9V-SWH: Das Flugzeug hattw kaum noch Reserven.

Schlechtes Wetter in der RegionBoeing 777 von Singapore Airlines braucht fast den letzten Tropfen Kerosin

Eine Umleitung, dann drei fehlgeschlagene Landeversuche: Eine Boeing 777 von Singapore Airlines hatte kaum noch Treibstoff im Tank, als ihr doch die Landung gelang.

Top-Jobs

sunny cars

Customer Service Expert (m/w/d)

München / Remote
Feste Anstellung
Autovermietung
Sunny Cars
Deutschland
30 - 40 Stunden
Top jobs
IFFD Flugdienste

Piloten/ First Officer (m/w/d)

IFFD GmbH
Graz/Klagenfurt
Feste Anstellung
NCC-Betrieb
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

Flight Operations Officer in Vienna (Austria)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

First Officer Embraer 550 / Legacy 500 (m/f)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs

106.604 Liter Treibstoff hatte die Boeing 777 von Singapore Airlines mit dem Kennzeichen 9V-SWH in London getankt. Und als die Maschine am 24. Oktober 2022 in Heathrow startete, sah auch das Wetter am Zielort Singapur gut aus. Doch das änderte sich.

Ein Sturm braute sich über der Region zusammen. Wegen starker Winde und Niederschläge mussten die Piloten um 16:05 Uhr Ortszeit vor dem Flughafen Singapur Changi schließlich in die Warteschleife. Auch an den beiden Haupt-Ausweichflughäfen, der Paya Lebar Air Base in Singapur und dem Senai International Airport in Malaysia, war das Wetter schlecht.

«Mayday Fuel»

Beim Ausweichflughafen im indonesischen Batam waren die Bedingungen aber gut – noch. Die Crew hoffte allerdings darauf, dass sich die Bedingungen in Changi bessern. Sie erklärte der Flugsicherung um 16:36 Uhr, dass man noch eine Schlaufe fliege und erst dann eine Umleitung nach Batam verlangen werde.

Doch die Bedingungen besserten sich nicht. Die Boeing 777 flog noch eine zweite Schlaufe setzte schließlich den Notruf «Mayday Fuel» ab. Das tut man dann, wenn bei der Landung weniger als die geplante Kerosinreserve im Tank ist. So erhielt die Boeing 777 die bevorzugte Landeerlaubnis für den Ausweichflughafen Batam. Doch auch da zog jetzt schlechtes Wetter auf.

Drei Versuche gelingen nicht

Dadurch wurde es richtig brenzlig. Wegen starken Rückenwindes von 14 Knoten und Böen von bis zu 30 Knoten musste die Crew den Anflug auf Batam beim ersten Versuch abbrechen. Auch der zweite Versuch missglückte, die Crew erhielt die Warnung «No Autoland» und musste in einer Höhe von 40 Metern durchstarten.

Die Crew machte sich bereit für eine Landung auf Piste 04. Doch dann hieß es, die Sicht sei zu schlecht, auf Piste 22 sei sie besser. Das sei keine Option, so die Piloten. Der Treibstoff reiche nicht, um auf Piste 22 zu wechseln. Die Landung müsse jetzt gelingen. Sie gelang nicht.

Trotz Rückenwind gelandet

Als das Flugzeug durch die niedrige Wolkendecke stieß, stellte sich heraus, dass sich der Flieger oberhalb des Gleitpfades befand und auch nicht richtig auf die Landebahn ausgerichtet war. Außerdem meldete das Warnsystem eine zu hohe Sinkrate. Auf einer Höhe von 65 Metern startete die Boeing 777 erneut durch.

Der Treibstoff war zu diesem Zeitpunkt derart zuneige gegangen, dass sich die Crew schließlich entschied, entgegen der Vorgaben bei einem Rückenwind von 15 Knoten auf Landebahn 22 zu landen. Die Airline rät eigentlich von Landungen bei Rückenwind von mehr als 10 Knoten ab. Als Grund für die Maßnahme wird in dem Abschlussbericht der «kritisch niedrige Stand des Treibstoffs» angegeben.

Der Flugverlauf. Bild: Flightradar24.com

Kritik an der Crew

Schließlich ging alles gut und der Flieger landete nach 15 Stunden und 14 Minuten in Batam. Im Schnitt dauert Flug SQ319 lediglich 12:33 Stunden. Im Tank blieb nur noch «signifikant weniger Kerosin als die Reserve von 3024 Kilogramm», heißt es. Singapore Airlines hat im Nachgang ebenfalls eine Untersuchung eingeleitet und die Ausbildung der Crews rund ums Treibstoffmanagement angepasst.

Auch der Bericht kritisiert die Entscheidungen der Crew: «Die Entscheidung, so lange wie möglich in der Warteschleife zu bleiben, in der Hoffnung, dass der planmäßige Ankunftsflughafen wieder Anflüge annimmt, bedeutet für die Flugbesatzung den Nachteil, dass sie weniger Sicherheitsreserven hat, wenn die Entscheidung für eine Umleitung getroffen wird und sie aufgrund unvorhergesehener Ereignisse mehr als einen Landeversuch unternehmen muss.»

Mehr zum Thema

Airbus A320 Neo von Vistara: Solch ein Jet geriet nun in Schwierigkeiten.

A320 Neo von Vistara landet mit fast leerem Tank

Flugzeug von Air Astana: Bald ohne Kerosin?

Air Astana warnt vor leeren Tanks

ticker-singapore-airlines

Airbus A350 von Singapore Airlines kollidiert in Newark mit A321 Neo von Spirit Airlines

ticker-singapore-airlines

Singapore Airlines fliegt mit Airbus A350 nach Riyadh

Video

König Willem-Alexander bei seinem letzten Flug mit einer Boeing 737: Er lässt sich nochmals umschulen.
Fußballfans, Familien auf dem Weg nach Lappland oder Urlauber nach Ibiza: Viele Passagiere ahnten nicht, dass ihr Kopilot der König der Niederlande war. Jetzt flog Willem-Alexander letztmals mit einer Boeing 737 von KLM - und beginnt nun die Umschulung auf Airbus.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
amboseli airstrip under water
Ein Video aus dem Amboseli-Nationalpark in Kenia scheint einen See zu zeigen. Aber nein: Es ist die Start- und Landebahn des Park-Airports. Sie ist vollständig im Wasser verschwunden.
Timo Nowack
Timo Nowack
air canada bridgetown umkehr
Am Flughafen Bridgetown ging auf einmal gar nichts mehr. Flüge von Air Canada und Jetblue mussten auf dem Weg zum internationalen Flughafen von Barbados plötzlich umkehren. Grund war ein spontaner Streik.
Timo Nowack
Timo Nowack