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Bordknigge

So werden Sie zum perfekten Passagier

An Bord ist es eng. Daher können Kleinigkeiten schnell das Klima zwischen Sitznachbarn vergiften. Zwölf Tipps, wie sie zum perfekten Passagier werden.

Flugzeug: Sich aus dem Weg zu gehen, ist an Bord schwierig.

Ein furzender Passagier und sich darüber lauthals beklagende Mitreisende haben kürzlich zu einer ungeplanten Landung eines Flugzeuges geführt und weltweit für Schlagzeilen gesorgt. Nicht immer braucht es gleich einen solch heftigen Streit, damit es an Bord unangenehm wird. Manchmal reicht schon eine kleine Geste oder eine Unterlassung aus, damit das Klima zwischen Sitznachbarn oder zwischen Reisendem und Besatzung gestört wird.

Das muss nicht sein, findet Susanne Abplanalp. Sie lehrt als Kniggeberaterin Firmen das Business-Knigge. «Wertschätzende Umgangsformen lohnen sich wirklich», sagt die Autorin des Buches «Der Office-Knigge». Das gelte nicht nur in der Arbeitswelt, sondern genauso im Privaten oder eben im Flugzeug.

Zwölf goldene Regeln

Wie überall im Leben braucht es die Bereitschaft aller, damit es an Bord auch klappt. Aber was genau kann man selbst tun? Abplanalp hat für aeroTELEGRAPH zwölf Regeln und einen goldenen Tipp zusammengestellt.

Höflich gegenüber dem Personal: Grüßen Sie mit einem Lächeln und Augenkontakt. Falls Ihnen dies nicht gelingt, sollten Sie zumindest den Gruss erwidern. Oft wird das Bordpersonal wie Luft behandelt – mit entsprechenden Folgen.

Gruß an den Sitznachbarn: Einen Gruß oder zumindest ein Lächeln oder Nicken ist wünschenswert. Falls Sie kein weiteres Gespräch wünschen, signalisieren Sie dies mit einem Blick in eine Zeitschrift oder Buch oder nutzen das Filmangebot. Oder Sie teilen mit, dass Sie sich von einem anstrengenden Tag erholen müssen.

Kleine Handreichungen: Geben Sie das Tablett weiter. Helfen Sie beim Versorgen des Gepäcks falls nötig. Heben Sie etwas vom Boden auf, wenn etwas runterfällt.

Fenster nicht blockieren: Sitzen Sie am Fenster, ist es unhöflich, wenn Sie am hellen Tag die Fensterabdeckung schließen weil sie einen Film schauen möchten oder schlafen. Fragen Sie zuerst, wenn sie die Jalousie runterlassen wollen. Auch das Verdecken des Fensters mit Ihrer ausgebreiteten Zeitung, vorallem bei Start und Landung ist für den Sitznachbarn unangenehm.

Nicht unentwegt aufstehen: Häufige Toilettenbesuche, mehrfaches Öffnen der Gepäckablage um etwas herauszuholen – das ist unangenehm. Holen Sie den Pulli aus der Tasche, wenn Sie sowieso aufstehen und auf die Toilette müssen oder gehen Sie gleich nach Ihrem Sitznachbarn auf die Toilette.

Nicht laut sprechen: Lautes Diskutieren mit anderen Personen, vor allem im Stehen und in der Warteschlange zur Toilette, ist für die Passagiere rundherum ein Ärgernis.

Kein Armlehnenkampf: Die Armlehne gehört nicht Ihnen. Falls Ihr Sitznachbar die Armlehne für sich beansprucht, fragen Sie ob Sie für die nächste Stunde die gemeinsame Armlehne für sich nutzen dürfen.

Nicht am Sessel rütteln: Etwas vom Unangenehmsten ist das Rütteln am Sitz des vorderen Sitznachbarn. Es kann ihn vielleicht sogar aus dem Schlaf holen. Mit etwas Schwung gelingt Ihnen das Aufstehen auch ohne ein Festhalten an der Armlehne des Vordermannes.

Lästern Sie nicht: Lästern beim Sitznachbarn oder beim Personal bringt gar nichts. Es bringt nur schlechte Stimmung und ändern können Sie nichts. Besser informieren Sie sich beim Personal und zeigen Verständnis für Verspätungen.

Kein Hamstern: Wer beim Gratisangebot mehr als verträglich zuschlägt oder sogar hamstert hinterlässt keinen guten Eindruck. Noch schlimmer, wenn man die erbettelte Extraportion anschließend liegen lässt.

Ordnung halten:  Hinterlassen Sie den Sitzplatz nicht unaufgeräumt. Wenn Sie Zeitungen und Plastikmüll liegen lassen, ist dies einfach nicht schön. Meistens sammelt das Bordpersonal die grösseren Abfälle ein. Gehen Sie dabei zur Hand und helfen Sie.

Neutral riechen: Weder schlecht riechen noch zu stark parfümiert ist angenehm für das Umfeld. Parfümieren Sie sich auch nicht vor Ort sondern besuchen Sie die Toilette. Vermeiden Sie, die übel riechenden Füße auf die Seite des Sitznachbarn oder in den Gang zu strecken.

Der wichtigste Tipp überhaupt

Denken Sie daran, man begegnet sich oft zwei Mal im Leben. Benehmen Sie sich so, dass Sie dem Sitznachbarn oder der Flugbegleiterin später wieder mit gutem Gefühl in die Augen schauen können. Ein höfliches und zuvorkommendes Benehmen wird meistens honoriert. Das Bordpersonal zaubert unerwartet doch noch eine Zeitung hervor oder erlaubt das extra Gepäckstück. Oder der Sitznachbar hat vielleicht einen guten Restauranttipp am Ankunftsort für Sie bereit oder schenkt Ihnen seine Nachspeise.

Wenn dies alles nichts hilft, stellen Sie sich vor, bei Ihrem Sitznachbarn handelt es sich um Ihren zukünftigen Chef oder bei der Nachbarin um die potentielle Schwiegermutter. Würden Sie sich dann Ihrer mitfliegenden Person gegenüber anders benehmen?



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