Die V1-Bomber von Görings Luftwaffe sollen Boeing inspiriert haben.

Futuristischer Jet mit Nazi-Technik

Boeing tüftelt an einem neuen Flugzeug mit revolutionären Düsen - inspirieren ließ man sich von Forschung aus dem Dritten Reich.

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Luftfahrt

Der Flugzeugbauer Boeing bastelt offenbar an einem neuen VTOL-Flugzeug. VTOL, das steht für «Vertical Take-Off and Landing». Ohne eine lange Rollbahn können solche Jets also abheben und wieder landen - wie Hubschrauber, nur dass sie sich, einmal in der Luft, bewegen wie andere Flieger auch. Die Düsen, die Boeing dafür verwendet, sollen revolutionär sein. PETA heißen sie - Pulse-Ejector-Thrust-Augmentors.

Anders als normale Triebwerke befinden sich in den PETA-Düsen keine beweglichen Bestandteile. Sie stoßen stattdessen Schockwellen ab, die das Flugzeug vom Boden heben. Mit jeder Welle stößt heiße Luft aus dem Triebwerk. Durch den Druckausgleich entsteht wieder kalte Luft in der Düse. Diese vermischt sich dann wiederum mit neuem Treibstoff, eine neue Schockwelle entsteht. Der Prozess wiederholt sich so schnell und so oft, dass der Jet dadurch vom Boden abhebt.

Doch ganz neu ist das Design auch wieder nicht. Abgeguckt hat Boeing ausgerechnet bei den Ingenieuren der deutschen Luftwaffe im zweiten Weltkrieg. Görings Armee verwendete eine sehr ähnliche Technologie für die V1-Bomber. Entwickelt hatte die der Ingenieur Robert Lusser vom Flugzeughersteller Fieseler und von Fritz Gosslau vom Motorenhersteller. Göring setzte sie bei den Angriffen auf London im Jahr 1944 ein. Glücklicherweise waren die unbemannten Nazi-Bomben allerdings nicht sonderlich effizient: Die Flugdauer war kurz, nur vier von zehn Flugkörpern erreichten die englische Hauptstadt auch. Außerdem waren die Bomber sehr laut. Die Engländer nannten sie aus diesem Grund auch «Höllenhunde».

Pentagon angeblich interessiert

Boeings PETA-Düsen sollen laut den Amerikanern keine dieser Fehler haben. Die Technologie sei so fortgeschritten, dass sogar das Pentagon überlege, sie in große VTOL-Flieger zu integrieren und damit große Einheiten an Truppen zu transportieren. Schon bald, so spekuliert das US-Magazin «Wired», könne der erste Prototyp an den Start gehen.

Ein großer Vorteil der PETA-Düsen soll sein, dass mit spezieller Computertechnik jede einzeln gesteuert werden kann. Das ermöglicht schon beim Start komplizierte Manöver. Erst nach dem Take-Off greifen dann die Triebwerke mit dem vertikalen Antrieb. Dadurch, dass sich horizontaler und vertikaler Antrieb nicht vermischen, soll die Technik weit effizienter sein als bisherige VTOL-Designs. Das macht laut Boeing Produktion und Wartung um einiges billiger. Und auch sicherer sollen die neuen Düsen sein. Dadurch, dass sie keine beweglichen Bestandteile beinhalten, hätten sie eine weit geringere Fehlerquote als bisherige Technologien.

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