Spritze: Der Impfstoff muss nicht nur entwickelt, sondern auch verteilt werden.

SpezialfrachtEs fehlen Flugzeuge zur Verteilung der Corona-Impfung

Die Welt wartet auf einen Impfstoff gegen Covid-19. Allerdings wird die Verteilung eine riesige logistische Herausforderung - gerade in der Luftfahrt.

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Rund um den Globus arbeiten Pharmafirmen an einem Covid-19-Impfstoff. Auch die Luftfahrt schaut gebannt auf die Forschung: Fast jede Prognose zur Erholung der Passagierzahlen basiert auf der Annahme, dass ein Impfstoff die Pandemie beendet.

Dabei stehen Luftfahrt- und Logistikfirmen auch selber vor einer riesigen Herausforderung: der Verteilung des künftigen Impfstoffs. «Wir sind nicht vorbereitet», sagt Neel Jones Shah, Topmanager des amerikanischen Speditionsunternehmens Flexport, laut der Nachrichtenagentur Bloomberg über die Branche. Der Grund: «Die Lieferketten für Impfstoff sind um ein Vielfaches komplexer als die für medizinische Schutzausrüstung.»

Problem ist die Kühlung

Material wie Gesichtsmasken oder Handschuhe könnten im Zweifel problemlos einige Tage in einem Flugzeug auf dem Vorfeld lagern, ohne dass sie Schaden nehmen würden, erklärt Jones Shah. Mit Impfstoff sei das Verteilung nicht möglich, ohne ihn zu zerstören. Entscheidend für die so wichtige wie sensible Fracht ist nämlich lückenlosen Kühlkette.

Ein großer Teil der Weltbevölkerung sei nicht an Lieferketten angeschlossen, «die bei diesen Temperaturen operieren», sagte kürzlich auch Paul Hudson, Chef des Pharmakonzerns Sanofi. In der Luftfahrt ist der Transport von Medikamenten generell mit höheren Anforderungen verbunden. Der Airline-Dachverband Iata vergibt dafür extra Zertifikate.

Frachtkapazität ist knapp

So sind von den 115 Frachthallen, in denen der weltgrösste Flughafendienstleister Swissport tätig ist, nur zehn zertifiziert. Dazu gehören etwa Brüssel, Madrid, Miami, Frankfurt, Boston und Basel-Mulhouse. Dazu kommt die Frage nach den verfügbaren Kapazitäten in der Luft. «Reine Frachtflugzeuge sind zur Mangelware geworden», sagt Swissport-Sprecher Christoph Meier gegenüber der Zeitung Tagesanzeiger.

Denn auch abseits von Fragen wie denen der Kühlung und Zertifizierung ist schon normale Cargokapazität derzeit rar, da viele Passagierflieger nicht abheben, die sonst auch Fracht mitnehmen. «Aktuell sind die Luftfrachtraten sehr volatil. Gerade aufgrund der hohen Nachfrage können sich Preise ständig und in kürzester Zeit ändern», sagte ein Branchenkenner kürzlich zu aeroTELEGRAPH. Das macht eine frühzeitige Planung schwierig. Mit Blick auf den Impfstoff gibt es zudem viele weitere offene Fragen, die eine Vorbereitung erschweren, etwa die Frage, wo er hergestellt wird.

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