Eine Boeing 767 von Latam Cargo: In Frankfurt kam es zu einem Zwischenfall, der von der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung untersucht wird.

Heikle SituationBoeing 767 von Latam entging in Frankfurt knapp Katastrophe

Am Flughafen Frankfurt musste eine Boeing 767 F von Latam die Landung aufgrund von Scherwinden abbrechen. Anschließend lief vieles schief. Sie kreuzte die parallele Piste und kämpfte mit einem Strömungsabriss.

Top-Jobs

Goldeck Logo

Kapitän Pilatus PC-12NGX (f/m/d)

Goldeck-Flug Gesellschaft m.b.H.
Vollzeit
Top jobs
Wien / Wiener Neustadt
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation
Sparfell Logo

Captain/First Officer Embraer 550 / Legacy 500 (m/f)

SPARFELL Luftfahrt GmbH
Vollzeit
Vienna
Top jobs
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation
Pilatus Logo

Mechaniker Flugzeugkomponenten (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller

Er gehört zu den der schlimmsten Szenarien in der Luftfahrt, der Strömungsabriss. Der Luftstrom kann dabei nicht mehr der Wölbung der Tragfläche folgen und löst sich ab. Die Folge ist ein Auftriebsverlust, der zum Absturz führen kann. Je langsamer ein Flugzeug fliegt, desto höher muss der Anstellwinkel sein, damit das Flugzeug genug Auftrieb erhält. Pilotinnen und Piloten trainieren das Manöver immer wieder.

Am Flughafen Frankfurt kam es bei einer Boeing 767-300 von Latam Cargo vergangenen Dienstag (20. Juni) möglicherweise zu einem solchen Strömungsabriss, wie das auf Zwischenfälle spezialisierte Portal Aviation Herald berichtet. Der Frachter war als Flug UC1502 aus Amsterdam gekommen. Über dem größten deutschen Flughafen lag gegen 19:50 Uhr eine Gewitterfront. Zahlreiche Flieger wurden deswegen umgeleitet.

Plötzlich wieder steiler Anstieg

Die Boeing 767 F von Latam versuchte es. Kurz vor der Landung wurde sie aber von Scherwinden erfasst. Die Cockpitbesatzung entschied sich, die Landung abzubrechen und durchzustarten. Dabei kippte die Maschine mit dem Kennzeichen CC-CXK allerdings plötzlich scharf nach rechts und schnitt die parallel verlaufende Center-Bahn 25C/07C.

Anschließend stieg die Maschine bis auf eine Höhe von etwa 910 Meter extrem steil an. Dabei nahm gleichzeitig die Geschwindigkeit immer weiter ab. Zuletzt soll sich die Maschine mit nur noch 50 Knoten oder rund 90 Kilometer pro Stunde (Geschwindigkeit gemessen über Grund) in der Luft gehalten haben. Im Zuge des Manövers sackte der Frachter bis auf rund 580 Meter ab.

Deutsche Behörde wird Vorfall untersuchen

Die Latam-Crew konnte das Flugzeug stabilisieren und rund 35 Minuten später sicher in Frankfurt  landen, wie Daten bei Flightaware zeigen. Laut Aviation Herald wird die deutsche Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung BFU den Vorfall untersuchen.

Von Latam lag bis zur Veröffentlichung des Artikels noch keine Stellungnahme vor.

Mehr zum Thema

Was tut ein erfahrener Pilot bei Strömungsabriss?

Was tut ein erfahrener Pilot bei Strömungsabriss?

Ein Bild, das inzwischen zum Symbol für Unglücksflug AF 447 wurde: Leitwerk des abgestürzten Airbus A330 im Atlantik.

Airbus verteidigt sich vor Gericht gegen Vorwürfe im Fall AF447

Höhenleitwerk einer Boeing 737 Max von Lion Air (im Kreis): Gegenläufige Kräfte.

Brachte dieser Effekt die 737 Max zum Absturz?

ticker-latam

Latam fliegt Rettungskräfte und Hilfsgüter kostenlos nach Venezuela

Video

Der Airbus A350-1000 ULR mit der Kennung F-WULR ist um 10:43 Ortszeit zum ersten Mal auf australischem Boden gelandet.
Ohne Passagiere, aber mit über tausend Sensoren an Bord, ist der erste Airbus A350-1000 ULR für Qantas Project Sunrise in Melbourne gelandet. Der Testjet legte die Strecke von Toulouse in nicht ganz 20 Stunden zurück, noch in unlackierter Green Livery.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Die VA-1X von Vertical Aerospace: Zeigte in Farnborough, was sie kann.
Elektrische Senkrechtstarter gelten als eines der Zukunftsthemen der Luftfahrt. Auf der Farnborough Airshow demonstrierte Vertical Aerospace eindrucksvoll die Fähigkeiten seines Prototyps. Bis Passagiere regelmäßig mit Evtols fliegen, dürfte allerdings noch einige Zeit vergehen.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
Airbus A340-300 von Mahan Air bei der Landung im Jemen: Der Airport ist seit zehn Jahren gesperrt.
Ein Airbus A340 von Mahan Air weicht auf einen seit über zehn Jahren gesperrten Flughafen aus, nachdem Regierungstruppen die Landebahn in Sanaa beschossen haben. Die Regierung hat den gesamten Luftverkehr ausgesetzt.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies