Pilot von Easyjet: Angst vor Übermüdung.

PilotenBei Easyjet stehen die Zeichen auf Streik

Bei Easyjet könnte es schon bald zu Ausfällen und Verspätungen kommen. Piloten der Fluggesellschaft haben für den Arbeitskampf gestimmt. Sie sorgen sich wegen Übermüdung um die Sicherheit.

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Von einer Wahlbeteiligung von 88 Prozent kann man in der Mehrheit aller Demokratien wohl nur träumen. Bei der jüngsten Abstimmung der Gewerkschaft British Airline Pilots' Association (Balpa) kam sie zustande. Und auch das Ergebnis ist ziemlich klar – oder «überwältigend», wie Balpa selbst in einer Mitteilung schreibt. 96 Prozent der rund 2000 Easyjet-Piloten, die Mitglied der Gewerkschaft sind, haben dafür gestimmt, zu streiken oder ähnliche Maßnahmen des Arbeitskampfes zu ergreifen.

Hintergrund ist ein Streit über das Thema Übermüdung im Cockpit. Die Pilotengewerkschaft fürchtet, dass durch eine hohe Arbeitsbelastung der Cockpit-Crews bei Easyjet eine erhöhte Gefahr der Übermüdung entsteht und das wiederum die Sicherheit der Passagiere beeinträchtigt. Laut der Balpa-Mitteilung hat Easyjet bereits ein Angebot vorgelegt, um einen Arbeitskampf zu verhindern.

Ersatz durch ausländische Piloten

Man werde dieses «Last-Minute-Angebot» nun anschauen und morgen mit Easyjet sprechen. Erst danach werde entschieden, ob es wirklich zum Streik komme. Noch seien keine Maßnahmen geplant, versichert die Gewerkschaft. Sollten die Gespräche zu keine Lösung führen, könnten die Streiks aber bereits im Oktober beginnen. «Easyjet ist bereit mit Balpa zu sprechen um eine Lösung zu finden», erklärt eine Sprecherin. Es sei momentan kein Streik geplant.

Easyjet hat allerdings die Möglichkeit, Piloten aus anderen Ländergesellschaften abzuziehen und als Ersatz für die streikenden Crews einzusetzen. Dieses Recht hat sich die Airline vor einem niederländischen Gericht erkämpft, als es darum ging, ausländische Piloten als Streikbrecher in den Niederlanden einzusetzen. Die deutsche Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit hat diese Praxis bereits kritisiert und fordert, dass die internationale Easyjet Pilots Group als übernationale Vertretung der Easyjet-Piloten anerkannt wird.

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Redaktion