An-225 mit Raumfähre: Keine Teile mehr aus Russland für Antonov.

Fehlende BauteileAntonov kann keine Flugzeuge mehr bauen

Wegen dem Streit mit Russland gehen dem ukrainischen Flugzeughersteller die Bauteile aus. 2016 wurde bei Antonov noch kein einziges Flugzeug fertiggestellt.

Top-Jobs

sunny cars

Customer Service Expert (m/w/d)

München / Remote
Feste Anstellung
Autovermietung
Sunny Cars
Deutschland
30 - 40 Stunden
Top jobs
IFFD Flugdienste

Piloten/ First Officer (m/w/d)

IFFD GmbH
Graz/Klagenfurt
Feste Anstellung
NCC-Betrieb
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

Flight Operations Officer in Vienna (Austria)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

First Officer Embraer 550 / Legacy 500 (m/f)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs

Eine geringe Nachfrage und fehlende Bauteile bringen den traditionsreichen Flugzeughersteller Antonov in Schieflage. Besonders gravierend: Im September 2015 haben die Ukrainer aus politischen Gründen den Kooperationsvertrag mit Russlands United Aircraft Corporation gekündigt. Wegen der Annexion der Krim und dem Krieg in der Ostukraine wollte man nicht länger mit dem russischen Konsortium zusammenarbeiten.

Die Folge davon ist, dass nun offenbar wichtige Bauteile fehlen, die bisher aus Russland gekommen waren. Laut Medienberichten lief bei Antonov in diesem Jahr noch keine einzige Maschine vom Band. Dafür ging man einen umstrittenen Deal mit China ein, mit dem die Produktion des größten Frachtflugzeugs der Welt, der An-225 Mriya, wiederbelebt werden soll.

«Luftfahrtindustrie in sehr schlechtem Zustand»

Um profitabel zu wirtschaften müsste Antonov 12 bis 15 Flugzeuge im Jahr bauen, so der ukrainische Experte Yuliy Kyseliov gegenüber der Zeitung Kyiv Post. «Doch unsere Luftfahrtindustrie ist in einem sehr schlechten Zustand, weil die Produktion grosser Flugzeuge gegen Null geht». Auch vor dem Konflikt mit Russland sei die Produktion nur noch auf Sparflamme gelaufen.

Inzwischen sucht Antonov in zahlreichen Ländern nach neuen Partnern, mit denen die Herstellung wieder in Schwung gebracht werden könnte. Der Frachter An-132D, der noch in diesem Jahr erstmals abheben soll, werde keine russischen Komponenten enthalten, verspricht Antonov. Die Triebwerke kommen von Pratt & Whitney, die Avionik von Honeywell und die Kabinenlüftung von Liebherr. Zudem besteht eine Kooperation mit Saudi-Arabien, wo das Flugzeug in Lizenz produziert werden darf.

Harte Konkurrenz für Passagierflugzeuge

Ob damit der Befreiungsschlag gelingt, ist indes fraglich. Auch westliche Zulieferer wollen am Ende Geld sehen. Und dieses fehlt wegen der schlechten Auftragslage. Wegen der fehlenden Teile aus Russland sei auch die Passagierflugzeugsparte des Unternehmens in Rücklage geraten, sagt Experte Kyseliov.

Bei der Entwicklung des Regionaljets An-158 ist man hinter die Konkurrenz zurückgefallen. Zahlreiche potenzielle Kunden haben keine Antonov, sondern den Mitsubishi Regional Jet bestellt, der 2018 in Dienst gestellt werden soll. «Der Markt wartet nicht», zitierte der russische Sender RT einen Antonov-Manager.

Chinesische Teile für An-225

Auch der Vertrag mit einem chinesischen Luftfahrtunternehmen über die An-225 ist vor dem Hintergrund der Emanzipation von Russland zu sehen. Antonov möchte die zweite unfertige An-225 mit chinesischen Teilen vollenden lassen. Beim sowjetischen Original waren neben drei Firmen in der heutigen Ukraine auch vier Fabriken in Russland und eine in Usbekistan maßgeblich beteiligt gewesen.

Doch laut RT gibt es beim Deal noch weitere Probleme. Während chinesische Medien von einem Verkauf der Technologie nach China zur freien Weiterverwendung berichtet hätten, wolle Antonov einzig einen Fahrplan für eine Zusammenarbeit unterschrieben haben. Ob Antonov jemals wieder eine Sternstunde wie Ende der Achtzigerjahre erlebt, scheint fraglicher denn je.

Mehr zum Thema

Antonow An124: Volga Dnepr fliegt mit dem Riesenflieger künftig für Boeing.

Boeing setzt auf sowjetische Technologie

Von der Antonov An-225 wurde nur ein Stück gebaut.

Chinesen kaufen Rechte am Giganten der Lüfte

airbus a319 windrose

Windrose Airlines fliegt mit zusammengepuzzeltem Airbus A319 in Israel

anontov an 124 ur 82073 antonov airlines

Wie Antonov eine An-124 nach jahrelanger Vorbereitung von Kyiv nach Leipzig brachte

Video

König Willem-Alexander bei seinem letzten Flug mit einer Boeing 737: Er lässt sich nochmals umschulen.
Fußballfans, Familien auf dem Weg nach Lappland oder Urlauber nach Ibiza: Viele Passagiere ahnten nicht, dass ihr Kopilot der König der Niederlande war. Jetzt flog Willem-Alexander letztmals mit einer Boeing 737 von KLM - und beginnt nun die Umschulung auf Airbus.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
amboseli airstrip under water
Ein Video aus dem Amboseli-Nationalpark in Kenia scheint einen See zu zeigen. Aber nein: Es ist die Start- und Landebahn des Park-Airports. Sie ist vollständig im Wasser verschwunden.
Timo Nowack
Timo Nowack
air canada bridgetown umkehr
Am Flughafen Bridgetown ging auf einmal gar nichts mehr. Flüge von Air Canada und Jetblue mussten auf dem Weg zum internationalen Flughafen von Barbados plötzlich umkehren. Grund war ein spontaner Streik.
Timo Nowack
Timo Nowack