EC-MFEBoeing 737 F von Swiftair flog bei Anflug auf Vilnius wohl zu niedrig

Weshalb ist die Boeing 737 F in Vilnius abgestürzt? Schnell kam der Verdacht auf, es könne ein Anschlag gewesen sein. Doch die litauischen Behörden entwarnen. Sie suchen anderswo.

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Es hätte in einer Katastrophe enden können. Doch nach aktuellen Angaben ist beim Absturz der Boeing 737-400 SF von Swiftair in Vilnius nur eine Person ums Leben gekommen. Die litauischen Behörden meldeten den Tod eines Piloten. Er war spanischer Staatsbürger. Der zweite Pilot und die beiden weiteren Besatzungsmitglieder - es handelte sich um Männer mit litauischem, deutschen und spanischem Pass  - überlebten verletzt.

Die Boeing 737 mit dem Kennzeichen EC-MFE von Swiftair war am Montagmorgen (25. November) im Auftrag von DHL in Leipzig gestartet. Sie befand sich kurz vor halb sechs Uhr morgens im Anflug auf Landebahn 19 des Flughafens Vilnius. Doch rund 1,6 Kilometer vor der Landebahn stürzte sie ab. Offenbar schlitterte der Umbaufrachter zuerst dem Boden entlang und krachte dann in ein zweistöckiges Wohnhaus in der Nähe des Flughafens, in dem 14 Menschen lebten.

Deutlich unter ILS-Gleitpfad

Wie das auf Zwischenfälle spezialisierte Portal Aviation Herald berichtet, befand sich die Boeing 737 von Swiftair beim ILS-Anflug auf die Piste rund 26 Meter unterhalb des Gleitpfades auf einer Höhe von noch rund 77 Metern - sie flog also zu niedrig. Aufnahmen einer Webcam zeigen den Flieger, wie Flug QY-5960 sehr tief über Bäume und Häuser hinweg fliegt und dann plötzlich nach links kippt. Erhärtet sind diese Informationen bisher aber nicht.

Doch es gibt zumindest Hinweise darauf, dass aus irgendeinem Grund ein Fehler passiert ist. Die litauischen Behörden hatten in einer ersten Stellungnahme bereits erklärt, in Richtung technischen oder menschlichen Versagens zu ermitteln. Sie hatten aber zuerst nichts ausgeschlossen, auch nicht die Möglichkeit eines terroristischen Aktes.

Wohl keine externe Einwirkung

Doch am Montagnachmittag sagte Polizeikommissar Arūnas Paulauskas, es gebe keine Hinweise auf äußere Einwirkung. «Die erste Einschätzung ist, dass das Flugzeug nicht abgestürzt, sondern gelandet ist, und es gibt keine sichtbaren Hinweise auf äußere Schäden. Nach den ersten Angaben gibt es keine Hinweise darauf, dass im Inneren des Flugzeugs etwas passiert ist», zitiert ihn das Portal Delfi. Es habe keinen Brand oder keinen Rauch an Bord gegeben. Und die Kommunikation an Bord sei ganz normal gewesen.

Die Hypothese mit dem terroristischen Akt kam auch auf, weil im Sommer in DHL-Vertriebszentren in Leipzig und Birmingham Brandsätze gefunden wurden. Sie waren in Litauen aufgegeben worden und hatten Nordamerika als Ziel. Die Attentatsversuche wurden russischen Saboteuren zugerechnet.

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