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Lockheed L-1049 defekt

Auch der Super Constellation droht das Grounding

Schlechte Nachrichten für den Verein, der die letzte für Passagierflüge zugelassene Super Constellation betreibt. Die Flügel müssen generalüberholt werden.

Simeon Lüthi/aeroTELEGRAPH

Die letzte für Passagierflüge zugelassene Lockheed L-1049: Reparatur kostet Millionen.

Ende November 2018 kam die erste Hiobsbotschaft: An der Flügelvorderkante entdeckten die Fachleute der Super Constellation Flyers Association Absplitterungen. Jetzt gibt es eine zweite schlechte Nachricht. Die Tragflächen des letzten Exemplars einer Lockheed L-1049, das Passagiere mitführen darf, müssen abgenommen und völlig auseinandergebaut werden. Das wird für den Schweizer Verein richtig teuer.

Wie er in einem heute an die Mitglieder verschickten Brief schreibt, wird die Sanierung voraussichtlich vier Jahre dauern und bis zu 20 Millionen Franken kosten, umgerechnet 17,6 Millionen Euro. 10 Millionen wird alleine die Flügelsanierung verschlingen. Hinzu kommen weitere 10 Millionen für Mechanikerlöhne, Hangarmiete für vier Jahre, Verwaltung und eine Reserve für Unvorhergesehenes. Der gesamte Betrag müsse vor Beginn der Renovierung der Super Constellation sichergestellt sein, ein Abbruch der Sanierungsarbeiten sei nicht denkbar, heißt es im Schreiben des Fördervereins.

Verschrotten? Keine Option

Bei der Super Constellation Flyers Association herrscht darum Alarmstimmung. Der Vorstand gibt sich für das scheinbar aussichtslose Unterfangen drei Monate Zeit und schreibt Donatoren, Mäzene und Investoren an. Auch an ein weltweitweites Crowdfunding wird gedacht. Ein Verkauf der Super Constellation wäre aussichtslos. Wer will schon einen Flieger, bei dem man erst mal 20 Millionen in die Hand nehmen muss? Verschenken oder verschrotten wären ebenfalls keine Optionen, findet die Super Constellation Flyers Association. Alle bisherigen Investitionen, Arbeiten und das ganze vergossene Herzblut wären für die Katz.

Die HB-RSC ist die letzte Super Constellation weltweit, die noch Passagiere transportieren darf. «Den ganzen Aufwand betreiben wir, weil wir wieder die Zulassung für 35 Passagiere erhalten wollen» sagt Connie-Mitbesitzer Marcel Tschudin. Der Verein Super Constellation Flyers Association arbeitet jedoch bereits an einem Plan B, an einem Aviatik-Museum oder -Themenpark. Dort könnte dereinst die fliegende Legende das Herzstück darstellen.

Oder ein Museum?

Das Problem: Der Flieger steht in Zürich, und selbst ein einfacher (letzter) Überführungsflug nach Basel dürfte, je nach Auflagen der schweizerischen Luftfahrtbehörde Bundesamt für Zivilluftfahrt, 1,5 bis 4 Millionen kosten. Selbst ein Straßentransport würde Unsummen verschlingen, sagt Tschudin. Um das Museumsprojekt voranzutreiben, bildete der Verein Aviatik-Museum kürzlich eine Task Force mit Crossair-Gründer Moritz Suter und Paul Rhinow, früherer Direktor des Euro Airport Basel/Mulhouse/Freiburg.

Ein Projekt der Lufthansa, eine alte Superconnie in den USA wieder zusammenzubauen und zu einer modernen Propellermaschine zusammenzubauen, wurde im Herbst 2018 fallen gelassen. Grund: Die Kosten liefen aus dem Ruder. Fachleute schätzen den bisherigen Aufwand auf rund 100 Millionen Dollar. Eine flugfähige Super Constellation ohne Passagier-Bewilligung existiert noch in den USA. Eine weitere flog in Australien dem Vernehmen nach bis 2017, steht jetzt aber im Flugzeugmuseum Albion Park/Sydney am Boden.

Acht Jahre lang produziert

Die Super Constellation hatte ihren Erstflug 1950. Produziert wurde sie von Lockheed bis 1958. In dieser Zeit wurden 579 Exemplare hergestellt.



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