economy schlägt mit 594 Kilogramm zu Buche. Zum Vergleich: Ein durchschnittlicher Deutscher verursacht pro Jahr 8,8 Tonnen an CO2.

Deswegen sei es eine zentrale Aufgabe der Branche, diesen Ausstoß einzudämmen. Die Reisenden könnten dabei aber helfen, ergänzt Compensaid. Dabei will der neue Dienst helfen, der vom Lufthansa Innovation Hub entwickelt worden ist. Er bietet zwar wie andere Anbieter eine Kompensation über Investitionen in Projekte an, die den CO2-Ausstoß anderswo verringern. Compensaid hat aber auch die Kompensation über Biokerosin im Angebot.

30 Euro oder 1000 Euro?

Diese Treibstoffe verringern die Emissionen von CO2 um rund 80 Prozent. Sie sind derzeit indes kaum verfügbar und auch noch teuer. Deshalb kommen sie nur selten zum Einsatz. Das will Compensaid ändern. Denn Passagiere können ihren Flug auch über die Wahl von Biokerosin kompensieren. Das heißt, sie tragen die Preisdifferenz für den auf ihrem Flug verbrauchten klassischen Treibstoff zu der bei Verwendung von nachhaltigem.

Der Clou dabei: Jeder Liter, den ein Passagier über eine Kompensation finanziert, verwendet Lufthansa in den kommenden sechs Monaten auf einem Flug. Wie teuer Biokerosin ist, zeigt sich auch bei Compensaid. Wenn man in ein Aufforstungsprojekt investiert, das über einen Zeitraum von 20 Jahren wirkt, zahlt man für den Business Class Deutschland - Brasilien Flug rund 30 Euro. Würde man voll auf Biokerosin setzen, würde das 1000 Euro kosten - für einen Weg.

Für alle Airlines

Den ganzen Kompensationsvorgang verknüpft Compensaid mit attraktiv aufgemachten persönlichen Statistiken. Auch elektronischen Dienste für eine einfache Erfassung der eigenen Flüge sind vorhanden. Den Dienst kann man nicht nur als Lufthansa-Passagier nutzen, sondern mit jeder Airline weltweit.

Viele halten Kompensationen jedoch für einen unseriösen Ablasshandel. Doch eine seriöse Ausführung kann durchaus helfen, findet auch Klimaforscher Reto Knutti. «Natürlich gibt es diesen Effekt, dass man das Gefühl hat, dann ohne schlechtes Gewissen fliegen zu können. Aber es ist dennoch besser als nichts zu tun. Man muss jedoch darauf achten, dass die Kompensation auch wirksam ist», sagte er kürzlich im Interview mit aeroTELEGRAPH. Auch Biotreibstoffe hält er für sinnvoll. «Sofern sie nicht aus landwirtschaftlichen Produkten hergestellt werden und so mit der Ernährung der Menschen konkurrieren, ist das eine Lösung. Altöl. Sägemehl, Algen oder Ähnliches – Biokerosin, das so hergestellt wird, ist klimaneutral».

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Und in 100 Jahren? KLM ist eine der Airline, die sich aktiv darum bemühen, klimafreundliche Lösungen für die Luftfahrt zu finden. Sie erklärte etwa, sie verpflichte sich, über einen Zeitraum von zehn Jahren 75.000 Tonnen nachhaltigen Treibstoff jährlich zu nutzen. Dieser soll aus einer Anlage stammen, die der Biotreibstoff-Hersteller Sky NRG im Küstenort Delfzijl im Norden der Niederlande bis 2022 errichtet.

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