Crew von B&H Airlines: Die Flugzeuge der bosnischen Airline fliegen bereits nicht mehr.

B H AirlinesBosnien schließt seine Nationalairline

B&H Airlines hat hohe Schulden. Deshalb sieht die Regierung von Bosnien und Herzegowina keine andere Möglichkeit, als die Nationairline zu liquidieren.

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2012 machte man sich in Sarajevo noch Hoffnungen. Die Regierung von Bosnien und Herzegowina glaubte fest daran, einen Käufer für einen Anteil von 49 Prozent an B&H Airlines zu finden. Doch daraus wurde nichts. Niemand wollte die chronisch defizitäre nationale Fluggesellschaft übernehmen.

Die Lage verschlimmerte sich seither Monat für Monat. B&H Airlines konnte die Lieferanten nicht mehr zahlen, die Schulden stiegen. Einer der beiden Flieger in der Flotte wurde deshalb Anfang 2015 in Deutschland blockiert. Die Regierung wollte deshalb der Nationalairline nochmals mit einer Geldspritze helfen. Doch die seit April amtende Staatsführung hält davon nichts. Sie hat nun beschlossen, B&H Airlines zu liquidieren. «Sie haben alles Geld verbrannt», so Transportminister Denis Lasić gemäß dem Nachrichtenportal Balkans.

B&H Airlines schuldet der Leasinggeberin Millionen

B&H Airlines schuldet dem Flughafen Sarajevo mehr als 3,5 Millionen Euro, der Leasinggeberin Heta Asset Resolution mehr als 7,5 Millionen. Die Wartung der einzigen noch verbliebenen ATR 72 kann die Fluglinie nicht mehr bezahlen. Der Entscheid zur Liquidation sei zwar hart. Aber es sei auch nicht «das Ende der Welt», so Lasić.

Die Regierung versucht nun, ein Abfindungspaket für die rund 70 Angestellten zu finden. Diese beklagen sich bei Facebook heftig über den Grounding-Entscheid. Die Flüge sind darum eingestellt worden, nachdem sie zuvor bereits nur noch sporadisch durchgeführt wurden.

Schon die Vorgängerin Air Bosna ging pleite

B&H Airlines wurde 2003 bereits einmal geschlossen. Damals hieß sie noch Air Bosna. 2005 wurde die Fluglinie von der damaligen Regierung aber wiederbelebt. Zuletzt bediente sie nur noch das Inlandsziel Banja Luka und Zürich.

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